Strafen bei Tierquälerei

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| 2 Kommentare

Im deutschen Recht wird Tierquälerei als Straftat eingestuft (§ 17 Tierschutzgesetz - TierSchG). Vor dem Gesetz wird als Tierquäler angesehen, wer Wirbeltiere grundlos tötet oder diesen erhebliches Leiden oder Schmerz zufügt. Auch das Zufügen von wiederholten Schmerzen bzw. Leid oder über einen längeren Zeitraum wird vom Gesetzgeber als Tierquälerei angesehen. Der § 17 des Tierschutzgesetzes sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor, wenn ein Tier mutwillig getötet oder gequält wird. Was sich allerdings als hinfällig erweist, handelt es sich nur um den Versuch oder eine fahrlässige Tat. Denn eine versuchte oder fahrlässige Tierquälerei sowie eine Tiermisshandlung werden als Ordnungswidrigkeiten eingestuft, die mit Geldbußen bis zu 25.000 € geahndet werden. Die Tat kann zudem als Sachbeschädigung eingestuft werden, falls es sich um ein fremdes Tier handelt. Hier greift § 303 Strafgesetzbuch.

Tierquälerei ist strafbar. (© ra2 studio - Fotolia.com)
Tierquälerei ist strafbar.
(© ra2 studio - Fotolia.com)

In der Praxis sind Gefängnisstrafen für Tierquäler so gut wie nicht existent

In der Realität kommt es nach wie vor eher selten vor, dass ein Tierquäler wirklich hinter Gitter kommt. Zumal das Strafgesetzbuch Tiere noch immer im Wesentlichen als Sache einstuft und dementsprechend nach § 303 ein Tatbestand der Sachbeschädigung zugrunde liegt. Dennoch verhängen in Deutschland Gerichte immer öfter empfindliche Strafen, wenn es um Tierquälerei geht. Und auch die Wegnahme von Tieren aufgrund nicht tiergerechter Haltung wird heute immer häufiger umgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover vom 28.09.2011

So urteilte beispielsweise das Verwaltungsgericht Hannover am 28.09.2011, dass ein erteiltes Hundehalteverbot gegen die Besitzerin eines Gnadenhofes rechtmäßig sei. Nachdem die Klägerin in der Vergangenheit bereits mehrmals gegen tierschutzrechtliche Anordnungen verstoßen hatte, wurde ihr ein Hundehalteverbot auferlegt und die Wegnahme der Tiere aufgrund nicht artgerechter Haltung angeordnet. Die Klägerin hatte gegen dieses Urteil Widerspruch eingelegt. Das Gericht kam nach erneuter Überprüfung des Sachverhalts zu dem Schluss, dass das auferlegte Hundehalteverbot und die Wegnahme der Tiere rechtens war, da die Klägerin die Tiere eindeutig in tierschutzwidrigen Umständen gehalten hatte [Verwaltungsgericht Hannover, 28.09.2011 - 11 A 2352/10, 11 A 2415/10, 11 A 2422/10, 11 A 2452/10, 11 A 5476/10, A 441/11, 11 A 2087/11].


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (2)

Sabrina  (03.11.2016 11:47 Uhr):
Sowas geht gar nicht. Härtere Strafen sollten eingeführt werden.
Nicky und Nick  (30.10.2015 12:04 Uhr):
Möchte, dass man sich mal Gedanken macht,ob man so eine Organisation auch hier in Deutschland, in Betracht ziehen könnte!? Bin 59 Jahre,weiblich verheiratet und haben 2 B K H Katzen. Bin vernarrt in den Tiersender "Animal Planet"! Oft werden Berichte gezeigt, in dem die Tierschutzpolizei von der ASPCA , zum Einsatzes kommen! Diese wird gestützt bzw. finanziert, durch öffentliche Spendengelder und natürlich, durch die auferlegten Strafengelder die gegen Tierquäler und die Tiere nicht ordnungsgemäß versorgen. Es werden sogar Haftstrafen erlegt, falls notwendig! Diese Organisation hilft auch Menschen, die finanziell nicht so gut instituirt sind, wenn kranke Tiere Hilfe benötigen. Diese Erhalten kostenlos Medikamente, bzw. werden medizinisch versorgt, falls eine Operation ansteht. Mir dreht sich der Magen herum, wenn ich lese, dass man Tiere immer noch als Sache benennt bzw. diese so bei Straftaten benennt!? Tiere haben bzw. müssten, als Lebewesen so behandelt werden, als wenn sie uns gleichberechtigt sind. O.K.Mit wenigen Einschränkungen, aber man muss mehr machen, als es bis jetzt getan würde. Kenne einen Fall hier in der Stadt in der ich wohne, wo ein Hausmeister in dem Wohngebiet, eine Katze erschlagen hat und nichts unternommen würde!!! Man hat das Tier nicht gefunden. Hat aber Tage, Wochen vorher verlautet, dass Vich schlage ich tot, wenn ich es bekomme!!! Auf einmal war sie weg!!! Jeder hier sprach, jetzt hat er sie bekommen, aber es verlief im Sande!!! Das ist zum Beispiel, ein Fall in der die Tierschutzpolizei von der ASPCA zum Einsatz kommen würde. Vielleicht, nein nicht vielleicht!!!!, würden viele Menschen sich überlegen, Tiere zu quälen bzw. zu töten aus ihrer Laune heraus!!! Wollte bzw. möchte, dass sich diese Zeilen die jenige,die für Paragraphen zuständig sind, dieses hier alles mal überdenken!




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