Schonzeit: Wildtiere

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| Jetzt kommentieren

Wild, welches dem Jagdgesetz unterstellt ist, darf zu bestimmten Zeiten nicht getötet werden. Jene Zeiten werden als „Schonzeiten“ bezeichnet. Diese beziehen sich auf die Zeit, welche für die Geburt und Aufzucht der Jungen benötigt wird, und können von Tierart zu Tierart unterschiedlich sein. Auch muss sich die Schonzeit nicht auf beide Elternteile beziehen, sondern nur auf eines.

In der Schonzeit dürfen die Tiere nicht gejagt werden. (© Jeanette Dietl - Fotolia.com)
In der Schonzeit dürfen die Tiere nicht gejagt werden.
(© Jeanette Dietl - Fotolia.com)

Generell dient sie dem Zweck, Jungtiere vor dem Hungertod zu bewahren, der unweigerlich eintreten würde, wenn ihre Eltern getötet werden würden und sie nicht mehr versorgen könnten.

Schonzeit - Wildtiere: Gesetzliche Regelungen

Wann Wild gejagt und wann geschont werden muss, wird zum einen in der Bundesverordnung, zum anderen in den Jagdzeitenverordnungen der einzelnen Länder festgelegt.

Zu beachten ist, dass von der gesetzlich vorgeschriebenen Schonzeit abgewichen werden darf, wenn eine Überpopulation einer bestimmten Tierart gegeben ist, welche Flurschäden zur Folge hat.

Da es gemäß § 22 Abs. 4 BJagdG nicht gestattet ist, Wild in der Schonzeit zu jagen, stellt ein Verstoß gegen diese Regelung eine Straftat dar. Gemäß § 38 BJagdG ist als Strafmaß eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen, wenn dies vorsätzlich geschieht. Eine fahrlässige Tötung besagten Wildes hingegen sieht ein Strafmaß von einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten sowie ebenfalls eine Geldstrafe vor.

Schonzeit - Wildtiere: Ganzjährige Schonzeit

Neben der Schonzeit, welche sich ausschließlich auf die Geburt und Aufzucht der Jungen bezieht, besteht für einige Tierarten eine ganzjährige Schonzeit, beispielsweise für Wisente, Greifvögel, Schneehasen du Murmeltiere.

Diese Tiere sind meist vom Aussterben bedroht; ihre Tötung stellt eine Straftat dar.

Schonzeit - Wildtiere: Brut- und Setzzeit

Als „Brut- und Setzzeit“ wird bundesweit die Zeit vom 01. April bis 15. Juli angesehen (in Bremen und Niedersachsen ab dem 15. März). In dieser Zeit unterliegen alle Wildtiere einer besonderen Schonzeit, da sie mit der Aufzucht ihres Nachwuchses beschäftigt sind. besonders Hundehalter sind während der Brut- und Setzzeit zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen; in einigen Ländern gilt währenddessen zudem genereller Leinenzwang.


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