Rechtslage bei Fundtieren

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| Jetzt kommentieren

Findet man ein herrenloses Tier oder es ist einem zugelaufen, ist die Rechtslage klar. Nachdem Tiere nach wie vor im Wesentlichen als Sache gelten, unterliegen sie auch dem Fundrecht, das im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 965 bis 984 BGB) geregelt ist. Dies bedeutet für den Finder, das Fundtier muss an den Besitzer zurückgegeben werden. D. h., es ist notwendig, das Fundtier unverzüglich an einer entsprechenden Stelle zu melden, ansonsten wäre es eine Fundunterschlagung.

Katze gefunden? Finderlohn möglich. (© tuzyra - Fotolia.com)
Katze gefunden? Finderlohn möglich.
(© tuzyra - Fotolia.com)

Die zuständigen Stellen z. B. Gemeinde/Fundbüro, tragen dafür Sorge, dem Fundtier eine entsprechende Unterbringung zu ermöglichen. In der Regel übernehmen Tierheime die Aufgabe, das Fundtier zu füttern und gegebenenfalls eine Behandlung beim Tierarzt durchzuführen. Aber es ist ebenso möglich, dass man als Finder das Fundtier in Pflege nehmen und die nötigen Maßnahmen selbst übernehmen kann.

Nach Ablauf  einer Frist von 6 Monaten kann das Fundtier weitervermittelt werden

Grundsätzlich sind die Gemeinden dazu angehalten, Fundtiere aufzunehmen und gemäß § 2 des Tierschutzgesetzes (§ 2 TierSchG) entsprechend im Tierheim oder einer Pflegestelle unterzubringen. Lässt sich der Eigentümer nach einer Frist von 6 Monaten nicht ermitteln, kann das Fundtier an einen neuen Besitzer weitergegeben werden. D. h., der Finder hat dann auch die Möglichkeit, das Fundtier dauerhaft bei sich aufzunehmen.

Steht dem Finder bei einem Fundtier ein Finderlohn zu?

Wird der Eigentümer innerhalb der Frist ermittelt, so steht dem Finder ein Finderlohn zu. Bei Fundtieren beträgt der Finderlohn nach § 971 Abs. 1 BGB 3% des Tierwertes. Ebenso hat der Finder Anspruch, wenn er die Pflege übernommen hat, dass ihm die Auslagen für das Fundtier erstattet werden.

Es kann immer mal passieren, dass ein Haustier, im Speziellen Hund oder Katze, entlaufen oder nicht aufzufinden sind. Daher sollte jeder Halter sein Haustier kennzeichnen und kostenlos registrieren lassen.


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