Radfahren mit Hund an der Leine: ist das erlaubt?

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| 4 Kommentare

Grundsätzlich muss zur Klärung der Frage, ob beim Radfahren der Hund an der Leine mitgeführt werden darf, die Straßenverkehrsordnung herangezogen werden. Betrachtet man den § 28 StVO, dann ist es prinzipiell untersagt, von Kraftfahrzeugen aus Tiere an der Leine zu führen. Auch ein unangeleintes Mitlaufen neben dem Fahrzeug ist verboten. Eine Ausnahme stellt dabei das Fahrrad dar. Hier darf ein Hund an der Leine mitgeführt werden. Allerdings muss das Tierschutzgesetz beachtet werden, denn zum Beispiel einen kleinen Dackel kilometerweit mitlaufen zu lassen, kann schnell als Tierquälerei angesehen werden. Gilt in einer Ortschaft ein allgemeiner Leinenzwang, hat auch der Radfahrer dies zu berücksichtigen.

Beim Fahrrad darf man den Hund an der Leine mitführen. (© Conny Hagen - Fotolia.com)
Beim Fahrrad darf man den Hund an der Leine mitführen.
(© Conny Hagen - Fotolia.com)

Wann bietet es sich an, den Hund beim Radfahren mitzunehmen?

Den Hund beim Fahrradfahren mitzunehmen ist vor allem ratsam, wenn man selbst nicht sehr zu gut zu Fuß ist. Möchte man gern auf diese Weise unterwegs sein, dann gibt es einige Aspekte, die beachtet werden müssen. Im Vordergrund steht selbstverständlich der Sicherheitsaspekt. Denn sowohl man selbst, das Tier als auch außenstehende Dritte dürfen beim Radfahren mit Hund an der Leine nicht gefährdet werden.

Die richtigen Sicherheitsvorkehrungen treffen

Grundausrüstung für das Radfahren mit Hund an der Leine ist ein verkehrssicheres Fahrrad, ein Helm für den Mensch und ein Brustgeschirr für den Hund. Prinzipiell ist es zwar möglich, den Hund während der Fahrt mit dem Rad nur an der Leine zu halten, doch gewährleistet diese Vorgehensweise keine maximale Sicherheit. Es ist daher angebracht, das eigene Fahrrad mit einer speziellen Vorrichtung auszustatten Dies könnte ein sogenannter Springer sein, der am Fahrradrahmen befestigt wird. Das Teil besteht aus einem Chromstahlrohr mit einer Zugfeder, die die Bewegungen des Hundes ausgleicht. Die zweite akzeptable Lösung ist eine flexible Leine, die man an einem umgeschnallten Gurt befestigt.

Wird geplant, auch in der Dunkelheit mit dem Hund Fahrrad zu fahren, dann dürfen eine reflektierende Weste bzw. Reflektoren für Mensch und Hund ebenso nicht fehlen. So ausgerüstet kann man entspannt zur Radtour mit Hund antreten.

In der Regel gewöhnt sich ein Hund sehr schnell an diese Art, sich mit seinem Halter fortzubewegen. Ein Hund sollte mindestens ein Jahr alt sein, um mit ihm das Radfahren zu trainieren. Was nicht sein darf ist, den Hund gleich beim ersten Ausflug auf eine kilometerlange Tour mitzunehmen. Vielmehr sollte der Hund nach und nach an jeweils weiteren Strecken gewöhnt werden. Denn auch Hunde können Muskelkater bekommen, sodass ihm die nächsten Tage die Lust am Radfahren vergeht.

Je nach Größe und Schwere des Hundes ist es angebracht, das Tempo entsprechend vorzugeben. Zumal zu bedenken ist, je größer der Hund, je mehr werden die Gelenke belastet. Also dem Hund nicht die ganze Zeit Höchstleistungen abgewinnen, sondern immer nur kurzzeitig das Tempo erhöhen. Vor allem wenn man auf Asphalt unterwegs sind.


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (4)

Hundeprofi  (16.06.2016 16:10 Uhr):
Radfahren mit Hund an der Leine, Juraforum vom 10.4.14 "Hundenanni" vom 26.2.15 6:30h Hallo Hundenanni mit Deinen Ansichten steht nicht der Hund sondern Du selbst im Nirwana! Natürlich ist es erlaubt Hunde am Fahrrad mitzuführen. (Ein Hund ist nämlich von Natur aus ein Lauftier und kein Schnüffelstandtier , falls sich das noch nicht herumgesprochen hat). Der Hund muss allerdings groß genug und gesund sein um am Fahrrad geführt zu werden. Mit nem Pinscher auf 15cm hohen Wackelbeinen geht das natürlich nicht. Das Lauf-Tempo gibt im wesentlichen der Hund jenach Kondition vor. Tierquälerei fängt da an wenn das Tempo und die Laufzeit nicht auf den Trainigsstand des Hundes abgestimmt ist , wenn keine Pausen gemacht werden und wenn der Hund kein Wasser bekommt. Hundenanni, ich emfpehle keine Berichte morgens um 6:30h zu verfassen wenn Du noch nicht ganz fit bist und deine grauen Zellen noch nicht erwacht sind.
Jack  (25.07.2015 10:00 Uhr):
Liebe "Hundenanni" 2-3 deiner Bemerkungen sind tatsächlich etwas wert: Natürlich soll beim Velo-Ausflug mit Hund der Hund im Vordergrund stehen. Er bestimmt das Tempo, Pausen sind ein Muss, Asphalt und heisse Temperaturen sind zu vermeiden. Dann sind aber deine völlig verallgemeinernde Aussagen wie "Hunde sind immer gehetz", "findet sein Partner scheisse" etc. unglaublich deplatziert und von schwarz-weiss-Denken triefend und auch daneben, weil beleidigend! Es gibt sehr wohl sehr viele Hunde, die es lieben, wenn sie mit dem Velo eine Tour machen dürfen. Hunde aus Arbeitslinien zum Beispiel. Sportliche Kerle etc. Kann sein, dass das bei dir nicht der Fall ist, kann sein, dass es schwarze Schafe gibt, die mit ihrem Hund (egal ob mit Velo oder ohne) nicht artgerecht umgehen, deswegen sind aber noch lange nicht alle, die mit ihrem Hund auf eine Velo-Tour gehen "scheisse".
RiccosFriend  (24.06.2015 19:45 Uhr):
Wenn sich eine(r) schon so weit als Hundkenner aus dem Fenster lehnt, und sich erlaubt nen alles andere als SACHLICHEN Kommentar auf ne Antwort zu geben, so muss ich den Nickname "Hundenanni" belächeln... es stimmt dass temperaturabhängig aufs Tier Rücksicht genommen werden muss, Wasserpausen inbegriffen, aber es ging auf die oben bezogene Frage und die folgende Antwort vom Jura Forum lediglich darum, ob ein Hund angeleint am Fahrrad mitfahren darf laut StvO. oder nicht ! Und zu deiner Einstellung: viele Hunde mögen Fahrradfahren gerne, Du Hundespezialist. Bis auf sehr kurzbeinige oder aber sehr schwere Hunderassen und eventuell gesundheitlich beeinträchtigte Tiere IST ES NICHT UNGESUND. Also bitte, bitte mach hier nicht auf Tierarzt und verurteile nicht andere Menschen, die es anders sehen als Du. Sorry, aber das musste ich mal eben loswerden *peace* A.
hundenanni  (26.02.2015 06:03 Uhr):
Wie so oft, gehst hier nur um den faulen bequemen MENSCH, der sich einen Hund zugelegt hat, der mit einmal AUSLASTUNG braucht. Das was oben zu lesen ist, betrifft mit wenigen Hinweisen nur den Hund. Es wird nicht darauf hingewiesen, dass der Hund Asphaltstraßen meiden sollte, weil er seine Gelenke überbeansprucht und dadurch Arthritis entsteht. Es wird nicht gesagt das der Hund auch Pausen braucht, wo er schnüffeln darf- Hund sein darf- es wird nicht gesagt das man Wasser dabei haben muss und es grundsätzlich tierschutzrelevant ist bei einer Temperatur von über 20Grad Celsius. Der Hund am Rad wird immer gehetzt und ich habe noch keinen Hund gesehen der das toll findet. Die Hunde haben einen verzerrten und stressigen Gesichtsausdruck. Der Hund findet sein Partner auf dem Rad richtig Scheiße und ich auch. Ich verachte diese egoistischen dummen Menschen. Und der obige Ratgeber, kann nur ein solcher dummer Mensch geschrieben haben. Der Hund steht wieder einmal im Nirwana.




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