Leinenzwang generell (Haustiere)

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| Jetzt kommentieren

Obwohl in manchen Bundesländern und Gemeinden gerade für spezielle Bereiche aktuell ein Leinenzwang  existiert, ist ein allgemeiner Leinenzwang im Augenblick in der BRD nicht gegeben. Vorreiter bezüglich des Leinenzwangs ist beispielsweise München. Hier herrscht ein Leinenzwang für Hunde über 50 cm u.a. in der direkten Umgebung von Spielplätzen und in Bereichen der Innenstadt. In Berlin existiert eine Gesetzesvorlage, die einen generellen Leinenzwang für Hunde in der Stadt vorsieht. Das Gesetz soll 2015 in Kraft treten. Und auch außerhalb der Städte gilt ein Leinenzwang während der Schonzeit, d.h. in der Zeit in der Wildtiere setzen und Vögel brüten.

Genereller Leinenzwang ist unverhältnismäßig. (© noomhh - Fotolia.com)
Genereller Leinenzwang ist unverhältnismäßig.
(© noomhh - Fotolia.com)

Grundsätzlich beschäftigt das Thema Leinenzwang und dessen Rechtmäßigkeit immer wieder die Gerichte. Richtungsweisend in Bezug auf einen generellen Leinenzwang ist das Urteil vom 27.01.05 des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg, in dem ein genereller Leinenzwang als unverhältnismäßig beurteilt wird. [OVG Lüneburg, 27.01.2005, 11 KN 38/04]

Ebenso sprach sich das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen gegen einen generellen Leinenzwang aus. So kam das Gericht zu dem Urteil,  dass Hunde auf Waldwegen ohne Leine laufen dürfen. Eine Ausnahme gilt lediglich für ausgewiesene Naturschutzgebiete. Auch einer speziellen Anordnung durch die Forstbehörde muss Folge geleistet werden. [Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen 20.07.2012, 5 A 2601/10]

Tierhalter müssen sich Ihrer Verantwortung bewusst sein

Generell sollten sich auch ohne gesetzlich vorgesehenen Leinenzwang Hundebesitzer ihrer Verantwortung bewusst sein. Hunde sind wie kleine Kinder, die geführt werden müssen. Daher liegt es auch in der Verantwortung des Halters, den Hund anzuleinen, wenn eine Gegebenheit nicht einschätzbar ist. Dies trifft besonders in der Stadt oder in Wohngebieten zu, wo durch laute Geräusche oder durch nicht überschaubare Plätze der Hund leicht aus der Kontrolle geraten kann.

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