Ist das Chippen Pflicht (Chipimplantate bei Tieren)?

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| 1 Kommentar

Generell ist die Registrierung eines Haustieres in der entsprechenden EU-Heimtierverordnung nicht als Pflicht vorgesehen. Jedoch Ausnahmen bestätigen die Regel wie z. B. in einigen Bundesländern, die eine Erfassung für gefährlich geltende Hunderassen vorschreiben. Und auch, wenn man mit einem Haustier innerhalb der EU auf Reisen gehen möchte, ist es seit 2012 Pflicht, das Tier chippen zu lassen. Nur ein gechipptes Tier erhält einen EU-Heimtierpass und dieser muss auf Reisen in der EU mitgeführt werden.

Chippen: Identifizierung der Haustiere mit Lesergerät. (© fotowebbox - Fotolia.com)
Chippen: Identifizierung der Haustiere mit Lesergerät.
(© fotowebbox - Fotolia.com)

Unter normalen Umständen macht es dennoch auch generell Sinn, wenn man einen Hund bzw. Katze freiwillig mit einem Chip versehen und in einer entsprechenden Datenbank wie TASSO registrieren lässt. Es erleichtert die Identifizierung des Hundes oder der Katze, falls sie abhandenkommen und z. B. in einem Tierheim abgegeben werden. Ist das Tier gechippt, kann der Besitzer sofort identifiziert und beim Auffinden kontaktiert werden.

Wie und wo am Körper wird der Chip für Haustiere angebracht?

Beim Chip für Haustiere handelt es sich um einen Mikrochip oder auch Transponder. Er wird mit einem Applikator meist in die Schulter implantiert. Eine Betäubung ist dafür nicht nötig. Die elektronischen Daten können dann mit einem Lesegerät abgerufen werden. In der Regel sind diese Lesegeräte bei Tierärzten, Tierheimen, ebenso bei der Polizei oder in Ordnungsämter verfügbar. Allerdings ist ein Chippen nur dann wirklich sinnvoll, wenn auch eine entsprechende Datenbank vorhanden ist, wie z. B. Deutsches Haustierregister, Tasso oder das europaweite Europetnet bzw. Petmaxx. Im Übrigen ist der Chip für Haustiere so klein, dass das Tier beim Implantieren nicht mehr als ein leichtes Ziepen empfinden wird.

Welche anderen Methoden der Tierkennzeichnung gibt es?

Die Registrierung oder Kennzeichnung dient hauptsächlich dazu, um Tiere mit verschiedenen Methoden zu unterscheiden. Neben dem Chipimplantat für alle Tiere gibt es die Beringung von Vögeln, Bemalung bei Schafen, Brandzeichen bei Pferden und Rindern oder Ohrmarken für Huftiere. Gründe dafür sind Abstammungsnachweise bei Züchtungen, Seuchenkontrolle oder, wenn das Haustier ins Ausland mitgenommen werden soll.

Was spricht gegen das Tätowieren, dem Vorläufer des Chippens?

Bevor der Mikrochip eingeführt wurde, wurden Haustiere üblicherweise tätowiert, was jedoch im Vergleich zum Chippen durchaus einige Nachteile mit sich bringt. Das Tier muss betäubt werden, da das Tätowieren Schmerz verursacht. Die Nummerierung ist nicht optimal, die Tätowierungen sind nicht sicher vor Fälschung, können verblassen, sind schwer entzifferbar oder bei Kleintieren nicht anwendbar.


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Nicole  (20.02.2015 18:33 Uhr):
Chippen ist ja gut und schön, nur sollte man gesetzlich endlich mal in die pötte kommen, und ein Gesetz herausbringen, dass auch dies der Nachweis zum Eigentum ist. Bisher ist es nicht im Gestz verankert, dass ein gechipptes Tier auch das Eigentum des Tierhalters ist. Viele Tierhalter sind aber der Meinung, dass der Chip ausreichen ist um auch dann als Eigentümer dazustehen. Hier schreiben sie : Es erleichtert die Identifizierung des Hundes oder der Katze, falls sie abhandenkommen und z. B. in einem Tierheim abgegeben werden. Ist das Tier gechippt, kann der Besitzer sofort identifiziert und beim Auffinden kontaktiert werden. BESITZ bedeutet allerdings nicht EIGENTUM. Super, wenn man wie ich gerade gerichtlich vorgehen muß, um an sein gechipptes Tier wieder zu kommen. Überhaupt sollte chippen Pflicht werden und zwar in ganz Deutschland, und auch als Eigentumnachweis dienen! MfG Nicole




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