Gesetzliche Regelungen für Züchter

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| 1 Kommentar

Generell ist die Basis jedes Tierzüchters das Tierschutzgesetz, in dem festgelegt ist, dass einem Tier keine Schmerzen, Leiden oder Schaden zugefügt werden darf. In Bezug auf die Züchtung ist der § 11b des TierSchG  (Tierschutzgesetzes) maßgebend. Der  § 11b TierSchG verbietet die sogenannte Qualzucht für Wirbeltiere. Darunter versteht man zum Beispiel die Züchtung einer Katze mit kurzen Vorderbeinen. Wobei es der Wissenschaft vorbehalten ist, durchaus eine nackte Maus zu züchten, die dann für Tierversuche eingesetzt werden darf. Handelt es sich jedoch um Nutztiere wie Kühe, Schafe, Pferde und Schweine, dann wird die Züchtung vom Justizministerium im Tierzuchtgesetz vorgeschrieben. Dies dient dem Zwecke, den Fortbestand der Nutztiere zu gewährleisten.

§ 11b TierSchG ist für Züchter wichtig. (© M. Schuppich - Fotolia.com)
§ 11b TierSchG ist für Züchter wichtig.
(© M. Schuppich - Fotolia.com)

Züchtervereine oder Züchterverbände legen die Voraussetzungen und Kriterien zur Verpaarung fest

Im Einzelnen schreiben Züchtervereine oder Züchterverbände vor, welche Kriterien und Voraussetzungen erbracht werden müssen, um Tiere zu verpaaren. So ist nicht nur eine artgerechte Haltung Bedingung, sondern auch die Überwachung der eventuellen Erbkrankheiten, die durch die Zucht entstanden sind. Bei Rassehunden sind diese Merkmale u. a. die Hüftgelenke, Netzhaut oder Schultergelenke, die sich durch Vererbung zum Leiden des Tieres verändern können.

Unwirksamkeit des generellen Haftungsausschlusses

Obwohl das novellierte Schuldrecht bereits seit mehr als zehn Jahren Gültigkeit hat, finden sich dennoch immer noch veraltete Vertragsformulare. In diesen Vertragsformularen ist ein grundsätzlicher Haftungsausschluss des Züchters vermerkt. Nach geltendem Recht jedoch ist ein derartiger genereller Haftungsausschluss nicht rechtens. Es handelt sich hierbei um einen Verstoß gegen § 309 BGB. Ein derartiger genereller Haftungsausschluss des Züchters ist damit unwirksam. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen haftet der Züchter somit in vollem Umfang.

Hundeverkauf durch den Züchter

Rechtlich werden Hunde wie Sachen behandelt (§ 90a BGB). Demzufolge ist bei einem Verkauf von Hunden das Schuldrecht des BGB anzuwenden. Muss eine rechtliche Bewertung eines Hundekaufs stattfinden, dann wir hierfür ebenfalls das BGB herangezogen sowie der geschlossene Vertrag zwischen Käufer und Züchter. Nachdem es sich jedoch beim Verkauf von Hunden nicht um Fließbandware wie Autos handelt, können gerade Rechtsfragen in Bezug auf eine Gewährleistung Auswirkungen auf die Klärung rechtlicher Problemstellungen haben. In diesen Fällen wird der Hundeverkauf eben nicht mit dem Kauf von regulären Sachen gleichgesetzt. In der Regel werden Welpen bis zu einem Alter von etwa 4 Monaten rechtlich als neue Sache bewertet. Die „Gewährleistungsfrist“ beträgt somit 2 Jahre.


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Jenni  (17.04.2014 06:39 Uhr):
Kennt sich hier jemand mit den Pflichten eines Züchters aus? Bei meinem reinrassiger Hund wurde mit 14 Monaten festgestellt, das er eine angeborene Fehlbildung in der Halswirbelsäule hat. Er müsste operiert werden, troztdem ist seine Prognose sehr schlecht. Da ich ihn mit 10 Wochen bekommen habe und der "Mangel" vor der 2 Jahresfrist erkannt wurde, trifft die Gewährleistungsfrist ein. Womit kann ich jetzt rechnen? Kann mir jemand helfen? Liebe Grüße




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