War das erst der Anfang? Hunderte Durchsuchungen im Ermittlungsverfahren – Shiny Flakes –

Autor: , verfasst am 30.06.2016, 05:38| Jetzt kommentieren

Es gibt schon seit mehreren Monaten Ermittlungsverfahren gegen angebliche Kunden des Online-Betäubungsmittelhändlers „Shiny Flakes“ welche auf das rechtskräftige Urteil bzw. die damalige Durchsuchung (aus dem Jahr 2015) im Verfahren „Shiny Flakes“ zurückzuführen sind.

Bei der Durchsuchung des Betreibers der Website „Shiny Flakes“ hatte die Polizei im letzten Jahr bereits eine vermeintliche Käuferliste (Kundendaten und Bestellstatus) auf dem Computer des Verurteilten gefunden und arbeitet seitdem die einzelnen verdächtigen Käufer ab.

Die meisten Verfahren mit der „Shiny Flakes Problematik“ wurden zunächst durch den Postweg an die jeweiligen Beschuldigten herangetragen. Die Vorladungen wegen des Verdachts auf einen BtMG-Verstoß werden von der örtlichen Polizei verschickt.

Durchsuchungen waren relativ selten.

In den letzten Wochen sind jedoch sehr viele Ermittlungsverfahren „Shiny Flakes“ im Zuge von Durchsuchungen den jeweiligen Beschuldigten bekanntgegeben worden.

Fast täglich erreichen Anfragen hinsichtlich einer Verteidigung (nach einer Durchsuchung beruhend auf „Shiny Flakes“) in den jeweiligen speziellen Verfahren das Verteidigerbüro.

Warum nun erst so spät Durchsuchungen mehrfach durchgeführt werden bleibt ein Rätsel. Der „Überraschungseffekt“ ist schon lange dahin.

Jedem Beschuldigten ist zu Raten sich bei einer Durchsuchung kooperativ zu verhalten aber keine Angaben zur Sache zu machen. Auch dann nicht wenn der jeweilige Beamte zum freundschaftlichen Gespräch in ein Zimmer bittet und nur das Beste für den Beschuldigten will.

Bestenfalls kann man noch während der Durchsuchung einen Verteidiger erreichen und sich einen ersten Rat einholen. In den übrigen Fällen sollte schnellstmöglich nach der Durchsuchung ein Verteidiger konsultiert werden.

Sehr oft werden Mobiltelefone und Computer (als mögliches Tatwerkzeug) beschlagnahmt.

94 StPO: Gegenstände, die als Beweismittel für die Untersuchung von Bedeutung sein können, sind in Verwahrung zu nehmen oder in anderer Weise sicherzustellen.

Die Herausgabe (wenn diese überhaupt in Betracht kommt) ist meistens erst mit Beendigung des Verfahrens möglich. In jedem Fall kann die Sicherung und Untersuchung des Computers und Mobiltelefons zwischen 3 und 12 Monaten dauern und selbst dann ist eine unproblematische Herausgabe keineswegs sicher. Ein weiterer Grund nicht erst abzuwarten wie das Verfahren ausgeht bzw. eine lange Zeit auf den Abschluss des Verfahrens untätig zu warten.

Schlagwörter: Anwalt, Shiny Flakes, Durchsuchung, Darmstadt, Frankfurt

Sie wünschen Rechtsberatung zu dem Thema des Artikels?
Nutzen Sie dieses Formular zum Kontakt mit Frank M. Peter:

Hinweis: Bitte schildern Sie hier nicht Ihren Rechtsfall!

Sicherheitsfrage *:

Ja, ich willige ein, dass meine im Formular "Terminanfrage" eingetragenen personenbezogenen Daten zum Zwecke der Angebotsvermittlung per Fax und E-Mail an den zu kontaktierenden Anwalt unverschlüsselt übermittelt und gespeichert werden. Diese jederzeit widerrufliche Einwilligung sowie die Verarbeitung und Datenübermittlung durch Dritte erfolgen gem. unserer Datenschutzerklärung.
* Pflichtfeld

Nachrichten zum Thema
  • BildDurchsuchungen in Wettbewerbsverfahren ohne richterliche Genehmigung (09.09.2013, 14:33)
    Luxemburg (jur). Im Zuge von Wettbewerbsverfahren darf die EU-Kommission betroffene Unternehmen ohne gerichtliche Genehmigung durchsuchen. Nachträglicher Rechtsschutz reicht aus, urteilte am Freitag, 6. September 2013, das erstinstanzliche Gericht...
  • BildNotfall-App für Durchsuchungen durch Kartellbehörden entwickelt (06.07.2011, 08:59)
    Als eine der ersten Wirtschaftskanzleien bietet Noerr Service auch über das Smartphone: Mit der App 'Noerr Dawn Raid Guide' ist ab sofort ein Notfalltool für das iPhone erhältlich, das Unternehmensmitarbeiter schnell und unkompliziert über das...
  • BildDurchsuchungen in "Flatrate-Bordellen" (28.07.2009, 09:02)
    Justizministerin Beate Merk: "Freier von Zwangsprostituierten müssen bestraft werden!" Vor dem Hintergrund der Durchsuchungsaktion in "Flatrate-Bordellen" erklärt Bayerns Justiz- und Verbraucherschutzministerin Dr. Beate Merk: "Die Existenz...
  • BildIT-Grundrecht bei Online-Durchsuchungen (10.06.2008, 10:08)
    BVerfG v. 27.02.2008- 1 BvR 370/07 – Das Bundesverfassungsgericht hat strenge Regeln für Online-Durchsuchungen aufgestellt. Die Nutzung informationstechnischer Systeme ist für die Persönlichkeitsentfaltung vieler Bürger von zentraler Bedeutung,...
  • BildJustizministerin Dr. Merk fordert Online-Durchsuchungen bei Kinderpornographie (20.08.2007, 12:57)
    Angesichts des Schlags gegen einen weltweit operierenden Kinderporno-Tauschring im Internet und des jüngsten Falls eines 31-jährigen Münchners, der im Verdacht steht, via Internet junge Mädchen sexuell genötigt zu haben, sagte Bayerns...
  • BildBayerisches Staatsministerium der Justiz: Online-Durchsuchungen (09.06.2007, 09:26)
    Online-Durchsuchungen (PM 88/07 vom 08.06.07) Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk warb heute im Bundesrat für den Vorschlag der bayerischen Staatsregierung, eine gesetzliche Grundlage für die sogenannte Online-Durchsuchung zu schaffen....





Autor des Artikels

Rechtsanwalt
FRP Rechtsanwälte - Strafverteidigung

Logo
Wiesenhüttenplatz 26
60329 Frankfurt am Main (Bahnhofsviertel)
Deutschland

Termin: Terminanfrage



Weitere Strafrecht-Ratgeber

Passende Rechtsanwälte:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.