Telefonfalle! Ich bin Opfer eines „Ping-Anrufes“ geworden. Wie kann ich mich gegen die Anrufer wehren?

Autor: , verfasst am 16.12.2014, 07:39| Jetzt kommentieren

Es ist leicht in die Falle zu tappen

Telefonfalle (© Sven Bähren-Fotolia.com)
Telefonfalle
(© Sven Bähren-Fotolia.com)

Betrüger denken sich immer neue Methoden aus, ahnungslose Verbraucher abzuzocken. In letzter Zeit ist es vermehrt zu sogenannten „Ping-Anrufen“ gekommen. Hier werden über einen Computer Mobil- oder Festnetznummern angewählt. Meistens wird dabei nur „angeklingelt“. So soll der Angerufene dann zum Rückruf verleitet werden. Bei Rückruf ist für den Anrufer in der Regel nur eine nutzlose Bandansage zu hören. Die zurückgerufene Nummer ist natürlich kostenpflichtig. Auf den ersten Blick ist so eine kostenpflichtige Nummer leider nicht immer zu identifizieren, da es sich in der Regel nicht mehr um die allgemein bekannte „0190-Nummer“ handelt. Die Gebühren für den Anruf werden dann wie gewohnt über Ihren Mobilfunkanbieter abgerechnet.

Handeln die Betreiber der „Ping-Anruf“-Betreiber rechtsmäßig?

Nein! Dass das Durchführen der „Ping-Anrufe“ einen strafrechtlich relevanten Betrug im Sinne des § 263 StGB darstellt, ist dieses Jahr vom Bundesgerichtshof höchstrichterlich entschieden worden (3 StR 342/13). Die Betreiber täuschen die Angerufenen und erwecken so einen Irrtum auf Seite der Geschädigten, durch welchen sie sich dann bereichern. Die Tatbestandsvoraussetzungen des Betruges sind somit erfüllt. Ein Betrug kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Ich musste bereits hohe Gebühren bezahlen – was kann ich jetzt tun?

Wenn Sie bereits Opfer eines „Ping-Anrufes“ geworden sind, sollten Sie sich gegen die Anrufer zur Wehr setzen. Da Sie in aller Regel nicht wissen, wer hinter den Anrufen steckt, empfiehlt es sich zunächst eine Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt zu erstatten. Auch wenn Sie sich schlechte Chancen ausrechnen, kann dies wichtig sein, da aller Wahrscheinlichkeit nach noch andere Opfer der Telefonfalle wurden. Nun ist es Aufgabe der Polizei zu ermitteln, wer Sie mit Hilfe des „Ping-Anrufes“ betrogen hat. Sollten die Beamten bei der Ermittlung der Täter erfolgreich sein, können Sie gegen diese Klagen, um ihr Geld zurückzubekommen.

Wie schütze ich mich vor „Ping-Anrufen“?

Da die Betreiber oft aus dem Ausland agieren, ist es mitunter schwierig, diese zu ermitteln. Es kann also sein, dass Sie Ihr Geld nicht wiederbekommen. Deswegen ist es wichtig, bei Rückruf von nicht bekannten Nummern besondere Vorsicht walten zu lassen. Sollten Sie einen Anruf in Abwesenheit angezeigt bekommen, kann es ratsam sein, mit Hilfe einer Suchmaschine die Vorwahl zu überprüfen. Handelt es sich um die Vorwahl einer deutschen Stadt, ist der Rückruf in aller Regel unbedenklich. Sollten Sie über die Vorwahl der Ihnen nicht bekannten Nummer nichts herausfinden können, ist es wohl besser, von einem Rückruf abzusehen.

Vorsicht! Gefahr auch bei SMS oder WhatsApp!

Nicht nur bei Anrufen sollten Sie aufpassen! Mitunter werden auch Links oder Dateien via SMS oder WhatsApp verschickt, welche die Mobiltelefonsoftware beschädigen können. Öffnet man Links oder lädt Dateien von Unbekannten herunter, kann sich schnell ein Virus einnisten. In solchen Fällen ist es oft noch schwieriger, die Täter zu ermitteln und rechtlich gegen diese vorzugehen.

Schlagwörter: Ping-Anruf, Telefonfalle

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