Falschgeld erkennen und richtig handeln

Autor: , verfasst am 14.04.2014, 08:59| Jetzt kommentieren

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 41.507 Falschgeldnoten sichergestellt. Der am häufigsten gefälschte Geldschein war die 20-Euro-Note. Pro Kopf sollen ungefähr 30 Cent Falschgeld im Umlauf sein: 24.000.000 €. Fast jeder wird schon mal eine falsche Banknote in der Hand gehabt haben. Auch wenn die Zahlen rückläufig sind, sollte man einen kleinen Überblick haben was bei der Erkennung von Falschgeld zu tun ist.

Falschgeld (© Edler von Rabenstein - Fotolia.com)
Falschgeld
(© Edler von Rabenstein - Fotolia.com)

Falschgeld sind Münzen und Geldscheine, die gesetzliche Zahlungsmittel imitieren sollen oder nicht von der jeweiligen Zentralbank autorisiert sind. Die damit einhergehenden Straftat sind im StGB geregelt: Die Hauptnormen sind §§ 146, 147 StGB. Grob erläutert stellen sie das Herstellen und Inverkehrbringen von Falschgeld unter Strafe.

Als Besonderheit ist hier für jeden einzelnen wichtig: § 147 StGB stellt auch den unter Strafe, der gutgläubig Falschgeld erworben hat, und dies weitergibt, nachdem er festgestellt, dass es sich um Falschgeld handelt.

Was tun, wenn Falschgeld erkannt wird?

Oft trifft es die, die wenig Umsatz haben und nicht die Möglichkeit haben jeden einzelnen Schein zu kontrollieren. Aufgrund von § 147 StGB ist eine sofortige Meldung bei der Polizei unumgänglich, denn sobald man den gefälschten Schein in den Verkehr bringt, mach sich selbst der Gutgläubige strafbar.

Tipps zur schnellen Falschgelderkennung

  1. Genaues Betrachten des Scheines oder der Münze. Entscheidend ist nicht nur der Gesamteindruck, sondern insbesondere bestimmte Sicherheitsmerkmale. Für die fälschungsrelevanten Scheine (10-500 € Note) sollte sich jeweils ein prägnantes Sicherheitsmerkmal im Vorfeld eingeprägt werden, welches bei der schnellen Überprüfung sofort verifiziert werden kann.
  2. Nach und nach mehrere Sicherheitsmerkmale prüfen.
  3. Vergleichsnote besorgen, um bei unsicheren Merkmalen einen Vergleich zu ziehen.
  4. Bei Zweifel zwecks Überprüfung zur Hausbank gehen.

Wird der entstandene Schaden ersetzt?

Nein. Nimmt der Betreiber eines Ladens Falschgeld ein ist es sein eigenes Risiko. Falschgeld wird ersatzlos einzogen ohne Ansprüche gegen die Bundesbank oder sonstige Institutionen zu haben. So gibt es neben der Entgehung einer Strafe nach dem StGB einen weiteren Grund Geldscheine auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, denn am Ende sind immer sie der Leidtragende.

Gem. § 36 Bundesbankgesetz sind die Deutsche Bundesbank, Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute zum Anhalten von falschen bzw. falsch verdächtigem Geld verpflichtet. Diese haben dann Falschgeld der Polizei und verdächtiges Geld der Bundesbank zu übergeben, bei Verstoß droht eine Geldbuße von bis zu 100.000 €.

Schlagwörter: Falschgeld, Falschgeldnoten, gefälschter Geldschein, Falschgelderkennung


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