Cyberkriminalität – Achtung beim Online-Kauf!

Autor: , verfasst am 12.08.2014, 06:46| Jetzt kommentieren

Cyberkriminalität – Achtung beim Online-Kauf!

Cyberkriminalität (© Einstein - Fotolia.com)
Cyberkriminalität
(© Einstein - Fotolia.com)

Ein Kauf im Internet ist schnell getätigt. Meist schon nach wenigen Klicks hat man das gewünschte Utensil zuhause. Zur Bezahlung ist es nicht einmal mehr nötig, eine Überweisung bei der Bank auszufüllen, denn dank Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung und Co. geht auch dies bequem vom Schreibtisch aus. Doch hier lauert eine große Gefahr:

Cyberkriminalität. Insbesondere das vielfach geschützte Online-Banking ist teilweise sehr anfällig für Angriffe von unbefugten Dritten. Überweisungen vom eigenen Konto sind online nur mittels eines sogenannten mTAN-Verfahrens möglich, welches sich Kriminelle zu Nutze machen. Durch Einschleusen eines Trojaners auf den Computer oder das Smartphone des Nutzers können die TANs, welche per SMS versendet werden, abgefangen oder umgeleitet und sodann für ungewollte Überweisungen missbraucht werden. Gängig ist hierbei die Methode, dass die bei der Bank angegebene Handynummer durch die des Betrügers ersetzt wird. Besonders missbrauchsanfällig ist Online-Banking dann, wenn Smartphone und Computer miteinander synchronisiert, also vernetzt sind. Dann genügt ein Trojaner auf dem Computer, um auch an sensible SMS auf dem Handy zu gelangen.

Ungewollte Abbuchung durch unbefugten Dritten: Konto sperren lassen

Sollte es zu einem solchen Missbrauch gekommen sein, muss in jedem Fall das Konto für Online-Banking gesperrt werden. Hierfür stellen die Banken eine Rund-um-die-Uhr Notfall-Hotline zur Verfügung. Außerdem existiert seit einiger Zeit die zentrale Sperr-Notrufnummer 116 116. Die Abbuchung rückgängig zu machen, ist in der Praxis meist nicht möglich. Denkbar ist dies nämlich nur für Fälle von Inlandsüberweisungen. Jedoch sitzen die Drahtzieher von Cyberkriminalität meist im Ausland. Diese sind dann schwer zu ermitteln und entkommen deshalb in den meisten Fällen einer Klage und strafrechtlichen Konsequenzen. Handelte es sich jedoch um eine unzulässige Lastschriftabbuchung, kann man sich das Geld per Rücklastschrift innerhalb von acht Wochen nach Erhalt des Rechnungsabschlusses zurückholen.

Neuregelung 2009: Bankkunde haftet bis 150 Euro selbst

Der Kunde hat diverse Sorgfaltspflichten einzuhalten und darf deshalb nicht zu unbedarft im Internet surfen bzw. mit den Daten seiner ec-Karte umgehen. Nach Umsetzung einer EU-Richtlinie im Jahr 2009 gelten neue Regelungen für den Zahlungsverkehr. Der neue § 675v BGB bestimmt in seinem Absatz 1, dass nicht autorisierte Zahlungsvorgänge, die aus der Nutzung einer verlorengegangenen, gestohlenen oder sonst abhanden gekommenen Karte oder anderen Zahlungsinstruments beruhen, unabhängig vom Verschulden des Betroffenen für bis zu 150 Euro vom Zahlungsdienstleister Ersatz verlangt werden kann. Bankkunden und Online-Banking-Kunden sollten deshalb niemals ec-Karte und PIN-Nummer zusammen aufbewahren bzw. keine fragwürdigen Programme aus dem Internet herunterladen oder unseriöse E-Mails öffnen, um erst gar keinem Missbrauch ihrer Bankdaten zu erliegen.

Schlagwörter: Cyberkriminalität, Online-Kauf, Online-Banking

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