Untervermietung und Steuer – muss man Untermiete versteuern?

Autor: , verfasst am 09.03.2015, 07:58| 2 Kommentare

Manch ein Mieter kommt auf die Idee, sein Einkommen ein wenig zu verbessern, indem er einen Untermieter bei sich in der Wohnung aufnimmt. Gemäß dem Mietrecht ist es gestattet, Teile seiner Wohnung untervermieten zu dürfen, solange einige Kriterien beachtet werden. Abgesehen davon, dass es hierfür der Zustimmung seitens des Vermieters bedarf, muss sich der Mieter auch mit anderen rechtlichen Fragen auseinandersetzen: der Steuer. Muss man Untermiete versteuern?

Setuern (©  Dan Race - Fotolia.com)
Setuern
(© Dan Race - Fotolia.com)

Mieteinnahmen aus Untervermietung sind steuerlich relevant!

Gemäß § 21 Abs. 1 EStG (Einkommenssteuergesetz) zählen Mieteinnahmen, welche aus einer Untervermietung erzielt werden, zu steuerlich relevanten Einnahmen. Hierzu zählen sowohl der Mietzins an sich als auch Vorauszahlungen für Nebenkosten. Diese Einkünfte müssen in der Steuererklärung angegeben werden, und zwar in der „Anlage V“ (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung). Die Eintragung dort erfolgt in der Zeile 31, wobei die vereinbarte Kaltmiete maßgebend ist.

Muss man mehr Steuern zahlen, wenn man untervermietet?

Zu beachten ist, dass die Verpflichtung zur Angabe dieser Einkünfte nicht gleichbedeutend ist mit einer Steuerschuld. Der Vermieter ist also nicht zwingend dazu verpflichtet, Steuern für derartige Einnahmen zu zahlen. Ob dies der Fall ist, hängt davon ab, ob er mit seiner Untervermietung Gewinne erzielt oder eher Verluste macht. Macht er Verluste, was gegeben ist, wenn die Einnahmen aus der betreffenden Untervermietung geringer sind als die dadurch erzielten Gewinne, so führen diese sogar zu einer Steuerersparnis: der Verlust wird von dem anderen Einkommen abgezogen, was zu einer Verringerung des steuerpflichtigen Einkommens führt.

Zu solchen Verlusten kommt es allerdings nur, wenn die selbst gezahlte Miete, Renovierungskosten, Kosten für Instandhaltung oder Nebenkostennachzahlungen sehr hoch sind.

Untervermietung eines Eigenheims: müssen diese Einnahmen versteuert werden?

Wer als Eigenheimbesitzer seine Eigentumswohnung beziehungsweise sein Haus untervermietet, unterliegt besonderen gesetzlichen Bestimmungen: eine Angabe der so erzielten Einkünfte ist nur dann notwendig, wenn diese über 520,- € jährlich liegen. Niedrigere Beträge brauchen in der Steuererklärung nicht einmal erwähnt zu werden. Hierfür ist allerdings die Voraussetzung, dass die Untervermietung nur vorübergehend ist, also beispielsweise für die Dauer einer Messe oder einer Veranstaltung.

Ob Einkünfte aus einer Untervermietung versteuert werden müssen oder nicht, hängt also zum einen davon ab, in welcher Höhe sie erzielt worden sind, und zum anderen, ob diese Einkünfte als Gewinn oder Verlust angesehen werden.

Schlagwörter: Untervermietung, Mieteinnahmen, steuerpflicht


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (2)

Täubl  (14.08.2016 11:02 Uhr):
Wir bezahlen für eine Doppelgarage mit Nachb. pro Monat 70,00 EUR an die Vermieter. Nun gaben die Vermieter nach Streit an, daß ihre beiden Söhne angeblich die Besitzer sind und die Vermieter nur untervermieten. Wer muß die Einnahmen anmelden u. versteuern? Wie können wir das nachprüfen?
Hecki  (04.07.2016 11:52 Uhr):
Guten Tag, wenn ich ein Zimmer aus meiner von mir bewohnten Eigentumswohnung untervermiete, wie hoch darf die Miete monatlich sein, damit keine Steuern fällig werden!





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