Steuerfrei Geld schenken: Wie hoch ist der Freibetrag bei einer Schenkung?

Autor: , verfasst am 01.08.2017, 10:03| 1 Kommentar

Nicht nur bei einer Erbschaft, sondern auch bei einer Schenkung gelten Freibeträge. Wie hoch diese sind und wann eine Schenkung steuerlich interessant ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Steuerfrei Geld schenken (© Marco2811 - Fotolia.com)
Steuerfrei Geld schenken
(© Marco2811 - Fotolia.com)

Zwar ist eine Schenkung - wie eine Erbschaft - normalerweise steuerpflichtig. Gleichwohl braucht der Beschenkte in vielen Fällen den erlangten Vermögenswert nicht vollständig zu versteuern.

Unter Umständen fällt nur eine geringe oder sogar keine Schenkungssteuer an. Dies kommt vor allem dadurch, dass es bei der Schenkungssteuer Freibeträge gibt. Die Höhe des Freibetrages ist wie bei der Erbschaftssteuer nach dem Verwandtschaftsgrad gestaffelt. Normalerweise sind dabei die Freibeträge für Erben und Beschenkte gleich hoch. Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme. Bei Eltern und Großeltern ist der Freibetrag für die Schenkungssteuer wesentlich niedriger als bei der Erbschaftssteuer.

Tabelle zu Freibeträgen bei Schenkung

Wie die Staffelung der Freibeträge bei der Schenkungssteuer derzeit genau aussieht, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Angehörige Freibetrag
Ehegatten 500.000 Euro
Gleichgeschlechtliche
Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
500.000 Euro
Enkelkinder und Kinder, deren Eltern verstorben sind 400.000 Euro
Stief- und Adoptivkinder 400.000 Euro
Enkelkinder 200.000 Euro

Eltern sowie Großeltern bei Schenkung
(bei Erbschaft beträgt hier der Freibetrag 100.000 Euro)

20.000 Euro
Geschwister 20.000 Euro
Neffe und Nichte 20.000 Euro
Stiefeltern / Schwiegereltern 20.000 Euro
Alle sonstigen Empfänger einer Schenkung wie z.B. Freunde/Bekannte 20.000 Euro

Auch kleine Freibeträge können sich lohnen

Aber selbst ein Freibetrag von 20.000 Euro z.B. für Geschwister, Neffen und Nichten kann sich lohnen. Dies kommt dadurch, weil ein Freibetrag bei der Schenkungssteuer alle 10 Jahre neu in Anspruch genommen werden kann. Dies ergibt sich aus § 14 des Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetzes (ErbStG). Hierbei muss man nur darauf achten, dass der Vollzug der letzten Schenkung mindestens 10 Jahre zurückliegt, damit der Freibetrag auch wirklich erneut zur Verfügung steht.

Schenkung will gut überlegt sein

Gleichwohl sollten Sie sich gut überlegen, wem Sie eine Schenkung zukommen lassen. Dies gilt auch für die Höhe der Schenkung Sie können diese nämlich nicht nach Belieben vom Beschenkten zurückfordern.

Kann eine Schenkung rückgängig gemacht werden?

Unter bestimmten Umständen können Sie eine Schenkung wegen groben Undanks oder Verarmung vom Beschenkten zurückfordern.

Widerruf von Schenkung wegen grobem Undanks

Eine Schenkung kann gem. § 530 BGB jedoch nur dann wegen groben Undanks widerrufen werden, wenn der Beschenkte eine schwere Verfehlung gegenüber dem Schenker oder dessen nahen Angehörigen begangen hat. Eine schwere Verfehlung kommt etwa dann infrage, wenn der Beschenkte ihn an Leib und Leben bedroht oder körperlich misshandelt hat. Das Gleiche gilt für eine schwere Beleidigung. Eine Scheidung reicht normalerweise nicht aus.

Rückforderung wegen Verarmung

Eine Berufung des Schenkers auf Verarmung setzt gem. § 528 BGB voraus, dass er sonst nachweislich nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten bzw. nicht mehr seinen Unterhaltspflichten nachkommen kann. Von daher genügt eine Verschlechterung des Einkommens für sich genommen nicht. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass der Beschenkte sich auf Entreicherung beruft. Das ist dann der Fall, wenn er das geschenkte Vermögen ausgegeben hat.

Fazit:
Eine Schenkung kann daher eine interessante Möglichkeit darstellen, um Steuern gegenüber dem Fiskus zu sparen. Insbesondere dann, wenn Sie einen höheren Betrag bzw. ein Grundstück verschenken möchten, sollten Sie sich an einen Steuerberater oder Fachanwalt für Erbrecht wenden. Das Gleiche gilt, wenn Sie sich die Rückzahlung der Schenkung etwa bei einer Scheidung des Ehegatten vorbehalten möchten.

 

Autor: Harald Büring (Juraforum-Redaktion)


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Gast  (12.10.2017 14:01 Uhr):
Die Spalte "Enkelkinder und Kinder, deren Eltern verstorben sind" sollte vermutlich heißen: "leibliche Kinder und.... " Falls das nicht zutrifft fehlt eine Angabe zu "leiblichen Kindern"





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