Grundfreibetrag 2016: Wie hoch ist der aktuelle ESt-Freibetrag?

Autor: , verfasst am 18.04.2016, 09:41| Jetzt kommentieren

Inwieweit ist der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer im Jahr 2016 gestiegen? Und was besagt er genau? Hierüber erhalten Sie im folgenden Ratgeber einen Überblick nebst Tipps zum Steuersparen.

Grundfreibetrag 2016 (© fotodo  / fotolia.com)
Grundfreibetrag 2016
(© fotodo / fotolia.com)

Durch den Grundfreibetrag soll das Existenzminimum des Steuerpflichtigen abgesichert werden. Dies geschieht dadurch, dass sich in Deutschland die zu entrichtende Einkommenssteuer nach der Höhe des jeweiligen Einkommens richtet. Je niedriger dieses ist, desto geringer ist der sogenannte Steuersatz. Bezieher von niedrigen Einkommen brauchen überhaupt keine Einkommenssteuer zu entrichten, sofern dieses kaum noch zum Bestreiten der persönlichen Existenz ausreicht. Das ist dann der Fall, wenn ein Steuerzahler maximal ein Einkommen in Höhe des Grundfreibetrages erwirtschaftet. Bei der Höhe des Grundfreibetrages wird zwischen ledigen Steuerzahlern sowie Verheirateten unterschieden, die vom Finanzamt gemeinsam zur Einkommenssteuer veranlagt werden.

Höhe des Grundfreibetrages

Der Grundfreibeitrag ist seit dem Veranlagungszeitraum 01.01.2016 angehoben worden. Er ist für Ledige von 8.472 Euro auf 8.652 Euro und für zusammenveranlagte Verheiratete von 16.944 auf 17.304 Euro angehoben worden.

Bemessungsgrundlage für den Grundfreibetrag

Für Steuerzahler ist wichtig, dass der Grundfreibetrag sich nicht einfach nach den erwirtschafteten Einnahmen in jeder Einkunftsart (wie Arbeitnehmer, selbstständige Tätigkeit, Rentner etc.) richtet. Bemessungsgrundlage ist vielmehr das zu versteuernde Einkommen. Nur wenn dieses den Grundfreibetrag überschreitet, brauchen Sie Einkommenssteuer zu zahlen. Von daher ist für Steuerzahler von erheblicher Bedeutung, wie der Fiskus das zu versteuernde Einkommen genau berechnet.

Werbungskosten / Betriebsausgaben

Zunächst sollten Steuerzahler beim Erstellen ihrer Steuererklärung sich einen genauen Überblick über ihre Werbungskosten beziehungsweise als Selbstständige über ihre Betriebsausgaben verschaffen. Denn diese werden vom Finanzamt im Steuerbescheid in der jeweiligen Einkunftsart von den erzielten Einnahmen abgezogen. Hier gibt es oftmals ein großes Einsparungspotenzial – nicht nur für Selbstständige.

Arbeitnehmer sollten vor allem an die Geltendmachung der Entfernungspauschale denken. Diese richtet sich nach der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstelle und steht nicht nur Autofahrern zu. Sie wird normalerweise verkehrsmittelunabhängig gewährt. Das bedeutet: Auch Radfahrer oder Nutzer von Bus und Bahn können sie ansetzen. Dabei sollten Letztere aber prüfen, ob ihre tatsächlichen Ausgaben nicht höher sind. Wichtig ist, dass Sie als Arbeitnehmer bei Angabe der Anzahl Ihrer Arbeitstage nicht mogeln, weil Finanzämter dem schnell auf die Schliche kommen können.

Arbeitnehmer sowie Selbstständige sollten darüber hinaus insbesondere an Ausgaben für Arbeitsmittel (wie Fachliteratur, PC, Internet, Werkzeug) sowie Arbeitskleidung denken. Allerdings können selbst Banker die Kosten für einen teuren Anzug nicht als Werbungskosten geltend machen, weil ein solcher Kauf in den Augen des Fiskus als privat veranlasst gilt. Schließlich kann er auch zu festlichen privaten Anlässen getragen werden. Von daher ist nur typische Arbeitskleidung steuerlich abzugsfähig (wie ein Robe, Arbeitsschuhe, Blaumann bei einem Handwerker). Hierbei sollten auch an die Reinigungskosten gedacht werden. Schließlich sollte auch nicht ein eventuell vorhandenes häusliches Arbeitszimmer vergessen werden.

Abzug von Sonderausgaben

Darüber hinaus sollten Steuerzahler auch an ihre Sonderausgaben denken, die vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Hierzu gehören etwa Beiträge für die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung, private Rentenversicherungen sowie die Privathaftpflicht (als sogenannte „Vorsorgeaufwendungen“). Selbstverständlich können Sie auch einen etwaigen Zusatzbeitrag bei Ihrer Krankenkasse als Sonderausgabe ansetzen. Ferner sollte auch bei abzugsfähigen Spenden, bei Unterhaltszahlungen sowie bei der Kirchensteuer daran gedacht werden.

Auch Mitgliedsbeiträge können übrigens Sonderausgaben darstellen, sofern es sich um „selbstlose“ gemeinnützige Vereine wie ALUMNI Netzwerke sowie Caritas, Diakonie etc. handelt. Dies gilt allerdings nicht, wenn es um Freizeitgestaltung geht wie insbesondere ein normaler Sportverein.

Außergewöhnliche Belastungen nicht vergessen

Von großer Bedeutung sind auch die außergewöhnlichen Belastungen. Typische Fälle sind vor allem die sogenannten Krankheitskosten, die ein weites Feld abdecken. Hierunter fallen etwa Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente. Patienten sollten sich am besten auch rezeptfreie Medikamente vom Arzt per Privatrezept verordnen lassen. Dann können sie die Ausgaben ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Des Weiteren sollten Sie auch an Behandlungen beim Zahnarzt denken, soweit diese nicht von der Krankenkasse bezahlt werden (z.B. Zahnersatz, bestimmte Füllungen, Krone, Implantat etc.) Auch bei dem Umbau zu einem barrierefreien Badezimmer sollten Sie an das Finanzamt denken, soweit andere Kostenträger wie Krankenkasse oder Pflegekasse nicht dafür aufkommen.

Fazit:

Steuerzahler sollten daher beim Erstellen ihrer Steuererklärung vor allem an ihre Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen denken, weil sie dann eher in den Genuss des Grundfreibetrages kommen. Darüber hinaus ist es nicht schlimm, wenn Ihr Einkommen den Grundfreibetrag überschreitet. Denn dann müssen Sie nur für den darüber liegenden Betrag Einkommenssteuer entrichten.

Darüber hinaus macht die Geltendmachung von haushaltsnahen Dienstleistungen sowie Handwerkerleistungen Sinn. Denn diese wirken sich direkt steuermindernd aus, sofern Ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag überschreitet. Der Abzug kommt hier unter Umständen auch für Mieter im Rahmen der Nebenkostenabrechnung infrage. Dies funktioniert allerdings nur, soweit es sich um Arbeitskosten und nicht lediglich um Materialkosten handelt. Typisches Beispiel ist etwa ein Hausmeister, Treppenhausreinigung sowie die Wartung eines eventuell vorhandenen Aufzuges. Der Vermieter muss Ihnen notfalls eine Bescheinigung aufstellen. Das Gleiche gilt auch für die Eigentümer von Eigentumswohnungen. Der dadurch erzielte Steuerbonus lohnt sich.

Autor: Harald Büring (Juraforum.de)


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