Skiunfall ohne Helm – Schadensersatz vom Unfallgegner?

Autor: , verfasst am 13.05.2014, 10:23| Jetzt kommentieren

Viele Freunde des Wintersports kommen mit der einen oder anderen leichten oder schwereren Verletzung nach dem Skiurlaub nach Hause. Bei einem verdrehten Fuß oder einem gebrochenen Handgelenk greift grundsätzlich die eigene Versicherung. Ist jedoch jemand anderes an der Verletzung schuld, muss man sich an dessen Versicherung wenden. Problematisch ist es hier, wenn man beispielsweise eine Kopfverletzung davonträgt, die durch Tragen eines Helmes hätte verhindert beziehungsweise minimiert werden können. Daher lautet die Frage heute:

SKi (© Rossi - Fotolia.com)
SKi
(© Rossi - Fotolia.com)

Zahlt die Versicherung des Unfallverursachers auch, wenn der Schaden durch einen Helm hätte verhindert werden können?

Diese Frage kann nicht pauschal mit ja oder nein beantwortet werden. Hat sich der Verletzte korrekt verhalten und stößt dieser aufgrund eines Fahrfehlers des Unfallgegners mit dem Kopf auf, hat er jedenfalls den Unfall nicht verursacht. Jedoch kann ihm eine Mitschuld an der Schwere der Verletzungen angerechnet werden, da diese im Falle einer Kopfverletzung durch einen Sturzhelm wohl deutlich geringer ausgefallen wären.

Bei einem Unfall auf der Skipiste kann diese Mitschuld bei Nichttragen eines Helms sogar 50 Prozent betragen. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München hervor. In diesem Fall ging es um eine Klage zweier Eheleute, die von einem auf der Skipiste gestürzten Mann umgerissen wurden und von diesem Schadensersatz verlangten, Az.: 8 U 3652/11.

Skihelm ist Obliegenheit der Skifahrer

Der Beklagte hat nach Ansicht des Gerichtes den Unfall zwar schuldhaft verursacht, dem Ehepaar traf aber eine Mithaftungsquote von insgesamt 50 Prozent. Auf Skipisten ist das Tragen eines Sturzhelmes nämlich mittlerweile üblich. Dies sei aus dem Umstand geschuldet, dass die Skipisten immer voller werden und das Verletzungs- und Unfallrisiko dadurch stark erhöht werden. Auch steigen die gefahrenen Geschwindigkeiten zusehend. Deshalb besteht nach Ansicht des Gerichts eine Obliegenheit für Skifahrer einen Helm zu tragen und sich vor Kopfverletzungen zu schützen.

Schlagwörter: Skinunfall, Mitverschulden, Schadensersatz Skiunfall


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