Wie hoch sind die GEZ Gebühren?

Autor: , verfasst am 09.03.2015, 08:22| Jetzt kommentieren

Seit dem 01.01.2013 gilt ein neues Modell zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender. Seitdem muss jeder Haushalt „GEZ“, also einen Rundfunkbeitrag, zahlen. Dies gilt sogar dann man weder über einen Fernseher noch über ein Radio in seiner Wohnung verfügt, den Rundfunk also in gar keiner Weise nutzt. Die „Gebühr“ wird also grundsätzlich immer fällig. Was sich mit diesem neuen Modell noch geändert hat und wie hoch die „GEZ Gebühr“ genau ist, erfahren Sie hier:

Wie hoch sind die GEZ Gebühren? (© DOC RABE Media - Fotolia.com)
Wie hoch sind die GEZ Gebühren?
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Die Rechtslage: GEZ wird zum Beitragsservice

Das seit dem 01.01.2013 geltende Modell zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender hat folgende Änderungen für die ehemalige GEZ gebracht:

  • Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wurde umbenannt in Beitragsservice.
  • Die ehemalige zu entrichtende Rundfunkgebühr wurde zu einem Rundfunkbeitrag.
  • Jeder Haushalt muss nun einen Rundfunkbeitrag entrichten, unabhängig davon, ob vorher mangels entsprechender Geräte Gebühren gezahlt wurden oder wie groß der jeweilige Haushalt ist.

Der aktuelle Rundfunkbeitrag:

Seit dem 01.01.2013 ist ein Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,98 Euro pro Monat zu entrichten. Das gilt nicht nur für den Erstwohnsitz, also für den Hauptwohnsitz, sondern auch für eine Zweitwohnung oder sogar für eine Ferienwohnung. Lesen Sie dazu unseren Ratgeber „Muss man GEZ für die Zweitwohnung zahlen?“.

Der Rundfunkbeitrag ab dem 01.04.2015:

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte eine Senkung des Beitrages in Höhe von 73 Cents empfohlen. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich jedoch lediglich auf eine Senkung des Rundfunkbeitrages um 48 Cents einigen können, weswegen der Beitragszahler ab dem 01.04.2015 nur noch einen Beitrag in Höhe von 17,50 Euro pro Monat entrichten muss.

Befreiung vom Rundfunkbeitrag

Es gibt verschiedene Umstände, die eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag ermöglichen. So können sich beispielsweise insbesondere diejenigen von dem „GEZ-Beitrag“ befreien lassen, die bestimmte staatliche Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld II (ALG II, also Hartz IV), Sozialhilfe oder Grundsicherung erhalten.

Darüber hinaus sind stets taubblinde Menschen von dem Rundfunkbeitrag befreit. Menschen mit anderen Behinderungen haben die Möglichkeit einen ermäßigten Beitrag in Höhe von 5,99 Euro (ab dem 01.04.2015: 5,83 Euro) pro Monat zu zahlen. Dafür muss ihnen das Merkzeichen „RF“ im Schwerbehindertenausweis zuerkannt worden sein.

Rundfunkbeitrag für Selbstständige und Freiberufler

Wer selbstständig oder als Freiberufler tätig ist, der muss neben seinem Rundfunkbeitrag für seinen Hauptwohnsitz (oder auch für seine Zweitwohnung), ebenso einen geräteunabhängigen Beitrag für seine Betriebsstätte entrichten. Die Höhe des Beitrages richtet sich dabei zunächst sowohl nach der Anzahl der Betriebsstätten als auch nach der Anzahl der Mitarbeiter:

bis 8 Mitarbeiter:

5,99 EUR/Monat

9 bis 19 Mitarbeiter:

17,98 EUR/Monat

20 bis 49 Mitarbeiter:

35,96 EUR/Monat

50 bis 249 Mitarbeiter:

89,90 EUR/Monat

250 bis 499 Mitarbeiter:

179,80 EUR/Monat

500 bis 999 Mitarbeiter:

359,60 EUR/Monat

1.000 bis 4.999 Mitarbeiter:

719,20 EUR/Monat

5.000 bis 9.999 Mitarbeiter:

1.438,40 EUR/Monat

10.000 bis 19.999 Mitarbeiter:

2.157,60 EUR/Monat

ab 20.000 Mitarbeiter:

3.236,40 EUR/Monat

Darüber hinaus erhöht sich der jeweilig zu entrichtende Rundfunkbeitrag aufgrund der Anzahl der betrieblich genutzten Kraftfahrzeuge. Ein Firmenfahrzeug ist pro Betriebsstätte allerdings beitragsfrei. Für jedes weitere Auto muss dann jedoch ein zusätzlicher Beitrag von 5,99 Euro pro Monat gezahlt werden.

Beachten Sie, dass als Mitarbeiter lediglich alle Voll- und Teilzeitbeschäftigten zählen, nicht jedoch der Inhaber bzw. die Inhaberin oder Auszubildende sowie Minijobber.

Rechtstipps:

Melden Sie sich unbedingt beim Beitragsservice mit allen in Frage kommenden Wohnungen oder Betriebsstätten. Der Beitragsservice führt nämlich oftmals einen Datenabgleich mit dem Einwohnermeldeamt durch. Wer also ARD, ZDF und Co schwarzsieht und erwischt wird, muss dann rückwirkend eine (unter Umständen hohe) Nachzahlung entrichten. Daneben ist dafür stets ein hohes Bußgeld zu erwarten.

Quelle: Juraforum.de (sk)

Schlagwörter: GEZ, Gebühreneinzugszentrale, Beitragsservice, Rundfunkbeitrag, Rundfunkgebühr, Erstwohnung, Zweitwohnung, Hauptwohnsitz, Zweitwohnsitz, Beitragszahler, Beitrag, Gebühr

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