Bußgeldkatalog 2014: Neues Punktesystem für Verkehrssünder ab Mai

Autor: , verfasst am 10.04.2014, 11:06| Jetzt kommentieren

Das „Fahreignungsregister“ wird angepasst und von 18 Punkten auf maximal 8 Punkte gekürzt. Hinzu kommt das Aussortieren vieler Verstöße, die für die Sicherheit des Straßenverkehrs nicht von Belang sind. Der Führerschein ist schlechtenfalls aber viel schneller weg als zuvor – aufgrund der Reform der Flensburger Punktekartei.

Neuer Bußgeldkatalog ab Mai 2014 (© Peter Maszlen - Fotolia.com)
Neuer Bußgeldkatalog ab Mai 2014
(© Peter Maszlen - Fotolia.com)

Aus dem ursprünglichen Verkehrszentralregister (VZR) wird nun das Fahreignungsregister (FAER) und je nach Art des Verkehrsverstoßes erwarten den Verkehrssünder nun „nur noch“ 1, 2 oder 3 Punkte.

Die Änderungen vom Bußgeldkatalog im Überblick:

1. Alte Punkte neue Punkte

Statt der bisher bekannten 18 Punkte droht der Verlust der Fahrerlaubnis nun aber bereits bei Erreichen von 8 Punkten. Dafür gibt es für grobe Verkehrsverstöße maximal drei Punkte. Bereits gesammelte Punkte werden auf die neue Tabelle umgerechnet:

Punkte bisher             Punkte ab Mai 2014

            1-3                                                      1

            4-5                                                      2

            6-7                                                      3

            8-10                                                    4

            11-13                                                  5

            14-15                                                  6

            16-17                                                  7

            > 18                                                    8

Neuer Bußgeldkatalog 2014

Eine der interessantesten Änderungen für Verkehrsteilnehmer ist wohl die Änderung und Entrümpelung des Punktekatalogs. In Zukunft werden grundsätzlich nur noch solche Verkehrsverstöße mit Punkten in Flensburg belegt, die einen für die Sicherheit relevanten Zusammenhang haben. Mit einigen Ausnahmen, wie dem unerlaubten Einfahren in eine Umweltzone, müssen Punkte nur befürchtet werden, wenn die Ordnung und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird.

Fahreignungseminare

Auch werden inhaltlich komplett neu aufgezogene Fahreignungsseminare angeboten, durch die von Punktestrafen betroffene Personen freiwillig einen Punkt aus ihrem Register abbauen können. Diese freiwillige Maßnahme, die sowohl psychologische als auch pädagogische Komponenten vereinen soll, kann jedoch nur alle fünf Jahre wahrgenommen werden.

Bei sechs Punkten soll den Fahrern aber keine Wahlmöglichkeit mehr übrig bleiben. Wer sechs Punkte gesammelt hat, muss verpflichtend an einem Fahreignungsseminar teilnehmen. Die Kosten hierfür werden wegen der inhaltlichen Neukonzeption höher als bei bisher bekannten Seminare erwartet.

Neue Tilgungsfrist der Punkte

Die Punkte werden künftig nach starren Fristen getilgt. Während bislang also neu hinzukommende Punkte die Tilgung von alten Punkten unterbrochen und von neuem haben starten lassen, so verjährt ab Mai die Punkte jedes Vergehens für sich allein. Wenn also kurz bevor Punkte für einen Geschwindigkeitsverstoß abgebaut wurden ein neuer Verkehrsverstoß begangen wird, startet die Frist für den älteren Verstoß nicht wieder von neuem. Der Übergang von der Tilgung alter Punkte zu den neuen Vorschriften unterliegt jedoch einer Überbrückungsdauer von fünf Jahren, in denen noch die Regelungen zu der ursprünglichen Tilgung Anwendung finden.

In Zukunft werden Punkte einer Ordnungswidrigkeit, die mit einem Punkt geahndet wurde nach 30 Monaten, solche Ordnungswidrigkeiten und Straftaten mit einer zwei-Punkte-Ahndung nach fünf Jahren und Straftaten mit drei Punkten nach 10 Jahren abgebaut.

Insgesamt enthält die Punktereform viele sinnvolle Änderungen wie die Reduzierung des Punktekatalogs auf sicherheitsrelevante Verkehrsverstöße. Ab Mai werden noch einige weitere Teile des ursprünglichen Systems geändert, so zum Beispiel die Obergrenze für Verwarnungsgelder von 35 Euro, die auf 55 Euro hochgesetzt wird. Von einem Bußgeld spricht man bald also erst ab einer Zahlung von 60 Euro aufwärts.

Schlagwörter: Bußgeldkatalog, Fahreignngsregister, Verkehrszentralregister, Punktekartei, Fahreignungseminare, Punkte abbauen, Tilgungsfrist Punkte


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