Rasenmähen Uhrzeit: Wann ist Rasenmähen erlaubt?

Autor: , verfasst am 13.03.2017, 08:24| 1 Kommentar

Für Gartenfreunde ist die Frage interessant, wann sie eigentlich ihren Rasenmäher benutzen dürfen. Das erfahren Sie in dem folgenden Ratgeber.

Nachbarschaftsrecht (© Baumeister / fotolia.com)
Nachbarschaftsrecht
(© Baumeister / fotolia.com)

Gerade berufstätige Gartenbesitzer kommen häufig nicht dazu, tagsüber ihren Rasen zu mähen. Gleichwohl ist dies nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit erlaubt. Denn vor allem in Wohngebieten werden Nachbarn durch den Lärm eines elektrisch betriebenen Rasenmähers schnell gestört. Das gilt gerade zu später Stunde bzw. am Wochenende.

Betrieb eines Elektrorasenmähers in 32. BImSchV gesetzlich geregelt

Der Gesetzgeber hat in der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung - 32. BImSchV geregelt, wann der Betrieb eines Elektrorasenmähers zulässig ist. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, das zum Schneiden von Gras bestimmt ist. Zunächst einmal darf er nicht am Sonntag oder an gesetzlichen Feiertagen betrieben werden. An den Werktagen dürfen elektrische Rasenmäher normalerweise nur von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr laufen. Nach 20.00 Uhr dürfen nur Rasenmäher betrieben werden, die weniger laut sind. Hierzu gehören alle Geräte, die einen Schalleistungspegel von weniger als 88 DB haben. Das Gleiche gilt für Rasenmäher, die vor dem 01.08.1987 erstmals in den Verkehr gekommen sind und einen Emissionswert von weniger als 60 Dezibel (A) besitzen. Maßgeblich ist dabei die jeweilige Kennzeichnung des Gerätes. Aber auch diese Rasenmäher dürfen nur bis maximal 22.00 Uhr betrieben werden.

Dies gilt übrigens nicht nur für Elektrorasenmäher, sondern auch für andere Gartengeräte wie Rasentrimmer, Kantenschneider, Freischneider, Heckenscheren, Laubbläser, Laubsammler und Motorkettensägen.

Wo gelten diese zeitlichen Vorgaben?

Diese Beschränkungen gelten allerdings normalerweise nur:

  • In reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten,
  • Kleinsiedlungsgebieten,
  • Sondergebieten, die der Erholung dienen,
  • Kur- und Klinikgebieten und Gebieten für die Fremdenbeherbergung
  • auf dem Gelände von Krankenhäusern und Pflegeanstalten

Anders sieht es hingegen gewöhnlich vor allem in Gewerbegebieten, Industriegebieten und Dorfgebieten aus. Hier gilt diese Verordnung nicht.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass etwa in jedem Dorf das Rasenmähen noch nach 19.00 Uhr abends erlaubt ist. Vielmehr ist entscheidend, wie das jeweilige Gebiet im Bebauungsplan ausgewiesen wird. Dies richtet sich nach der Baunutzungsverordnung. Hiernach dienen Dorfgebiete der Unterbringung der Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, dem Wohnen und der Unterbringung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben sowie der Versorgung der Bewohner des Gebiets dienenden Handwerksbetrieben. Aus dieser Definition ergibt sich, dass normalerweise ein Dorf mit einer reinen Wohnbebauung nicht als „Dorfgebiet“ anzusehen ist.

Handrasenmäher fallen nicht unter diese Verordnung

Darüber hinaus ist für manchen Gartenfreund sicher interessant, dass Handrasenmäher nicht unter diese Verordnung fallen. Für sie gibt es hiernach keine bestimmten Ruhezeiten, an denen das Rasenmähen verboten ist.

Schutz der Nachtruhe in anderen Gesetzen besonders geregelt

Allerdings sollte auch hier beachtet werden, dass der Gesetzgeber die Nachtruhe in anderen Gesetzen besonders geschützt hat. Hierzu gehören vor allem Regelungen in den Immissionsschutzgesetzen der einzelnen Bundesländer. Beispielsweise sind nach § 9 Abs. 1 LImSchG NRW von 22 bis 6 Uhr Betätigungen verboten, welche die Nachtruhe zu stören geeignet sind. Hierbei kommt es darauf an, ob der Betrieb des Rasenmähers als störend wahrgenommen wird. Hiervon sollten Gartenfreunde auch bei einem Handrasenmäher in einem Wohngebiet ausgehen. Darüber hinaus ist in den einzelnen Bundesländern die Sonn- und Feiertagsruhe besonders geschützt. Hier sind die Vorgaben ähnlich streng. Von daher sollte hier auch der Betrieb eines Handrasenmähers besser unterbleiben.

Fazit:

Gartenfreunde sollten am besten bei ihrer Gemeindeverwaltung nachfragen. Teilweise gibt es in den einzelnen Bundesländern oder auch Kommunen Regelungen zum Lärmschutz bei Rasenmähern, die strenger sind. Unter Umständen darf etwa in der Mittagszeit kein Rasen gemäht werden. Bei Kleingärten sollte auch die jeweilige Satzung des Vereins beachtet werden.

(Harald Büring)


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Wevukanix  (15.03.2017 00:59 Uhr):
Kommentar zu http://www.juraforum.de/ratgeber/nachbarschaftsrecht/rasenmaehen-uhrzeit-wann-ist-rasenmaehen-erlaubt Die JuraForum.de-Redaktion erläutert zunächst zutreffend die Zeitrahmen, die gem. § 7 der 32. BImSchV in reinen Wohngebieten u. ähnl. schutzwürdigen Zweckgebieten für den Betrieb von Lärm abgebenden Geräten gelten. Danach erfolgen Hinweise auf Gewerbegebiete, Industriegebiete und Dorfgebiete. In Vertiefung dazu heißt es: „Hier gilt diese Verordnung nicht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass etwa in jedem Dorf das Rasenmähen noch nach 19.00 Uhr abends erlaubt ist.“ Mein Kommentar: Zuvor war die Grenze für abendliche GeneralRuhe mit 20:00 Uhr angegeben – woher kommt jetzt im letzten vorstehend zitierten Satz plötzlich die GrenzZeit von 19:00 Uhr? MfG Wevukanix





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