Wer haftet für einen Wasserschaden in einer Mietwohnung?

Autor: , verfasst am 29.09.2014, 07:46| 5 Kommentare

Jedes Jahr sind viele Haushalte in Deutschland von Wassereinbrüchen betroffen. Hierfür gibt es vielfältige Ursachen. So können geplatzte Wasserrohre, verstopfte Regenrinnen und Starkregen zu erheblichen Wasserschäden in der Wohnung führen. Doch an wen muss man sich in einem Schadensfall wenden?

Wasserschaden (© Robert Kneschke - fotolia.com)
Wasserschaden
(© Robert Kneschke - fotolia.com)

Die Antwort auf diese Frage ist vor allem davon abhängig, wer den Schaden verursacht hat. Denn hierbei wird das Verschuldensprinzip angewandt. 

Wenn es zu einem Wasserschaden in der Wohnung oder an Einrichtungsgegenständen kommt ist es hilfreich als Vermieter über eine Gebäude- und als Mieter über eine Hausratsversicherung zu verfügen. Sonst besteht die Gefahr, dass man selbst für den Schaden aufkommen muss, wenn niemand dafür verantwortlich ist.

Wasserschaden durch den Mieter 

Grundsätzlich ist der Mieter im Rahmen seiner mietrechtlichen Obhutspflicht dazu verpflichtet, die Wohnung und alle Gegenstände die zu Schäden führen könnten (Ofen, Waschmaschine etc.), akustisch und optisch zu überwachen. Dabei reicht eine geringe Nachlässigkeit bereits aus. Allerdings ist hier immer noch von der groben Fahrlässigkeit abzugrenzen.

Ansonsten gilt § 280 BGB, nachdem der Mieter für selbst verursachte Schäden auch selber haften muss. Hierbei greift in den meisten Fällen die private Haftpflichtversicherung. Generell gilt auch, dass der Mieter jeden Mangel dem Vermieter unverzüglich anzeigen muss. Hier tritt wieder § 280 BGB in Kraft, wenn durch die Nichtanzeige ein Schaden an der Wohnung entsteht. Dann kann der Vermieter vom Mieter Schadenersatz verlangen.

Wasserschaden durch den Vermieter 

Wenn Schäden an der Wohnung entstanden sind, haftet der Vermieter für die entstandenen Kosten, die zur Beseitigung des Mangels notwendig sind, sofern der Grund des Schadens bei oder vor Vertragsschluss vorhanden war oder der Schaden durch einen Umstand herbeigeführt wurde, den der Vermieter zu vertreten hat. Hier sind auch Folgeschäden inbegriffen. Schäden die vor Vertragsschluss vorhanden waren, brauchen kein Verschulden des Vermieters. Wusste der Mieter allerdings davon, haftet der Vermieter nicht. Falls der Schaden nach Vertragsschluss entstanden ist, muss dem Vermieter sein Verschulden nachgewiesen werden.

Ein Haftungsausschluss für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit im Mietvertrag ist grundsätzlich nicht zulässig.

Versicherungen 

Welche Versicherung für welchen Schadensfall greift ist davon abhängig, woran und wodurch der Schaden entstanden ist. Unerheblich ist, wo der Schaden entstanden ist.

Gebäudeversicherung 

Je nach Vertrag kommt die Gebäudeversicherung für Schäden am Haus auf. Hierin ist meist eine Leitungswasserversicherung enthalten. Diese gilt für alle Zu- und Ableitungsrohre, die zur Wasserversorgung, Heizung oder Sprinkleranlage dienen. Diese müssen sich nicht zwingend im Haus selbst befinden. Häufig sind auch Zuleitungsrohre zum Grundstück mitversichert. Allerdings sind Ableitungsrohre nicht davon betroffen.

Für Hoch,- Regen,- Aquarium- und Planschwasser müssen extra Versicherungen abgeschlossen werden.

Hausratsversicherung

Je nach Vertrag kommt die Hausratsversicherung für Schäden am Hausrat auf. Auch hier ist häufig eine Leitungswasserversicherung enthalten. Für andere Ursachen sind weitere Zusatzversicherungen notwendig.

Private Haftpflichtversicherung 

Hat der Mieter den Wasserschaden selbst schuldhaft verursacht, kommt hierfür die private Haftpflichtversicherung auf. Es ist zu beachten, dass die Versicherungen die Leistungen bei Verschulden oder grober Fahrlässigkeit, kürzen oder gar nicht erbringen muss.

Mietminderung 

Ob der Mieter die Miete aufgrund eines Wasserschadens mindern kann hängt davon ab, ob dieser Wasserschaden als ein Mietmangel anzusehen ist. Grundsätzlich hat der Mieter hier Ansprüche aus dem mietrechtlichen Gewährleistungsrecht Ein Mangel liegt vor, wenn die Tauglichkeit der Wohnung zum vertragsgemäßen Gebrauch beeinträchtigt ist. Die Höhe der Minderung ist bei jedem Einzelfall neu zu berechnen.

Schlagwörter: Wasserschaden, Haftung, Versicherungen, Verschulden


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (5)

Mecki  (04.04.2017 13:51 Uhr):
Durch einen Rohrbruch in unserem Mietshaus stand der Keller gute 30cm unter Wasser.Im Keller standen Umzugkartons mit Porzellan und Büchern sowie Klein-Elektrogeräte.Wer kommt für den entstanden Schaden auf? Im voraus schon vielen Dank für ihre Antwort.
Carina  (27.06.2016 18:47 Uhr):
Hallo und zwar folgender Sachverhalt. Am Wochenende kam es Nacht um 1 zu Unwetter mit starkregen. Dabei wurde in meiner kellerwohnung Grundwasser durch den Abfluss der dusche nach oben gedrückt und überschwemmte meine wohnung. So jetzt ist die Frage wer kommt für diesen Schaden auf? Meine Versicherung will nicht bezahlen weil ich keine elementarschädenversicherung in meiner Hausrat habe.aber wer zahlt den dann meine schäden? Vielen Dank für anworten und Rat. Lg
Marion  (18.06.2016 14:16 Uhr):
Hallo, bei dem Unwetter vor zwei Wochen kam zu dem Starkregen noch eine verstopfte Regenrinne dazu. Das Wasser konnte so schnell nicht abfließen und hat sich einen Weg durch meine dichten Fenster (wie auch immer) gesucht und auch Einlass gefunden... Nun gelangte auch Wasser unter meinen Laminatboden. Meine Vermieter teilte mir mit, dass ihre Gebäudeversicherung nicht für den Schaden aufkommt wegen Regenwasser und höherer Gewalt. Meine Hausratversicherung kommt auch nicht dafür auf. Jetzt steht die Haftpflichtvers. meiner Vermieterin noch aus. Ohne die verstopfte Regenrinne hätte ich das Wasser nicht ins Wohnzimmer bekommen. Bleibe ich auf dem Schaden sitzen oder welche Vers. ist jetzt zuständig? Vielen Dank für eine Antwort
Nicky  (17.03.2016 08:36 Uhr):
Hallo, ich habe grad einen Fall, da handelt es sich ebenfalls um einen Wasserschaden. Die Versicherung hat die Kosten für die Beseitigung übernommen und auch ausgezahlt. Nun am Ende des Jahres nach Ablesung des Zählerstandes sind natürlich durch diesen Schaden hohe Kosten entstanden. Die Kosten für Abwasser hat die hanseWasser an die swb gezahlt, da die Kosten ins Erdreich gesickert ist. Wer muss nun die übrigen Wasserkosten zahlen, ich habe der Versicherung alle Unterlagen zugesandt und sie gebeten einen angemessenen Betrag zu übernommen. Die lehnten ab, weil angeblich nicht mitversichert ist.. Wer haftet tatsächlich??
Kloster13  (17.04.2015 08:56 Uhr):
Und wie sieht es aus, wenn ein Wasserhahn, der unter der Spühle montiert und nicht benutzt wird, in Abwesenheit des Mieters anfängt zu tropfen und Infolge es zu einem hohen Wasserschaden kommt. ca. Kosten 7000 €. Wer ist da verantwortlich. Schäden an Fenstergriffen, Türgriffen und Wasserhähnen sind ja bis 100 € vom Mieter zu beseitigen.





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