Was ist eine Mietbürgschaft?

Autor: , verfasst am 23.03.2015, 07:48| Jetzt kommentieren

Möchte man eine Immobilie mieten, so verlangt deren Besitzer in der Regel eine Mietsicherheit, also eine Kaution als Sicherheit. Diese dient zum einen dazu, bei etwaiger Zahlungsunfähigkeit des Mieters den finanziellen Verlust des Vermieters zu minimieren. Zum anderen darf der Vermieter auch auf dieses Guthaben zurückgreifen, wenn der Mieter bei seinem Auszug vertraglich vereinbarte Schönheitsreparaturen nicht durchgeführt oder die Wohnung in einem ungereinigten Zustand zurückgelassen hat. Nun kommt es immer wieder vor, dass ein Vermieter erklärt, er würde gerne eine Mietbürgschaft bekommen. Doch was ist eine Mietbürgschaft?

Mietbürgschaft  (© papalapapp - Fotolia)
Mietbürgschaft
(© papalapapp - Fotolia)

Was ist eine Mietbürgschaft?

Grundsätzlich ist es so, das sich bei einer Bürgschaft ein Bürge gegenüber einem Gläubiger dazu verpflichtet, für die Verbindlichkeiten einer anderen Person einzustehen. Dies ist auch im Mietrecht möglich: bei einer Mietbürgschaft verbürgt sich ein Dritter, für etwaige Mietschulden eines Mieters sowie für Schadensersatzansprüche seitens des Vermieters zu haften. Eine Mietbürgschaft kann zwischen Mieter und Vermieter anstelle der üblichen Barkaution vereinbart werden. Wichtig dabei ist, dass sie immer in Schriftform festgehalten werden muss. Ist dies nicht der Fall, ist sie unwirksam.

Zu beachten ist, dass sich der Umfang einer Bürgschaft auch auf die Gerichtskosten, Anwaltskosten sowie Kosten der Zwangsvollstreckung erstreckt.

Die Mietbürgschaft kann in zwei verschiedenen Formen gegeben sein: die Ausfallbürgschaft sowie die selbstschuldnerische Bürgschaft. Während die erstere der Regelfall ist, bedarf es für die zweite gesonderter Vereinbarungen.

Bei der Ausfallbürgschaft ist es so, dass sich der g>Gläubiger zunächst an die Mieter halten muss. Erst, wenn bei denen eine Zwangsvollstreckung erfolglos verlaufen ist, kann er an den Bürgen herantreten.

Im Gegensatz dazu kann der Vermieter bei einer selbstschuldnerischen Bürgschaft sofort den Bürgen in Regress nehmen, da dieser auf die Einrede der Vorausklage verzichtet.

Mietbürgschaft als Alternative zur Kaution

Eine Mietbürgschaft wird seitens eines Vermieters gerne als Alternative zu einer Mietkaution genommen. Kein Wunder: er kann sich sicher sein, dass er auch bei Zahlungsunfähigkeit des Mieters zu seinem Geld kommt. Der Mieter selbst kann – selbst bei minimalem Einkommen und ohne Rücklagen – eine Wohnung anmieten, da er jemanden hat, der für ihn bürgt. Der einzige, der ein Risiko eingeht, ist der Bürge. Er muss für die Mietschulden sowie sonstige Verpflichtungen, die der Mieter gegenüber dem Vermieter hat, einstehen. Da es erfahrungsgemäß schwer ist, derartige Bürgen zu finden, bietet sich die Mietkautionsbürgschaft an: sie unterliegt den gesetzlichen Bedingungen der Kaution gemäß § 551BGB; anstatt Geld wird eine Bürgschaftsurkunde übergeben, welche dem Vermieter garantiert, Schadenersatz in Höhe der Mietkaution zu leisten. Sie gilt solange, wie das Mietverhältnis besteht.

Wie hoch darf eine Mietbürgschaft sein?

Die Mietbürgschaft darf nur so hoch sein wie die maximale Mietkaution. Gemäß § 551 Abs. 1 BGB liegt deren maximale Höhe bei drei Nettokaltmieten. Wird die gesetzlich vorgegebene Obergrenze überschritten, so führt dies nicht automatisch dazu, dass die gesamte Kautionsvereinbarung unwirksam wird. Viel mehr ist es so, dass sie bis zur gesetzlich festgelegten Obergrenze Gültigkeit besitzt.

Fazit: Eine Mietbürgschaft ist eine Möglichkeit, die mietvertraglich vereinbarte Sicherheitsleistung (Kaution) gegenüber dem Vermieter zu erbringen. Hierfür ist es notwendig, dass sich eine Person bereiterklärt, für etwaige Mietschulden sowie andere finanzielle Verpflichtungen des Mieters einzustehen.

Schlagwörter: Mietbürgschaft

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