Haustiere in der Mietwohnung

Autor: , verfasst am 11.02.2015, 07:41| Jetzt kommentieren

Manche lieben Tiere, manche nicht. Manche möchten Haustiere haben, manche Nachbarn kann dies jedoch stören. Wie verhält es sich aber, wenn ein Mieter ein Haustier in der Mietwohnung halten will? Viele Vermieter haben Angst, dass die Vierbeiner die anderen Bewohner stören könnten, weil sie Lärm und Dreck machen oder aber gar gefährlich sein können. Viele Vermieter sind deswegen sehr streng, was Haustiere betrifft. In vielen Fällen hat der Vermieter jedoch gar kein Mitspracherecht. Nicht einmal Katzen und Hunde dürfen laut jüngster Rechtssprechung generell verboten werden. Die Rechte der Mieter bei der Haustierhaltung wurden gestärkt. Doch welche Rechte hat ein Mieter bei der Haustierhaltung und was darf der Vermieter überhaupt verbieten?

Haustier (© chalabala - Fotolia.com)
Haustier
(© chalabala - Fotolia.com)

Wenn im Mietvertrag nichts zu Haustieren geregelt ist, darf der Vermieter auch nichts gegen diese unternehmen.

Ein Gesetz, dass die Haltung von Tieren in einer Wohnung grundsätzlich regelt gibt es nicht. Deswegen wird meistens das gelten, was im Mietvertrag geregelt ist. Wenn in dem Mietvertrag nichts zur Haustierhaltung geregelt worden ist, kann der Vermieter auch nicht mitreden, wenn es um die Haltung von Tieren geht. Dabei macht man keinen Unterschied zwischen einer Ratte, einer Katze oder einem Hund.

Wenn die Haustierhaltung im Mietvertrag geregelt ist – prüfen ob die Klausel wirksam ist

In den meisten Fällen wird jedoch die Haustierhaltung im Mietvertrag geregelt. Dann stellt sich die Frage, ob die Klausel, die die Haustierhaltung regelt auch wirksam ist.

Eine Klausel, in der eine Hunde- und Katzenhaltung ausnahmslos und ohne Rücksicht auf besondere Fallgestaltungen und Interessenslagen verbietet, ist unwirksam, da sie den Mieter unangemessen benachteiligt. Das bedeutet aber auch nicht, dass der Mieter Hunde und Katzen in der Wohnung halten kann wie er will. Vielmehr muss zwischen den Interessen beider Parteien, Mieter und Vermieter sorgfältig abgewogen werden.

Vermieter dürfen jedoch die Tierhaltung im Mietvertrag einschränken. Beispielsweise kann der Vermieter bestimmen, dass der Mieter ihn informiert wenn er Tiere halten möchte und fragt, ob es in Ordnung ist. Auch dann darf der Vermieter nicht ohne jeden Grund die Haltung des Tieres untersagen. Vielmehr muss er eine Begründung vorlegen. Das Halten eines Kampfhundes kann jedoch versagt werden, da dieser gefährlich werden kann.

Überhaupt nicht verboten werden darf das Halten von Kleintieren in der Wohnung. Dazu zählen Goldfische, Ratten, Hamster und Kaninchen. Dieser darf der Mieter ohne jegliche Erlaubnis in der Wohnung halten.

Grundsätzlich gilt somit: das Halten von Haustieren kann nicht generell oder ohne Grund vom Vermieter verboten werden. Schauen Sie sich in jedem Fall den Mietvertrag an und versuchen Sie mit dem Vermieter eine Lösung zu finden. Und bitte beachten Sie: für alle tierischen Bewohner gilt in jedem Fall: hinterlassen sie Schäden wie verschmutze Teppiche, angefressene Kabel oder zerkratzte Möbel oder Wände, müssen die Halter der Tiere für die Schäden haften.

Und wenn die Tiere während des Mietverhältnisses Ärger machen, bzw. die Nachbarn stören, kann der Vermieter die Haftung jederzeit widerrufen.

Schlagwörter: Tier, Haustier, Mietvertrag, Vermieter, Mieter, Hund, Katze


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