Darf man eine Katzenklappe in der Mietwohnung einbauen?

Autor: , verfasst am 06.01.2015, 07:40| 2 Kommentare

Haustiere sind für viele Menschen nicht einfach nur Tiere, sondern oftmals auch treue Freunde und Gefährten, wenn nicht sogar flauschige Familienangehörige. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass die Besitzer ihren Haustieren auch einen gewissen Komfort bieten möchten. Für Katzen gibt es sogar eine besonders große Auswahl an Möglichkeiten, um das Katzenleben so schön wie möglich zu gestalten. Der Einbau eines großen Kratzbaumes in die Mietwohnung wird dabei sicherlich nur in den seltensten Fällen ein mietrechtliches Problem aufwerfen. Das Anbringen einer Katzenklappe in die Haus- und / oder Balkontür greift hingegen in das Mietobjekt ein, wenngleich auch für einen vermeintlich guten Zweck. Dürfen tierliebe Mieter Katzenklappen überhaupt in Türen, Fenster oder ähnliches einbauen?

Katzenklappe (© Claus Pfister - Fotolia)
Katzenklappe
(© Claus Pfister - Fotolia)

Rechtsgrundlage

Wer eine Sache mietet, darf grundsätzlich mit ihr im dafür vorgesehenen und oftmals im Mietvertrag individuell festgeschriebenen Rahmen verfahren, wie es ihm beliebt. Das umfasst beispielsweise auch die Wahl der Farbe für die Tapete oder Türen in einer Wohnung. Eine Katzenklappe hingegen verändert das Mietobjekt in nicht unerheblicher Weise. Eine solche Vornahme ist daher rechtlich nicht unproblematisch. Man könnte zwar als Tierfreund damit argumentieren, dass man die geschuldete Ausgangssituation wiederherstellen könne, allerdings kann dies zum einen kostspielig sein, zum anderen können etwaige Begleitumstände dagegen sprechen, die bereits von verschiedenen Gerichten festgestellt und konkretisiert wurden.

Rechtsprechung zu diesem Problem

Im Rahmen solcher häufig auftretenden Streitigkeiten hat beispielsweise das Landgericht Berlin mit Urteil vom 24.09.2004 (Az.: 63 S 199/04) befunden, dass eine Katzenklappe nicht nur eine erhebliche Beschädigung der Mietsache sei, sondern zusätzlich auch eine optische Beeinträchtigung, wenn die Klappe nach außen gut sichtbar sei. Darüber hinaus bemängelte das Landgericht, dass die Katze einen ungehinderten Zugang zum Treppenhaus des Hauses habe. Dies sei mit dem Mietvertrag grundsätzlich insoweit nicht mehr vereinbar, als sich die übrigen Mieter von dem Tier gestört fühlen können. Dies ist wohl insbesondere dann anzunehmen, wenn die anderen Bewohner des Hauses entweder allergisch auf Katzenhaare reagieren oder schlichtweg ängstlich gegenüber den Vierbeinern sind. Das Landgericht Berlin rechtfertigte damit nicht nur eine erhebliche Mietminderung, sondern sogar eine fristlose Kündigung.

Demgegenüber ist jedoch das Amtsgericht Erfurt mit Urteil vom 09.07.1999 (Az.: 223 C 1095/98) der Ansicht, dass eine solche Pflichtverletzung zumindest keine außerordentliche Kündigung rechtfertige, da eine solche Sachbeschädigung nicht aus böser Absicht seitens des Mieters vorgenommen werde, sondern lediglich um eine artgerechte Haltung seiner Katze zu ermöglichen.

Zustimmung des Vermieters

Eine Prognose darüber, wie die Gerichte in einer vergleichbaren Situation urteilen werden, lässt sich somit nur schwer treffen. Wer daher nicht Gefahr laufen möchte, sich im schlimmsten Falle eine neue Wohnung suchen zu müssen, nur weil man sich und seinen Katzen einen gewissen Komfort bieten möchte, sollte sich mit dem Vermieter darüber verständigen. Wer als Mieter eine – am besten schriftliche – Zustimmung seines Vermieters bekommt, darf, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, Katzenklappen in seine Türen oder auch Fenster einbauen.

Vorsicht vor Verlust des Versicherungsschutzes

Sollte die Katzenklappe nun doch kein Dorn im Auge des Vermieters sein, so darf jedoch nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Klappe dennoch zu einem Problem für den tierlieben Mieter werden kann. Eine Katzenklappe öffnet nämlich nicht notwendigerweise nur der Katze Tür und Tor, sondern unter Umständen auch Einbrechern. Je nachdem wie die Katzenklappe in die Tür bzw. in das Fenster eingebaut wurde, kann ein Einbrecher leicht an den Tür- bzw. Fenstergriff gelangen und so problemlos in die Wohnung einsteigen. In solchen Fällen erlischt der Vertragsschutz der Hausratsversicherung, da seitens des Mieters eine grobe Fahrlässigkeit vorliege, so das Amtsgericht Dortmund mit Urteil vom 31.03.2008 (Az.: 433 C 10580/07).

Schlagwörter: Katzenklappe Mietwohnung, Katze Mietwohnung,


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (2)

Kevin  (29.12.2015 21:45 Uhr):
Ich habe mir gleich nach dem Ja meines Vermieters eine neue Tür gekauft und da dann die Katzentüre eingebaut. ;)
Katzen Besitzer  (21.12.2015 19:13 Uhr):
Danke für die Informationen! Hat sehr weitergeholfen. Wenn man wieder auszieht muss man den entstandenen Schaden wieder beheben, oder? Ideal ist natürlich wenn der nachfolgende Mieter auch eine Katze hat und die eingebaute Katzenklappe gleich übernimmt. Einem selbst spart es erstmal Zeit und Arbeit und der Nachmieter hat sofort ein tolles Extra für seine Katze.




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