Kindergeldtabelle – Kindergeld Höhe und Auszahlung

Autor: , verfasst am 19.12.2015, 13:24| 1 Kommentar

Der Bundesrat hat am 10.07.2015 dem „Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags“ (BR-Drucksache 281/15) zugestimmt. Damit steigt das Kindergeld rückwirkend zum 01. Januar 2015 um 4 Euro monatlich. Eine zweite Kindergelderhöhung erfolgt am 01.01.2016 um weitere 2 Euro monatlich. Ferner erhöhen sich auch der Kinderfreibetrag und der Kinderzuschlag. Außerdem wird die Angabe der Steuer-Identifikationsnummer des Antragsstellers sowie des berechtigten Kindes bei allen Kindergeldanträgen zur Pflicht.
 

Kindergeldtabelle – Kindergeld Höhe und Auszahlung (© Marcus Klepper - Fotolia.com)
Kindergeldtabelle – Kindergeld Höhe und Auszahlung
(© Marcus Klepper - Fotolia.com)

Wer hat Anspruch auf Kindergeld?

Der Anspruch auf Kindergeld entsteht automatisch in dem Geburtsmonat des Kindes, unabhängig davon, an welchem Tag das Kind geboren wird. Es besteht sodann uneingeschränkt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Der Kindergeldanspruch kann allerdings bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bestehen bleiben, wenn sich das Kind in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet oder bei der Agentur für Arbeit als arbeits- bzw. ausbildungssuchend gemeldet ist.
Wichtig: Befindet sich das Kind in einer Erstausbildung oder im Studium und übt eine Nebentätigkeit aus, verfällt der Kindergeldanspruch dadurch nicht.
Wichtig: Diese Altersbeschränkung besteht nicht bei behinderten Kindern, sofern die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist.

Anspruchsberechtigt ist aber nicht das Kind, sondern die Eltern bzw. sonstige Erziehungsberechtigte (etwa Adoptiv- und Stiefeltern, Pflegeeltern, Großeltern), sobald sich das Kind in ihrer Obhut befindet.
Dabei ist zu beachten, dass die erziehungsberechtigten Personen einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben, oder zumindest in der BRD unbeschränkt steuerpflichtig sind. Für im Ausland lebende Deutsche, die diese Kriterien nicht erfüllen, sowie für Ausländer gelten nämlich die besonderen Regelungen nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG).

Der Anspruch auf Kindergeld entsteht zwar automatisch, dennoch ist stets ein Kindergeldantrag erforderlich, der schriftlich mit dem dafür vorgesehenen Formular erfolgt und – zusammen mit der Geburtsurkunde – grundsätzlich bei den Familienkassen eingereicht werden muss.
Wichtig: Der Kindergeldantrag kann sich inhaltlich in aller Regel auch auf Leistungen bis zu 4 Jahre rückwirkend erstrecken.
 

Die Kindergeldtabelle

 

vom 01.01.2010 bis 31.12.2014

seit 01.01.2015

ab 01.01.2016

1. und 2. Kind

184 Euro

188 Euro

190 Euro

3. Kind

190 Euro

194 Euro

196 Euro

ab 4. Kind

215 Euro

219 Euro

221 Euro

 

Die Alternative zum Kindergeld: Der Kinderfreibetrag

Die Anspruchsberechtigten können aber auch auf die monatliche Kindergeldzahlung verzichten und stattdessen den Kinderfreibetrag beantragen. Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Eltern über ein hohes Einkommen verfügen, da in solchen Fällen die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag durchaus höher ausfallen kann als die Zahlungen des Kindergeldes.

Zur Berechnung des Kinderfreibetrages wird zum einen der Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf und zum anderen das sachliche Existenzminimum des Kindes herangezogen.

Der Kinderfreibetrag lag bis zum 31.12.2014 bei 7.008 Euro, wurde nun aber ebenso rückwirkend zum 01.01.2015 erhöht. Damit liegt der Freibetrag aktuell bei 7.152 Euro. Er wird aber – wie das Kindergeld auch – am 01.01.2016 ein weiteres Mal angehoben. Ab 2016 liegt der Kinderfreibetrag dann bei 7.248 Euro.

Wichtig: Bei getrennten Elternteilen wird hingegen nur die Hälfte dieses Kinderfreibetrages gewährt. Ab dem 01.01.2016 wird der Freibetrag bei Getrenntlebenden also bei 3.624 Euro liegen.

Wichtig: Im Geburtsjahr des Kindes gilt nur eine anteilige Berechnung. Wird das Kind also beispielsweise im Juli geboren, dann besteht der Kindergeldanspruch auch nur für sechs Monate, weshalb auch der Kinderfreibetrag nur für sechs Monate berechnet wird. Der Kinderfreibetrag läge somit bei 3.624 Euro.

 

Die Ergänzungsleistung zum Kindergeld: Der Kindergeldzuschlag

Familien mit geringem Einkommen haben die Möglichkeit als Ergänzungsleistung zum Kindergeld einen Kindergeldzuschlag zu beantragen. Vorausgesetzt ist, dass sie zwar ihren eigenen Unterhalt, nicht aber den der Kinder decken können. Aktuell beträgt der Kindergeldzuschlag für jedes im Haushalt lebende Kind 140 Euro monatlich. Ab dem 1. Juli 2016 erhöht er sich um weitere 20 Euro, also auf 160 Euro monatlich.

 

Wichtige Neuregelung:
Ab 2016 muss die Steuer-Identifikationsnummer angegeben werden

Kindergeldanträge, die ab 2016 eingehen, müssen die Steuer-Identifikationsnummern des Antragstellers sowie des berechtigten Kindes enthalten. Anderenfalls wird der Antrag nicht bearbeitet.

Bei bereits laufenden Kindergeldzahlungen sollte die Steuer-Identifikationsnummer vor dem Jahreswechsel der Familienkasse schriftlich mitgeteilt werden. Die Familienkassen sind zwar dazu verpflichtet, nachträglich eingereichte Identifikationsnummern anzunehmen, allerdings kann ein Nichteinreichen der Nummer im schlimmsten Fall dazu führen, dass das gesamte Kindergeld für 2016 an die Familienkasse zurückgezahlt werden muss.

Grund für diese zwingende Regelung ist die Vermeidung von Doppelzahlungen durch eine klare Identifizierung der Kindergeldbezieher.

Schlagwörter: Kindergeld, Kindergeldtabelle, Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag, Steuer-Identifikationsnummer, Eltern, Erziehungsberechtigte, Kindergeldantrag


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Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.

Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Sandy  (23.12.2015 09:05 Uhr):
DiePflicht die Steuer ID abzugeben ist eine gute Neuerung. Allerdings gilt sie ja noch nicht für Beamte. Denn Sozialmissbrauch geht auf Kosten von allen.





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