Welche Rechte habe ich beim Kauf?

Autor: , verfasst am 20.03.2015, 07:43| Jetzt kommentieren

Wir kaufen fleißig ein und wenn uns das gekaufte Produkt nicht gefällt oder nicht richtig funktioniert, ist meistens der Weg zum Händler unsere Lösung. Die Geschäfte nehmen die Ware dann entweder widerspruchslos zurück oder auch nicht.Doch welche Rechte hat der Händler und welche Rechte hat der Verbraucher? Bevor der Verbraucher anfängt sich zu beschweren, sollte er über seine Rechte gut informiert sein! Wir zeigen Ihnen worauf es ankommt!

Gewährleistung (© Marco2811 - Fotolia.com)
Gewährleistung
(© Marco2811 - Fotolia.com)

Gewährleistung vs. Garantie

Zunächst müssen Sie zwei wichtige Begriffe unterscheiden. Häufig verstehen Laien unter Gewährleistung und Garantie das Gleiche, in Wirklichkeit unterscheiden sich die zwei Begriffe jedoch erheblich.

Garantie

Garantie bedeutet, dass der Händler oder Hersteller dafür einstehen will, dass seine Ware während der Garantiezeit funktionstüchtig ist. Das ist eine freiwillige Leistung des Herstellers.

Gewährleistung

Gewährleistung hingegen ist eine gesetzliche Pflicht, die jedem gewerblichen Verkäufer auferlegt ist. Der Verkäufer muss zwei Jahre dafür einstehen, dass er die Ware ohne Fehler an den Käufer übergeben hat. Das bedeutet: die Ware muss in einem einwandfreiem Zustand sein und funktionsfähig.

Gewährleistung: Was darf der Verbraucher bei mangelhafter Ware vom Verkäufer verlangen?

Dem Käufer stehen mehrere Optionen zu, wenn er Ware kauft, die nicht ordnungsgemäß ist. Diese sind alle im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Das bedeutet, dass der Käufer gegen den Verkäufer gesetzliche Ansprüche hat. Wenn der Verkäufer diese nicht erfüllt, macht er sich gegenüber dem Käufer unter Umständen schadensersatzpflichtig.

  • Der Käufer kann die Ware umtauschen, statt der mangelhaften Ware kann er eine mangelfreie und funktionsfähige Ware verlangen.
  • Der Käufer kann aber auch eine Reparatur des Produkts verlangen.
  • Wenn der Verkäufer das Produkt weder repariert, noch ein mangelfreies Produkt liefert, kann der Käufer den Kaufpreis mindern oder von dem Vertrag zurücktreten. Das bedeutet, er zahlt entweder weniger für das gekaufte Produkt, oder löst den Vertrag durch den Rücktritt vom Vertrag auf. Dann bekommt er sein Geld gegen Rückgabe des Produkts zurück.

Bestehen diese Gewährleistungsrechte immer?

Die genannten Gewährleistungsrechte hat der Käufer immer gegenüber dem Verkäufer. Der Käufer muss dabei aber nur eines beachten: die Beweislast. Was bedeutet das? Im deutschen Recht ist folgendes geregelt: die Person, die eine günstige Position beansprucht, muss dies auch beweisen. Konkret bedeutet das, dass der Käufer beweisen müsste dass das gekaufte Produkt mangelhaft war.

Aber: Um Käufer und Verbraucher zu schützen hat der Gesetzgeber geregelt, dass der Verkäufer in den ersten 6 Monaten nach dem Kauf die Mangelfreiheit beweisen muss. Es wird unterstellt, dass das Produkt schon bei der Übergabe fehlerhaft war.

Nach den 6 Monaten dreht sich der Spieß jedoch um, ab dem Zeitpunkt muss der Käufer beweisen, dass das gekaufte Produkt von Anfang an fehlerhaft war. Die hier genannten Ansprüche kann der Käufer ab dem Kauf insgesamt 2 Jahre lang geltend machen.

Wie verhält es sich bei mangelfreien Sachen?

Wenn Sie ein Produkt im Geschäft gekauft haben, dass Ihnen nicht gefällt, haben Sie überhaupt keine Ansprüche. Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, die Sache umzutauschen oder zurückzunehmen. Viele Geschäfte nehmen die Produkte jedoch aus Kulanz wieder zurück. Sie wollen schließlich ihre Kunden durch „einen guten Service“ behalten. Deswegen kann der Verkäufer auch selber entscheiden, ob er bei Rückgabe eine Gutschrift erteilt oder das Geld.

Nur wenn Sie im Internet etwas bestellen, habe Sie das Recht innerhalb von 14 Tagen auch bei Nichtgefallen umzutauschen. Darauf haben Sie einen gesetzlichen Anspruch.

Schlagwörter: Garantie, Gewährleistung, Sache, mangelhaft, mangelfrei, Umtausch, Recht, Käufer, Verkäufer, Produkt


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