SEPA-Lastschrift zurückbuchen: Wann und wie lange geht das?

Autor: , verfasst am 30.11.2017, 09:48| Jetzt kommentieren

SEPA steht für Single Euro Payments Area und bezeichnet den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum, dem alle 28 Mitglieder der Europäischen Union (inklusive der Départements von Frankreich, Spanien und Portugal), die Schweiz, Monaco und San Marino, sowie die drei übrigen Länder des Europäischen Wirtschaftsraums Island, Liechtenstein und Norwegen angehören. Im Wesentlichen ergeben sich für den Verbraucher keine großen Unterschiede zum deutschen Einzugsermächtigungslastschriftverfahren, sodass zur Ergänzung hierzu auch auf unseren Ratgeber „Lastschrift-Verfahren: Wann kann man Lastschriften „zurückgeben“?“ verwiesen werden kann.

 

SEPA-Lastschrift zurückbuchen: Wann und wie lange geht das? (© Patrizier Design - Fotolia.com)
SEPA-Lastschrift zurückbuchen: Wann und wie lange geht das?
(© Patrizier Design - Fotolia.com)

Die SEPA-Lastschrift: Dies sind die Besonderheiten

Der SEPA-Zahlungsverkehr sieht für Bankkunden zwei Lastschriftverfahren vor:

  • die sog. Basislastschrift für Verbraucher, die dem deutschen Einzugsermächtigungslastschriftverfahren ähnelt
  • die sog. Firmenlastschrift für Unternehmen, die dem heutigen Abbuchungsauftragsverfahren ähnelt

Zu beachten ist, dass bei einer einmaligen oder erstmaligen SEPA-Basislastschrift die Zahlung fünf Tage vor Fälligkeit bei der Zahlstelle vorliegen muss. Bei darauf folgenden wiederkehrenden Zahlungen genügt es dann, wenn die Zahlung zwei Tage vor Fälligkeit bei der Zahlstelle vorliegt.

 

Wann ist eine Abbuchung per SEPA-Lastschrift überhaupt möglich?

Eine SEPA-Lastschrift ist gemäß § 675j Abs. 1 BGB [Bürgerliches Gesetzbuch] nur dann wirksam, wenn der Zahlungspflichtige dem Zahlungsvorgang zugestimmt hat (Autorisierung). Diese Autorisierung kann entweder vorab oder – soweit mit dem Kreditinstitut, also der Bank, vereinbart – auch nachträglich durch Mandat erfolgen. Liegt kein Mandat vor, handelt es sich um unautorisierte Lastschriften.

 

Welche Anforderungen werden an ein SEPA-Lastschriftmandat gestellt?

Zunächst sind drei Mandatstypen zu unterscheiden:

  1. das papiergebundene Mandat mit eigenhändiger Unterschrift des Zahlungspflichtigen
  2. das E-Mandat des EPC
  3. das als elektronische Mandat mit einer sicheren Unterschrift

Zu dem notwendigen Inhalt eines SEPA-Lastschriftmandats gehören:

  • Überschrift
  • Mandatsreferenz (vergeben vom Gläubiger)
  • Name und Logo des Gläubigers
  • Autorisierung durch den Zahler: Einzugsermächtigung und Weisung zur Einlösung an die Bank des Zahlers
  • Hinweis auf das Erstattungsrecht von 8 Wochen
  • Angaben zum Zahler
  • Weitere Angaben zum Gläubiger
  • Zahlungsart: einmalig oder wiederkehrend
  • Ort und Datum der Unterschrift
  • Unterschrift des Zahlers
  • Angaben zum Vertragsverhältnis zwischen Gläubiger und Zahler

     

Wann lässt sich eine SEPA-Lastschrift zurückbuchen?

Einer autorisierten SEPA-Basislastschrift kann innerhalb von acht Wochen nach Kontobelastung widersprochen werden. Der Belastungsbetrag wird dem Zahlungspflichten dann zurückgebucht.

Bei einer unautorisierten SEPA-Basislastschrift kann der Zahlungspflichte sogar innerhalb von 13 Monaten nach Belastung die Erstattung des Lastschriftbetrages verlangen.

 

Können Kosten anfallen, wenn eine Lastschrift „zurückgegeben“ wird?

Für eine Rückbuchung fallen in aller Regel Bankgebühren an. In Deutschland darf eine Bank von dem Zahlungspflichtigen jedoch keine Gebühren für eine Lastschriftrückgabe verlangen, wohl aber den Ersatz der tatsächlichen Kosten (vgl. BGH mit Urteil vom 08. März 2005 – Az. XI ZR 154/04). Diese betragen bei einem berechtigten, aber misslungenen Einzugsversuch, je nach Lastschriftabkommen zwischen den beteiligten Banken, maximal drei Euro zuzüglich der Gebühren, die die Bank dem Zahlungsempfänger berechnet – nicht aber der Arbeitsaufwand beim Zahlungsempfänger (vgl. BGH mit Urteil vom 17. September 2009 – Az. Xa ZR 40/08).

 

Fazit: Das SEPA-Lastschriftverfahren für Verbraucher – die sog. Basislastschrift – bedarf einer Autorisierung, die entweder vorab erteilt werden kann oder nachträglich per Mandat. Anderenfalls handelt es sich um unautorisierte Lastschriften. Der Lastschriftbetrag einer solchen unautorisierten SEPA-Lastschrift lässt sich jedoch innerhalb von 13 Monaten nach Belastung die Erstattung des Lastschriftbetrages zurückverlangen, während dies bei einer autorisierten SEPA-Basislastschrift nur innerhalb von acht Wochen möglich ist. In beiden Fällen können auch Kosten anfallen. Die Höhe richtet sich dabei maßgeblich nach dem Lastschriftabkommen zwischen den beteiligten Banken.

 

Quelle: Sebastian Klingenberg, ref. iur.

Schlagwörter: SEPA, SEPA-Lastschrift, Lastschriftverfahren, Basislastschrift, Firmenlastschrift, Mandat, SEPA-Mandat, Autorisierung, autorisieren, zurückgeben, zurückbuchen, zurückholen, Frist, Bank, Konto, Rückbuchung, Abbuchung


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