Riskante Mittelstandsanleihen – Möglichkeiten der geschädigten Anleger

Autor: , verfasst am 09.11.2017, 09:46| Jetzt kommentieren

Mittelstandsanleihen sind für Anleger häufig ein riskantes Geschäft. Das haben zuletzt die Anleger der Air Berlin-Anleihen oder der Rickmers-Anleihe schmerzlich erfahren. In der Vergangenheit gibt es zahlreiche Beispiele für Unternehmensanleihen, bei denen die Anleger eine finanzielle Bruchlandung erlebt haben. Erinnert sei beispielsweise nur an die Pleiten von German Pellets oder KTG Agrar.

„Anleger sind sich des Risikos oft gar nicht bewusst, wenn sie die Anleihen zeichnen“, sagt Rechtsanwalt Markus Jansen, Fachanwalt für Bank und Kapitalmarktrecht und Partner der Kanzlei AJT. Hohe Zinsen und oft auch ein bekannter Name des Unternehmens klingen verlockend und seriös. „Allerdings werden die Anleihen oft begeben, weil die Unternehmen dringend Kapital brauchen. Gelingt dann der wirtschaftliche Turnaround nicht, ist auch das Geld der Anleger in Gefahr und oft genug auch verloren“, so Rechtsanwalt Jansen. Die Szenarien gleichen sich dabei häufig. Zunächst können die fälligen Zinszahlungen nicht geleistet werden, dann sollen die Anleihebedingungen geändert, z.B. die Laufzeit und der Zinskupon gesenkt werden und am Ende steht dennoch oft genug die Insolvenz. Im Insolvenzverfahren müssen sich die Anleger dann zumeist mit einer äußerst bescheidenen Insolvenzquote begnügen, wenn sie überhaupt noch etwas von ihrem Geld wiedersehen.

„Grundsätzlich sollten Anleger immer hellhörig werden, wenn in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen vergleichsweise hohe Zinsen geboten werden. Dann steckt auch oft ein Risiko dahinter. Bleiben die Zinszahlungen aus oder werden die Anleger zu irgendwelchen Zugeständnissen zu ihrem Nachteil aufgefordert, sollten spätestens die Alarmglocken klingeln und alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden bevor das Kind in den Brunnen gefallen, sprich das investierte Geld verloren ist“, erklärt Rechtsanwalt Jansen.

In vielen Fällen haben die Anleger die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Denn die Anlageberater oder Vermittler dürfen den Anlegern nicht nur die Vorzüge der Geldanlage wie z.B. die hohen Zinsen anpreisen, sondern sie müssen auch über die bestehenden Risiken verständlich aufklären. „Den Anlegern muss deutlich gemacht werden, dass sie ein Totalverlust-Risiko haben, also ihr ganzes Geld auch verlieren können“, so Rechtsanwalt Jansen. Ebenso müssen die Emissionsprospekte verständlich auf die bestehenden Risiken hinweisen. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben können zu Schadensersatzansprüchen führen. Rechtsanwalt Jansen: „Geschädigte Anleihe-Anleger müssen ihr Geld nicht vorzeitig abschreiben, sondern können ihre rechtlichen Möglichkeiten nutzen.“

Mehr Informationen: https://www.ajt-partner.de/kapitalanlagerecht

Schlagwörter: Mittelstandsanleihe, Unternehmensanleihe

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