Autark Invest – Anleger stehen im Risiko

Autor: , verfasst am 01.12.2017, 12:28| Jetzt kommentieren

Wer in Nachrangdarlehen investiert, geht ein hohes Verlustrisiko ein. Auch der Totalverlust des investierten Geldes ist möglich. Nachdem es immer wieder undurchsichtige Vorgänge rund um die Autark Group AG gab, haben zahlreiche Anleger der Autark Invest AG ihre Nachrangdarlehen gekündigt. Allerdings warten sie weiter auf ihr Geld, wie die Stiftung Warentest berichtet.

„Die Anleger warten aber offenbar nicht nur auf ihr Geld. Stattdessen wird ihnen angeboten, in eine Investitionsgemeinschaft einzusteigen. Das erscheint, als ob kein Geld vorhanden ist, um die Anleger auszuzahlen. Es sieht danach aus, als ob die Anleger beruhigt werden sollen, damit sie die Füße stillhalten. Ihnen sollte aber klar sein, dass ihr Geld akut gefährdet ist. Daher sollten nun alle rechtlichen Möglichkeiten genutzt werden, um zu retten, was zu retten ist“, sagt Rechtsanwalt Markus Jansen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner der Kanzlei AJT in Neuss.

Es gibt eine ganze Reihe undurchsichtiger Vorgänge rund um die Autark-Gruppe. Dazu passt, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin am 16. Oktober 2017 auf einen ungültigen Verkaufsprospekt der Autark Invest GmbH, Olpe, hinweist. Demnach liegen der BaFin Anhaltspunkte dafür vor, dass die Autark Invest GmbH Nachrangdarlehen unter der Bezeichnung „Autark Invest 2016“ anbietet. Der Verkaufsprospekt für dieses Angebot sei aber nicht mehr gültig.

„Das ist alles höchst unseriös und nicht gerade vertrauenswürdig. Anlegern in Nachrangdarlehen sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie ihr gesamtes investiertes Geld verlieren können. Denn im Insolvenzfall gehen sie aufgrund der Nachrangigkeit ihrer Forderungen in der Regel leer aus“, so Rechtsanwalt Jansen.

Anleger haben nun verschiedene Möglichkeiten tätig zu werden. Zunächst können sie die Nachrangdarlehen kündigen. „Da nach den bisherigen Erfahrungen nicht damit zu rechnen ist, dass sie ihr Geld dann zurückbekommen, können weitere rechtliche Schritte ergriffen werden“, erklärt Rechtsanwalt Jansen. So könnte zunächst ein dinglicher Arrest bewirkt werden. Hier gilt das Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Darüber hinaus können auch Schadensersatzansprüche geprüft werden. Diese können sich z.B. gegen die Vermittler der Nachrangdarlehen richten, wenn sie nicht ordnungsgemäß über die bestehenden Risiken aufgeklärt haben. Forderungen sind bei Prospektfehlern ebenso gegen die Unternehmensverantwortlichen und Prospektverantwortlichen möglich.

Mehr Informationen: https://www.ajt-partner.de/kapitalanlagerecht

 

Schlagwörter: Autark Invest, Autark Group

Sie wünschen Rechtsberatung zu dem Thema des Artikels?
Nutzen Sie dieses Formular zum Kontakt mit Markus Jansen:

Hinweis: Bitte schildern Sie hier nicht Ihren Rechtsfall!

Sicherheitsfrage *:

Ja, ich willige ein, dass meine im Formular "Terminanfrage" eingetragenen personenbezogenen Daten zum Zwecke der Angebotsvermittlung per Fax und E-Mail an den zu kontaktierenden Anwalt unverschlüsselt übermittelt und gespeichert werden. Diese jederzeit widerrufliche Einwilligung sowie die Verarbeitung und Datenübermittlung durch Dritte erfolgen gem. unserer Datenschutzerklärung.
* Pflichtfeld

Nachrichten zum Thema
  • BildBGH: Anleger dürfen Experten vertrauen (09.06.2015, 11:26)
    Karlsruhe (jur). Geldanleger sollen sich auf Anlageberater verlassen können. Der haftet für unzureichende oder fehlerhafte Beratung und kann dem Kunden in der Regel nicht eine Mitverantwortung zuschieben, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in...
  • BildGeschlossene Investmentfonds: Widerrufsrecht der Anleger (17.06.2013, 15:33)
    Nach den Normen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) könnte Anlegern eines geschlossenen Investmentfonds möglicherweise ein Widerrufsrecht zustehen. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Essen, Frankfurt,...
  • BildClerical Medical Anleger können aufatmen (25.09.2012, 11:16)
    GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt www.grprainer.com führen aus: Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied vorliegend erstmals in Sachen CMI. In seinen Urteilen...
  • BildBGH unterstützt Clerical Medical Anleger (27.08.2012, 10:10)
    Die Richter aus Karlsruhe erkannten in den zur Entscheidung stehenden Fällen die Schadenersatzansprüche gegen den beklagten englischen Lebensversicherer Clerical Medical Investment Ltd. (CMI) an. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln,...
  • BildBeratungsprotokoll schützt nicht immer nur den Anleger (20.02.2012, 14:56)
    Berlin/Frankfurt am Main (DAV). Seit gut zwei Jahren müssen Anlageberatungen schriftlich protokolliert werden, wenn es um Wertpapiergeschäfte geht. Doch Anleger sollten bedenken, dass bei einem ungünstigen Verlauf des Investments das...
  • BildOLG Hamm: Anleger eines Windkraftfonds bekommen Schadensersatz (17.04.2007, 16:57)
    In einem aktuellen Urteil hat der zuständige Fachsenat des Oberlandesgerichts Hamm die verantwortlichen Betreiber eines Windparks in Ostwestfalen verurteilt, die in den Windkraftfonds geleisteten Einlagen an die klagenden Anleger zurückzuzahlen....





Autor des Artikels

Rechtsanwalt
AJT Jansen Treppner Schwarz & Schulte-Bromby

Logo
Schorlemer Straße 125
41464 Neuss (Pomona)
Deutschland

Termin: Terminanfrage



Weitere Kapitalmarktrecht-Ratgeber

Passende Rechtsanwälte:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.