Darf man Fotos anderer Personen auf Facebook und Google+ hochladen?

Autor: , verfasst am 27.02.2014, 15:53| Jetzt kommentieren

Es kommmt drauf an. Denn es könnte unter bestimmten Voraussetzungen das Persönlichkeitsrecht verletzt werden, wenn man in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ Bilder anderer Personen hochlädt.

Facebook und Google+ (© Ferkelraggae - Fotolia.com)
Facebook und Google+
(© Ferkelraggae - Fotolia.com)

Die letzten Monate ist der Umgang mit Rechten im Internet in aller Munde. Egal, ob Urheberrecht oder Persönlichkeitsrecht, irgendwas wird durch unsere Spuren im Netz zumindest tangiert. Zuletzt zeigte der Fall RedTube eindrucksvoll, welche hohe Welle eine vermeintliche Urheberrechtsverletzung schlägt.

Grundsatz:

Grundsätzlich gilt genau wie bei der Verletzung von Urheberrechten auch bei Persönlichkeitsrechte die Zustimmungsbedürftigkeit des Rechteinhabers. Ohne darauf einzugehen, dass manche Fotografien schon aus Gründen des Schutzes der Privatspäre nicht legal erstellt wurden (vgl. § 201 StGB), kann das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen auch beim Fotografieren von vermeintlich harmlosen Motiven betroffen sein. Wenn Sie etwa ein Foto im Restaurant um die Ecke zur Erinnerung machen lassen und sie dieses später bei Facebook hochladen, können darauf erkenntliche Personen sie aufgrund des Persönlichkeitsrecht abmahnen. Diese Tatsache ist im Volksmund als „Recht am eigenen Bild“ bekannt.

Öffentliche Veranstaltungen stellen meistens eine Ausnahme dar.

Fotos, welche im Zusammenhang mit öffentlichen Veranstaltungen gemacht werden, sind meistens nicht durch diesen „Schutz“ gedeckt. Die Personen müssen davon ausgehen, fotografiert zu werden und können sich nicht auf ihr Persönlichkeitsrecht berufen.
Gleiches gilt für Personen, welche im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Hier können sich diese Personen zumindest bei offiziellen Terminen nicht auf ihre Persönlichkeitsrechte berufen. Einen Anspruch auf intime Privatsphäre besteht allerdings auch hier.

Welche Ansprüche können aus dem Persönlichkeitsrecht geltend gemacht werden?

Neben einem Anspruch auf Unterlassung (vgl. §§ 862, 1004 BGB) kann auch ein Anspruch auf Schadensersatz (§ 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 23, 22 KunstUrhG) und ein Anspruch auf Schmerzensgeld (§ 823 Abs. 1 BGB) geltend gemacht werden.

Auch wenn es in der Praxis nahezu nie passiert, sollte man fremde erkenntliche Personen auf seinen eigenen Fotos unkenntlich machen.

Quelle: JuraForum.de


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