Rechtstipps für Gründer Teil 1: Gründung eines Einzelunternehmens – Was muss beachtet werden

Autor: , verfasst am 06.04.2017, 13:45| Jetzt kommentieren

Rechtstipps für Gründer

Teil 1. Zur Gründung eines Einzelunternehmens – Was muss beachtet werden.

Was zuerst einmal essentiell ist, bevor man die Geschäftstätigkeit überhaupt aufnimmt, ist zu klären, welche Rechtsform das künftige Unternehmen haben soll. Diese muss gut überlegt sein, denn die Rechtsform prägt das Bild des Unternehmens nach außen hin. Auch hängen der Rechtsform zahlreiche rechtliche und wirtschaftliche Fragestellungen sowie zahlreiche Haftungsfragen an. Des Weiteren spielen bei der Überlegung nach der geeignetsten Rechtsform auch steuerrechtliche Aspekte eine große Rolle.

Die Gründung eines Einzelunternehmens stellt sicherlich die einfachste, schnellste, kostengünstigste und formloseste Art einer Existenzgründung dar. Dabei ist das Einzelunternehmen eine der häufigsten Rechtsformen in Deutschland. Bei dieser Form gibt es nur einen einzelnen Inhaber und besondere gesetzliche Vorschriften existieren nicht und Gründungsformalitäten sind auch nicht zu beachten. Der Einzelunternehmer nimmt seine geschäftliche Tätigkeit auf und gilt damit als Unternehmer. Freiberufler beantragen lediglich beim Finanzamt eine Steuernummer. Kleingewerbetreibender melden ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt an, können sich aber auch wahlweise im Handelsregister eintragen lassen. Durch die Eintragung im Handelsregister übernehmen sie alle Rechte und Pflichten von Kaufleuten. Die als Einzelunternehmer tätigen gewerbetreibenden Kaufleute müssen ebenfalls ihre Tätigkeiten beim Gewerbeamt anmelden. Für diese ist die Eintragung im Handelsregister verpflichtend.

Einzelunternehmer können sich ihre Unternehmensbezeichnung frei wählen,  können sich also Fantasie-, Branchen oder Tätigkeitbezeichnungen für ihr Unternehmen geben und hierunter im Geschäftsverkehr teilnehmen. Auf Briefen, Rechnungen und weiteren geschäftlichen Unterlagen muss allerdings der Vor- und Nachname des Einzelunternehmers angeführt werden. Für im Handelsregister eingetragene Einzelunternehmer gilt, dass diese den Zusatz e.k., e.Kfm  oder e.Kfr hinter ihrem Unternehmensnamen führen müssen. Bei Freiberufler können besondere berufsrechtliche Regelungen gelten, welche Beachtung finden müssen.

Der Einzelunternehmer vertritt das Unternehmen als einziger Inhaber alleine und steht folglich in der alleinigen Verantwortung. Gibt es Probleme, dann haftet er mit seinem gesamten Privatvermögen. Dies gilt auch für auflaufende Steuerschulden. Folglich ist das Haftungsrisiko für den Einzelunternehmer recht groß.

Gewerbetreibende Kaufleute oder Kleingewerbetreibende erzielen in steuerlicher Hinsicht Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb und müssen Gewerbe-, Einkommens-, Lohn- und Umsatzsteuer sowie Solidaritätszuschlag zahlen. Gewerbetreibende Kaufleute sind zur doppelten Buchführung verpflichtet. Kleingewerbetreibende sind nicht buchführungspflichtig. Für diese reicht eine einfache Buchführung aus.

Freiberufler habe Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Sie zahlen keine Gewerbesteuer und eine Pflicht zur doppelten Buchführung besteht für diese ebenfalls nicht.

Die Unternehmensgründer von heute sehen sich einer Vielzahl von Ungewissheiten, Risiken und Problemen gegenüber. Um Erfolg zu haben, sollten Gründer ihr Vorhaben ausreichend planen, denn immer wieder scheitern Gründer und der Grund ist meist die mangelnde und mangelhafte Vorbereitung.

Die Gräf & Centorbi Rechtsanwaltsgesellschaft mbH greift Gründern unter die Arme und berät und vertritt diese in allen rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Belangen. Rechtsanwalt Dominik Gräf ist Spezialist in der Beratung von Existenzgründern und hilft Ihr Unternehmen in strategischer Hinsicht optimal aufzustellen. Er sorgt gemeinsam mit Ihnen dafür, dass sich Ihr Traum von der Selbständigkeit erfüllt.

Schlagwörter: Existenzgründung

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