Welche Voraussetzungen hat eine Adoption?

Autor: , verfasst am 10.04.2015, 07:11| Jetzt kommentieren

Viele Paare haben den Wunsch, Kinder zu bekommen, doch dieser bleibt aus den unterschiedlichsten Gründen unerfüllt. Damit sie doch noch eine komplette Familie sein können, besteht die Möglichkeit, ein Kind zu adoptieren. Dieses Procedere ist natürlich nicht vergleichbar mit einem Auto- oder Immobilienkauf; eine Adoption ist an diverse gesetzliche Regelungen gebunden. So müssen Adoptionswillige zunächst einen Fragebogen beantworten, um festzustellen, ob sie überhaupt als Eltern geeignet sind. Dieses Adoptionsbewerbungsverfahren dient dazu, Eltern zu finden, die tatsächlich geeignet sind, dem Wohle des Kindes zu dienen. Generell gibt es nämlich sehr viel mehr Bewerber als Kinder, die zur Adoption freigegeben werden. Welche Voraussetzungen hat eine Adoption?

Adoption (© kikkerdirk - Fotolia)
Adoption
(© kikkerdirk - Fotolia)

Familienstand der Adoptionswilligen

Wer ein Kind adoptieren möchte, sollte verheiratet sein. Es ist zwar auch alleinstehenden Personen gestattet, sich um eine Adoption zu bewerben, jedoch zeigt die Praxis, dass deren Chancen wesentlich geringer sind als bei verheirateten Elternpaaren.

Ein Ehepaar kann grundsätzlich nur gemeinsam ein Kind adoptieren. Es besteht darüber hinaus allerdings die Möglichkeit, dass einer der Eheleute ein Kind seines Partners adoptiert.

Bei eingetragenen Lebenspartnerschaften kann nur einer der beiden Partner ein Kind adoptieren; dasselbe gilt für Paare, die zwar zusammen leben, aber nicht miteinander verheiratet sind.

Alter der Adoptionswilligen

Wer ein Kind adoptieren möchte, muss ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben. Dieses wird festgelegt auf 21 Jahre bei dem einen, 25 Jahre bei dem anderen Partner. Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es nicht, jedoch haben es Paare, die die 40 bereits überschritten haben, deutlich schwerer, ein Kind adoptieren zu können. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass der Altersunterschied zwischen Adoptivkind und Eltern nicht mehr als 40 Jahre betragen sollte, wie es bei gewöhnlichen Eltern-Kind-Verhältnissen auch der Fall ist.

Vermögensverhältnisse

Die Adoptionswilligen sollten in sichern Vermögensverhältnissen leben. Dies bedeutet nicht, dass sie unendlich viel Geld besitzen müssen, jedoch sollten sie ein regelmäßiges und ausreichendes Einkommen erzielen, um dem Kind einen ganz normalen Lebensstandard bieten zu können. Langzeitarbeitslose sowie Sozialhilfeempfänger werden in der Regel als finanziell nicht stabil genug angesehen, um den Lebensbedarf eines Adoptivkindes zu decken.

Gesundheitszustand

Auch der Gesundheitszustand der Adoptionswilligen ist beim Adoptionsbewerbungsverfahren von Bedeutung: die Bewerber dürfen nicht an chronischen oder schweren Krankheiten leiden. Selbst ein Diabetiker wird bereits als ein solch kranker Mensch angesehen.

Dokumente vorlegen

Adoptionswillige Paare müssen, wenn sie sich um eine Adoption bewerben, bei der Adoptionsvermittlungsstelle (in der Regel das Jugendamt) diverse Unterlagen vorlegen:

  • Einkommenssteuerbescheide

  • Geburtsurkunden

  • Gesundheitszeugnisse

  • Heiratsurkunde

  • Lebensläufe

  • Polizeiliche Führungszeugnisse

  • Vermögensnachweise

Zudem muss entweder ein Adoptionsantragsformular ausgefüllt oder eine handgeschriebene Bewerbung eingereicht werden. Dabei ist es wichtig, dass die adoptionswilligen Paare ihren Kinderwunsch ausführlich begründen.

Vorbereitende Seminare

In manchen Orten ist es bereits Pflicht, dass potentielle Adoptiveltern Seminare besuchen, die sie auf das Elterdasein vorbereiten sollen. Ob dies individuell notwendig ist, wird seitens des Jugendamtes mitgeteilt.

Bedenkzeit der leiblichen Mutter

Lebt die leibliche Mutter des zu adoptierenden Kindes noch, so eine Bedenkzeit von acht Wochen nach dessen Geburt. Diese bedeutet, dass sie sich innerhalb dieses Zeitraums dazu entschließen kann, ihr Kind doch selbst aufziehen zu wollen – selbst, wenn es bereits in der Adoptivfamilie lebt. Wenn die leibliche Mutter also von ihrem Recht Gebrauch macht, kann sie das Kind zurückverlangen; nach Ablauf dieser Frist ist dies nicht mehr möglich.

Zustimmung der leiblichen Eltern

Beide leiblichen Elternteile müssen der Adoption zustimmen. Diese Einwilligung kann erst dann erteilt werden, wenn das Kind acht Wochen alt ist. Zu beachten ist, dass in bestimmten Fällen nur die Einwilligung der Mutter notwendig ist; beispielsweise dann, wenn der leibliche Vater oder dessen Aufenthaltsort unbekannt ist.

Achtung: wenn das zu adoptierende Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat, muss es der Adoption ebenfalls zustimmen.

Fazit: Um ein Kind adoptieren zu können, müssen sich die Adoptionswilligen als geeignet dafür erweisen, da eine Adoption nicht der eigenen Bespaßung, sondern ausschließlich dem Wohle des Kindes dienen soll.

Damit eine Adoption gestattet wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Adoptionswillige sollten verheiratet sein

  • Sie sollten in sicheren finanziellen Verhältnissen leben

  • Sie sollten ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis haben

  • Sie müssen guter Gesundheit sein

  • Die leiblichen Eltern müssen der Adoption zustimmen

Schlagwörter: Adoption, Voraussetzung Adoption


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