Welche Bestattungsarten sind in Deutschland zulässig?

Autor: , verfasst am 19.05.2016, 09:06| 1 Kommentar

Welche Formen der Bestattung sind in Deutschland erlaubt? Und wer entscheidet über die Art der Bestattung? Das erfahren Sie in dem folgenden Ratgeber.

Bestattungsarten - Friedhof mit Gräbern (© mirpic / Fotolia.com)
Bestattungsarten - Friedhof mit Gräbern
(© mirpic / Fotolia.com)

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland unterschiedliche Formen der Bestattung. Welche davon im Einzelnen zulässig ist, ergibt sich vor allem aus dem Recht des jeweiligen Bundeslandes. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass die Regelungen in den einzelnen Bundesländern hinsichtlich der zulässigen Bestattungsformen eine große Ähnlichkeit aufweisen. Wichtig ist allerdings auch, dass die Satzung des jeweiligen Friedhofes eine Beschränkung hinsichtlich der zulässigen Bestattungsform enthalten kann. Dies muss im jeweiligen Einzelfall überprüft werden.

Erdbestattung

Zunächst einmal kann gesagt werden, dass die klassische Form der Erdbestattung überall zulässig ist. Hierunter versteht man die Beisetzung des verstorbenen Menschen in einem Sarg auf einem Friedhof. Hierbei kann inzwischen auch eine anonyme Form gewählt werden. Hierbei sollte allerdings bedacht werden, dass die Angehörigen normalerweise nicht erfahren, wo der Verstorbene auf dem Friedhof beerdigt wird. Dies kann sich nachträglich bei der Bewältigung der Trauer als nachteilig erweisen. Von daher sollte man sich gut überlegen, ob man die Form der anonymen Erdbestattung wirklich wählt. Denn diese Entscheidung kann nachträglich nicht revidiert werden. Möglicherweise gibt es ebenfalls erschwingliche Alternativen, die noch angesprochen werden.

Feuerbestattung

Darüber hinaus ist auch die Feuerbestattung eine beliebte Form der Bestattung, die unter Umständen auch preisgünstiger ist. Hierunter versteht man vor allem eine Form der Beisetzung, bei dem der in einem Krematorium verbrannte Leichnam auf einen Friedhof in einer Urne beigesetzt wird. Eine solche Feuerbestattung in Form der sogenannten Urnenbestattung ist inzwischen in Deutschland in allen Bundesländern zulässig, auch wenn diese Bestattungsform vor allem im norddeutschen Raum verbreitet gewesen ist. Auch hier kann die Form einer anonymen Beisetzung gewählt werden, wobei die Angehörigen ebenfalls nicht wissen, wo sich die Urne des Verstorbenen befindet. Allerdings gibt es inzwischen auf manchen Friedhöfen Alternativen, die möglicherweise interessant sind. Hierzu gehört vor allem die Beisetzung der Urne in einem Wiesengrab. Hierbei werden an einem Grabfeld die Namen der Verstorbenen auf einem gemeinsamen Denkmal genannt. Von daher spricht man hier auch von halbanonymen Gräbern. Hier bestehen hinsichtlich der Zulässigkeit ebenfalls keine Bedenken und es fallen oft weniger Kosten an als bei einer gewöhnlichen Urnenbeisetzung in einem Einzelgrab. Gleichwohl ist diese Form der Beisetzung häufig für die Angehörigen angenehmer als die anonyme Bestattung. Hier dürfen diese nämlich im Gegensatz zur anonymen Bestattung häufig erfahren, wo sich die Urne des Verstorbenen befindet. Dies ist allerdings nicht auf allen Friedhöfen der Fall, die ein Wiesengrab anbieten. Wie die rechtliche Situation genau aussieht, hängt von der jeweiligen Friedhofssatzung ab.

Kolumbarium

Hier ist zunächst einmal die Beisetzung der Urne in einem Kolumbarium zu nennen. Hierbei handelt es sich um ein Bauwerk, das sich gewöhnlich oberirdisch in einer Art Mauer befindet. Dabei werden die Urnen in Wandnischen beigesetzt. Kolumbarien gibt es nicht nur auf Friedhöfen, sondern auch in einigen Bestattungshäusern und Kirchen.

Naturbestattung

Zur Naturbestattung gehört vor allem die Baumbestattung. Hier wird die Urne unterhalb der Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Diese Form der Bestattung gibt es erst einmal auf Waldfriedhöfen, wobei bei einem Grab auf einem Friedhof auch eine Erdbestattung möglich ist. Darüber hinaus sind in manchen Bundesländern auch Baumgrabstätten in einem Ruheforst oder einem Friedwald zulässig. Hier ist allerdings nur die Beisetzung einer Urne zulässig. Wie hoch hier die anfallenden Kosten für die Beisetzung sind, hängt vom jeweiligen Träger ab. Bei Friedwäldern oder Ruheforsten ist jedoch zu bedenken, dass der Besuch des Verstorbenen unter Umständen mit einem weiten und beschwerlichen Anfahrtsweg verbunden ist. Dies gilt vor allem für Angehörige, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. In manchen Bundesländern darf die Asche des Verstorbenen auch auf einer Wiese verstreut werden, sofern sich diese auf einem Friedhof befindet.

Luftbestattung, Weltraumbestattung, Felsbestattung etc.

Darüber hinaus gibt es noch die Luftbestattung, die Weltraumbestattung, die Felsbestattung sowie Fluss Bestattung. Diese Bestattungsformen zeichnen sich dadurch aus, dass die Asche des Verstorbenen außerhalb von einem Friedhof verstreut wird. Aus diesem Grunde sind sie in Deutschland nicht erlaubt.

Wer entscheidet über die Art der Bestattung?

Normalerweise ist für die Art der Bestattung der Wille des Verstorbenen maßgeblich. Wenn dieser nicht ermittelt werden kann, treffen diejenigen die Entscheidung, die für die sogenannte Totenfürsorge zuständig sind. Das sind nicht zwangsläufig die Erben. Da die einschlägigen Gesetze hierzu keine Regelung enthalten, gilt Gewohnheitsrecht. Das bedeutet, dass das Entscheidungsrecht zunächst einmal den Ehegatten zusteht. Gibt es diesen nicht, dürfen die Kinder des Verstorbenen über die Art der Bestattung entscheiden. Ansonsten steht das Recht zur Totenfürsorge den Eltern zu. Sind diese bereits verstorben, entscheiden die Geschwister. 

Bestattungsverfügung

Wer die Art seiner Bestattung selbst bestimmen möchte, sollte eine Bestattungsverfügung aufsetzen und hinterlegen. Dies sollte am besten auch beim Bestattungsunternehmen geschehen. Hier kann man übrigens auch bestimmen, dass eine Seebestattung durchgeführt werden soll. Hierzu sollte allerdings eine Verbundenheit zur See dargelegt werden. Hilfreiche Vorlagen für eine Bestattungsverfügung nebst möglichen Bestattungsformen finden Sie auf der Webseite von Aeternitas.

Abschluss von Bestattungsvorsorgevertrag

Wer darüber hinaus Vorsorge treffen möchte, kann auch direkt mit einem Bestattungsunternehmen einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen und damit seine nächsten Angehörigen entlasten. Hierbei sollte das Geld am besten auf einem Treuhandkonto hinterlegt werden.

Autor: Harald Büring (Juraforum.de)

Schlagwörter: Bestattung


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Hinterbliebener  (30.05.2016 06:31 Uhr):
Dürfte ich auf meinem Grab neben meiner Frau auch meinen Hund begraben lassen. Was müsste der Friedhof, der meinem Anliegen positiv gegenüber steht, an Voraussetzungen schaffen, damit er dies erlauben darf?





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