So beantragt man die Gläubiger-Identifikationsnummer!

Autor: , verfasst am 18.03.2015, 06:40| Jetzt kommentieren

Seit dem 01.02.2014 gilt im europäischen Zahlungsraum ein einheitliches Zahlungssystem. Im Rahmen des neuen SEPA-Lastschriftverfahrens erhält jeder Gläubiger zur kontounabhängigen und eindeutigen Kennzeichnung eine sog. Gläubiger-Identifikationsnummer. Die Gläubiger-ID ermöglicht zusammen mit der Mandatsreferenz eine eindeutige Identifizierbarkeit eines Mandats anhand automationsfähiger Daten. Sie sagt jedoch nichts über die Bonität des Gläubigers aus, da die Vergabe unabhängig von den rechtlichen Eigenschaften und der wirtschaftlichen Situation des Antragsstellers erfolgt.
Wie man eine solche Gläubiger-Identifikationsnummer erhält bzw. wo man sie beantragt, erfahren Sie hier:

So beantragt man die Gläubiger-Identifikationsnummer! (© Ewe Degiampietro - Fotolia.com)
So beantragt man die Gläubiger-Identifikationsnummer!
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Die Beantragung einer Gläubiger-Identifikationsnummer in 5 Schritten:

1. Schritt:
Die Gläubiger-Identifikationsnummer wird in Deutschland von der Deutschen Bundesbank vergeben. Öffnen Sie daher im Internet die folgende Seite der Deutschen Bundesbank: https://extranet.bundesbank.de/scp/
Dort öffnen Sie wiederum das „Formular zur Beantragung Ihrer Gläubiger-Identifikationsnummer“, wo Sie den Hinweis zum Datenschutz zur Kenntnis nehmen und diese anerkennen.

2. Schritt:
Wählen Sie nun zunächst aus der Liste der Personengruppe die Personengruppe aus, die für Sie zutreffend ist. Sodann wählen Sie die entsprechende Rechtsform aus:

Personengruppen

die zur Auswahl stehende Rechtsformen

natürliche Personen, Einzelunternehmen und Freiberufler

  • Einzelperson oder Freiberufler
  • Einzelkaufmann (e.K.)

Personenvereinigungen

  • Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Verein [nicht eingetragen]
  • Partnerschaft
  • offene Handelsgesellschaft (oHG)
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • GmbH & Co. KG
  • EWIV
  • sonstige Personenvereinigung [insb. Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs)]

juristische Personen des Privatrechts

  • eingetragener Verein (e.V.)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH; einschließlich UG)
  • Aktiengesellschaft (AG)
  • KG a. A.
  • europäische AG (SE)
  • europäische GmbH
  • eingetragene Genossenschaft (e.G.)
  • europäische Genossenschaft
  • Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VvaG)
  • sonstige: Stiftungen etc. (privatrechtlich)

juristische Personen des öffentlichen Rechts

  •  Anstalten
  •  Körperschaften
  •  Stiftungen öffentlichen Rechts
  •  sonstige (öffentlich-rechtlich)

3. Schritt:
Geben Sie nun sowohl die Daten des Antragsstellers (Name, Firma, Bezeichnung der Person / des Unternehmens / etc.) als auch die Daten der Ansprechperson ein.

4. Schritt:
Bestätigen Sie nun die Richtigkeit und Ordnungsmäßigkeit der in Schritt 2 und 3 angegebenen Daten. Auf diese Bestätigung folgt sodann eine Sicherheitsabfrage. Bitte geben Sie im Eingabefeld die entsprechende Zeichenfolge wieder und bestätigen Sie ein weiteres Mal Ihre Angaben, indem Sie auf den Button „Antrag stellen“ klicken.

5. Schritt:

Ihre Daten werden nun verschlüsselt an die Bundesbank übermittelt. Ihnen wird dann ein E-Mail zugesandt, mit der Aufforderung, die Antragsdaten zur weiteren Verarbeitung freizuschalten.
Beachten Sie bitte, dass dieser Vorgang jedoch einige Stunden beanspruchen kann:
Erfolgt diese Bestätigung nicht innerhalb von zehn Kalendertagen, so werden Ihre Antragsdaten gelöscht und das Antragsverfahren wird beendet.
Haben Sie Ihren Antrag hingegen bestätigt, so erhalten Sie – nach der vollständigen Bearbeitung des Antrags – eine weitere E-Mail von der Deutschen Bundesbank. An dieser ist ein pdf-Anhang zu finden, welcher Ihre Gläubiger-Identifikationsnummer enthält.

Beachten Sie bitte, dass Sie diese E-Mail mit dem pdf-Anhang über Ihre Gläubige-ID sehr gut verwahren.

Wie ist die Gläubiger-Identifikationsnummer aufgebaut?

Die Gläubiger-ID kann maximal 35 Stellen lang sein. In Deutschland ist sie jedoch lediglich 18 Stellen lang und baut sich wie folgt zusammen:

Stellen 1-2:   jeweiliger Ländercode nach ISO (bspw.: DE für Deutschland, AT für Österreich etc.)

Stellen 3-4:   sog. Prüfzahl, analog zur ehemaligen IBAN-Prüfzahl gem. ISO 13616:2007

Stellen 5-7:   sog. Creditor Business Code; hierbei handelt es sich um eine alphanumerische, dreistellige Geschäftsbereichskennung, die von dem Gläubiger selbst z. B. zur Kennzeichnung einzelner Geschäftsbereiche, Filialen etc. vergeben/beantragt werden kann und nicht die nicht in die Prüfziffernberechnung eingeht

Stellen 8-18:  jeweiliges nationales Identifikationsmerkmal

Quelle: Juraforum.de (sk)

Schlagwörter: SEPA, SEPA-Lastschriftverfahren, Gläubiger-Identifikationsnummer, Gläubiger-ID, Beantragung, beantragen, Deutsche Bundesbank, Ländercode, Prüfzahl, Creditor Business Code


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