Friedola Gebr. Holzapfel GmbH: Anleger sollen veränderten Anleihebedingungen zustimmen

Autor: , verfasst am 11.09.2015, 16:54| Jetzt kommentieren

Die Anleger der friedola Gebr. Holzapfel GmbH sollen über Änderungen der Anleihebedingungen abstimmen. Dazu findet am 1. Oktober eine Anleihegläubigerversammlung im hessischen Meinhard-Frieda statt. Im Kern geht es um eine Laufzeitverlängerung um drei Jahre und eine Reduzierung des Zinssatzes bis 2018.

Die friedola Gebr. Holzapfel GmbH hatte im April 2012 eine Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1MLYJ9 / WKN: A1MLYJ) mit einem Emissionsvolumen von bis zu 25 Millionen Euro begeben. Bei einer fünfjährigen Laufzeit bis 2017 beträgt der jährliche Zinskupon 7,25 Prozent. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme des Unternehmens sollen die Gläubiger nun veränderten Anleihebedingungen zustimmen. Die Laufzeit soll um drei Jahre bis zum 10. April 2020 verlängert und der Zinssatz bis 2018 reduziert werden. 2016 und 2017 soll sich der Zinssatz auf 1 Prozent und 2018 auf 2 Prozent reduzieren. In den Jahren 2019 und 2020 soll dann wieder der vereinbarte Zinssatz von 7,25 Prozent ausgezahlt werden. Für den Zinsverzicht sei geplant, dass die Anleihegläubiger eine volle Kompensation erhalten. Die Änderung der Anleihebedingungen sei Teil eines umfassenden finanziellen Restrukturierungskonzepts, teilt das Unternehmen mit.

Positiv ist sicher zu bewerten, dass die Anleihegläubiger für den Zinsverzicht entschädigt werden sollen. Dennoch sollten die Anleger vorsichtig sein. Denn zunächst verschlechtern sich ihre Konditionen. Ob eine nachhaltige Sanierung des Unternehmens gelingt, kann zum derzeitigen Stand noch nicht abschließend geklärt werden. Am Ende könnten die Anleger die Dummen sein. In der Vergangenheit konnten leider schon einige Unternehmen nach einer solchen Vorgehensweise ihre Anleihe nicht mehr bedienen, wie der Kanzlei Kreutzer aus zahlreichen Fällen bekannt ist.

Die Anleger sind aber nicht gezwungen, den veränderten Anleihebedingungen zuzustimmen. Vorher sollten sie sich anwaltlich beraten und ihre rechtlichen Möglichkeiten überprüfen lassen. So könnte die geplante Änderung der Anleihebedingungen zur Kündigung berechtigen. Darüber hinaus können auch Schadensersatzansprüche wegen einer fehlerhaften Anlageberatung und der Verletzung von Informations- und Aufklärungspflichten oder Prospektfehlern entstanden sein. 

Schlagwörter: Friedola Gebr. Holzapfel GmbH

Sie wünschen Rechtsberatung zu dem Thema des Artikels?
Nutzen Sie dieses Formular zum Kontakt mit RA, Dipl.sc.pol., Dipl.Jur., M.A. Arthur R. Kreutzer:

Hinweis: Bitte schildern Sie hier nicht Ihren Rechtsfall!

Sicherheitsfrage *:

Ja, ich willige ein, dass meine im Formular "Terminanfrage" eingetragenen personenbezogenen Daten zum Zwecke der Angebotsvermittlung per Fax und E-Mail an den zu kontaktierenden Anwalt übermittelt und gespeichert werden. Diese jederzeit widerrufliche Einwilligung sowie die Verarbeitung und Datenübermittlung durch Dritte erfolgen gem. unserer Datenschutzerklärung.
* Pflichtfeld

Nachrichten zum Thema
  • BildBGH: Anleger dürfen Experten vertrauen (09.06.2015, 11:26)
    Karlsruhe (jur). Geldanleger sollen sich auf Anlageberater verlassen können. Der haftet für unzureichende oder fehlerhafte Beratung und kann dem Kunden in der Regel nicht eine Mitverantwortung zuschieben, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in...
  • BildGeschlossene Investmentfonds: Widerrufsrecht der Anleger (17.06.2013, 15:33)
    Nach den Normen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) könnte Anlegern eines geschlossenen Investmentfonds möglicherweise ein Widerrufsrecht zustehen. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Essen, Frankfurt,...
  • BildClerical Medical Anleger können aufatmen (25.09.2012, 11:16)
    GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt www.grprainer.com führen aus: Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied vorliegend erstmals in Sachen CMI. In seinen Urteilen...
  • BildBGH unterstützt Clerical Medical Anleger (27.08.2012, 10:10)
    Die Richter aus Karlsruhe erkannten in den zur Entscheidung stehenden Fällen die Schadenersatzansprüche gegen den beklagten englischen Lebensversicherer Clerical Medical Investment Ltd. (CMI) an. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln,...
  • BildBeratungsprotokoll schützt nicht immer nur den Anleger (20.02.2012, 14:56)
    Berlin/Frankfurt am Main (DAV). Seit gut zwei Jahren müssen Anlageberatungen schriftlich protokolliert werden, wenn es um Wertpapiergeschäfte geht. Doch Anleger sollten bedenken, dass bei einem ungünstigen Verlauf des Investments das...
  • BildOLG Hamm: Anleger eines Windkraftfonds bekommen Schadensersatz (17.04.2007, 16:57)
    In einem aktuellen Urteil hat der zuständige Fachsenat des Oberlandesgerichts Hamm die verantwortlichen Betreiber eines Windparks in Ostwestfalen verurteilt, die in den Windkraftfonds geleisteten Einlagen an die klagenden Anleger zurückzuzahlen....





Autor des Artikels

Rechtsanwalt
Kanzlei Kreutzer

Logo
Maximilianstraße 33
80539 München
Deutschland

Termin: Terminanfrage



Weitere Bankrecht-Ratgeber

Passende Rechtsanwälte:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.