Die SEPA-Umstellung: Was Sie dazu wissen sollten

Autor: , verfasst am 04.11.2014, 08:45| Jetzt kommentieren

Hier bekommen Sie einen Überblick über alle wichtigen Informationen zum neuen SEPA-Lastschriftverfahren. Lesen Sie im Folgenden, was sich für Verbraucher ändert und was Unternehmer dazu wissen sollten.

Was ist SEPA?

SEPA (© reeel - Fotolia.com)
SEPA
(© reeel - Fotolia.com)

SEPA ist das neue europaweit einheitliche Zahlungsverkehrssystem, das einen einheitlichen Standard in Bezug auf Fristen, Laufzeiten, Datenformate und Kosten vorgibt. SEPA steht für Single Euro Payments Area und ersetzte bereits zum 1. Februar 2014 das bisherige nationale Zahlungssystem, wobei in Ausnahmefällen auch noch bis zum 1. August 2014 Zahlungen über das Altformat abgewickelt werden konnten.

Die Idee hinter SEPA ist, dass bargeldlose Zahlungen innerhalb Europas durch einheitliche Vorgaben nun noch schneller und effektiver, also auch kostensparender, abgewickelt werden können. Es wird künftig somit keinen Unterscheid mehr machen, ob Zahlungen im Inland oder ins Ausland vorgenommen werden. Gerade für Verbraucher, die länderübergreifend Waren einkaufen, erleichtert dies die Bezahlung des Einkaufs erheblich.

Auffälligste Neuerung ist wohl die neue internationale Kontonummer IBAN, welche in Deutschland 22 Stellen hat und sich aus Bank- sowie Kontonummer zusammensetzt. Daneben findet derzeit noch die BIC Verwendung, die übergangsweise die alte Bankleitzahl ersetzt. Seit dem 1. Februar 2014 ist die BIC jedoch nicht mehr zwingende Voraussetzung bei Inlandsüberweisungen, ab 1. Februar 2016 genügt dann auch für Auslandsüberweisungen allein die Angabe IBAN, über die schon heute Bank und Konto eindeutig identifizierbar sind.

Welche Vorteile bietet SEPA für Unternehmen?

Zukünftig ist die Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs über nur noch ein Konto möglich. Es entfällt somit die intensive Verwaltung verschiedener nationaler Bankkonten im Ausland. Dies kommt somit gleichzeitig auch Verbrauchern aus dem Ausland zugute, die nun ebenfalls vereinfacht über das Internet bei Unternehmen Waren bestellen und einfacher bezahlen können. Zudem werden die Entgelte für Zahlungen vereinheitlicht, was eine verbesserte unternehmerische Kostenplanung zur Folge hat. Ebenso ist die Abwicklungsfrist von einem Bankarbeitstag für Zahlungen bereits Folge der SEPA-Umstellung.

Was sollten Unternehmer jetzt tun?

Gerade für Unternehmen stellt sich die Frage, welche Schritte die SEPA-Umstellung für einen ungestörten Betriebsablauf notwendig macht. Denn das neue Format hat gravierende Auswirkungen auf die Abwicklung des unternehmerischen Zahlungsverkehrs, nur zu denken an die zahlreichen hinterlegten Bankdaten von Kunden und Geschäftspartnern, aber auch die Lohnkonten der eigenen Mitarbeiter, die zeitnah angepasst werden müssen. Es gibt also viel zu tun für Unternehmer.

  • Zunächst benötigt jeder Zahlungsempfänger, der das Lastschriftverfahren nutzt, eine Gläuber-Identifikationsnummer (kurz Gläubiger-ID), die im Internet bei der Bundesbank unter www.glaeubiger-id.bundesbank.de beantragt werden kann. Diese dient der eindeutigen Identifizierung des jeweiligen Unternehmens, das am Lastschriftverkehr teilnimmt.

  • Zudem müssen ab 1. Februar 2014 für Neukunden verbindlich sogenannte SEPA-Lastschriftmandate verwendet werden, die an die Stelle der alten Einzugsermächtigung treten. Bisher bestehende Einzugsermächtigungen mit Bestandskunden können jedoch in jedem Fall weiterverwendet werden. Informationen dazu erteilen die kontoführenden Banken, mit welchen zudem im Regelfall aktualisierte Inkassovereinbarungen abzuschließen sind.

  • Weiterhin macht SEPA auch die Umstellung sämtlicher an den Zahlungsverkehr angeschlossener EDV-Systeme notwendig, da nunmehr das elektronische XML-Format standardisiert Verwendung findet. Für papiergebundene Aufträge sind die Vordrucke der neuen SEPA-Zahlscheine einzusetzen.

  • Im Übrigen sollten zumindest die IBAN und vorübergehend auch noch die BIC in die Firmenbriefbögen aufgenommen werden, um unnötige Rückfragen bei Zahlungen zu vermeiden. Dies gilt natürlich auch für alle Angaben zur Kontoverbindung im Internet und in Onlineshops.

Fazit

Anfangs ist die SEPA-Umstellung für Unternehmer zwar noch mit einem guten Stück Arbeit und einem teilweise nicht geringen Kostenaufwand verbunden. Jedoch wird das neue SEPA-Zahlungssystem zukünftig den Handel innerhalb des immer weiter zusammenwachsenden europäischen Absatzmarktes weiter vereinfachen, wovon neben den Unternehmen vor allem auch die Verbraucher profitieren können.

Schlagwörter: SEPA, SEPA-Zahlungssystem, SEPA-Lastschriftverfahren


Nachrichten zum Thema
  • BildElektronische Mandate für SEPA-Lastschriften (09.12.2013, 15:10)
    SEPA-konforme Lösungen auf dem PrüfstandMit der SEPA-Umstellung im Februar 2014 kommen auf Banken, Zahlungsempfänger und Dienstleister neue Herausforderungen zu. Zukünftig benötigt der Zahlungsempfänger bei Lastschriften ein Mandat des Zahlenden....
  • BildEinzugsermächtigung geht - SEPA kommt (10.01.2013, 16:34)
    Zahlungen ins Ausland waren oft aufwendig. Mitunter gab es wegen der verschiedenen Systeme Fehlbuchungen. Die EU vereinheitlicht deswegen den europaweiten Zahlungsverkehr. Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum, auch SEPA (Single Euro...
  • BildNeue Gespräche zur Umstellung der Lehramtsstudiengänge (25.01.2008, 16:00)
    Die baden-württembergischen Universitäten zeigten sich befriedigt über die Klärung einer wichtigen Rechtsfrage zur Umstellung der Staatsexamensstudiengänge im Lehramt auf die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Ein Gutachten des renommierten...
  • BildUmstellung des Lebensstils oftmals wichtiger als Tabletten (04.12.2007, 09:00)
    Neue Leitlinie zur Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie verabschiedet(Düsseldorf, 4. Dezember 2007) "Mindestens die Hälfte aller kardiovaskulären Krankheiten und Todesfälle...
  • BildZur Umstellung der Semesterzeiten an deutschen Hochschulen (31.10.2007, 10:00)
    Gemeinsame Erklärung der Konferenz der Fachbereiche Physik und der Deutschen Physikalischen GesellschaftDas deutsche Hochschulsystem durchläuft zurzeit zahlreiche Veränderungen. Im Rahmen des europäischen "Bologna-Prozesses" werden Bachelor- und...

Kommentar schreiben

10 + Ac h;t =

Bisherige Kommentare zum Ratgeber (0)

(Keine Kommentare vorhanden)





Weitere Bankrecht-Ratgeber


Anwalt für Bankrecht

Weitere Orte finden Sie unter

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.