Anleger-Ausschüttungen zurück an Fondsgesellschaft/Drittgläubiger?

Autor: , verfasst am 03.12.2017, 15:31| Jetzt kommentieren

Das Landgericht Hildesheim (Az. 6 O 27/17) macht geschädigten Kapitalanlegern von Schiffs-/Immobilien-/Film- und Medienfonds Hoffnung: Häufig besteht kein Anspruch der insolventen Fondsgesellschaft gegenüber geschädigten Kapitalanlegern (Kommanditisten u.a.), zu Unrecht ausgeschüttete Gewinne wieder an die (nun insolvente) Gesellschaft zurück zu zahlen.

Grund hierfür ist die häufig anzutreffende Falschbezifferung von Verbindlichkeiten der Gesellschaft seitens deren Insolvenzverwalter. So werden seitens der Insolvenzverwalter häufig Kosten/Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Drittgläubigern benannt, die Anleger gar nicht tragen müssen, weil die Forderung der Drittgläubiger - gegebenüber der insolventen Gesellschaft - aus diversen Gründen gar nicht durchsetzbar gewesen wären.

Selbst wenn die Pleite gegangene Gesellschaft in der Vergangenheit an Ihre Anleger Gewinne ausgeschüttet hatte, welche mangels Jahresüberschuss gar nicht hätten ausgeschüttet werden dürfen, können sich Anleger somit berechtigte Hoffnung machen, nicht nachträglich nochmals zur Kasse gebeten zu werden.

In dem oben zitierten Urteil ging das Gericht sogar von "wissentlich falsch vorgetragenen" Ansprüchen Drittter - gegenüber der Gesellschaft - seitens des Insolvenzverwalter aus.

Ähnliche Urteile wurden von diversen Amts- und Landgerichten sowie dem Oberlandesgericht Schleswig-Holstein getroffen.  

MPH Legal Services, Rechtsanwalt Dr. Martin Heinzelmann, LL.M., Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, vertritt bundesweit geschädigte Kapitalanleger im Rahmen der Abwehr von Nachforderungen/Rückzahlungen von Fondssgesellschaften/Drittgläubigern.

 

Schlagwörter: Ausschüttungen zurück, Gewinne zurück, Kommanditist, Schiffsfonds, Drittgläubiger

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