Steckdose für private Zwecke am Arbeitsplatz nutzen – erlaubt?

Autor: , verfasst am 29.07.2014, 07:49| Jetzt kommentieren

Das Handy aufladen, den eigenen Kaffee kochen oder dank eines Ventilators an heißen Tagen die nötige Abkühlung holen: In manchen Situationen kann es Gold wert sein, eine Steckdose am Arbeitsplatz zu haben. Doch ob diese auch verwendet werden darf, ist häufig nicht ganz klar. Was der Chef vorschreiben darf und wann eine Abmahnung droht, soll nachfolgend geklärt werden:

Strom (© ktsdesign-Fotolia.com)
Strom
(© ktsdesign-Fotolia.com)

Ist es erlaubt, eigene elektronische Geräte am Arbeitsplatz an die Steckdose anzuschließen?

Festzustellen ist zunächst: Der Stromanschluss auf dem Arbeitsplatz gehört dem Chef bzw. dem Betrieb und darf demnach dafür verwendet werden, was der Chef selbst gestattet. Eigenmächtig Geräte anschließen, beispielsweise das private Smartphone, kann tatsächlich Probleme nach sich ziehen. Wird die Steckdose am Arbeitsplatz für Gegenstände verwendet, die nicht der Erledigung der beruflichen Tätigkeit dienen, muss der Arbeitgeber um Erlaubnis gefragt werden.

Abmahnung oder Kündigung kann die Konsequenz sein

Noch in Erinnerung sein dürfte der Fall einer Supermarkt-Kassiererin, die zwei Pfandbons über insgesamt 1,30 Euro für sich selbst einlöste und wegen Vertrauensbruchs eine sogenannte Bagatellkündigung erhielt. Ähnlich drastisch kann es sich beim Stromklau darstellen, wenn der Arbeitgeber die Nutzung der Steckdosen nicht ausdrücklich erlaubt hat.

Jedoch sind auch Fälle bekannt, bei denen das heimliche Aufladen eine Kündigung nicht rechtfertigen konnte (bei einem Mobiltelefon ging es um Stromkosten von 0,014 Cent, bei einem elektrischen Roller um 1,9 Cent). Hier waren die Gerichte der Ansicht, der Schaden für den Arbeitgeber sei zu gering.

Teils hat ein Verbot der Nutzung des Stromnetzes ganz uneigennützige, nicht wirtschaftliche Gründe. Beispielsweise dann, wenn von dem mitgebrachten Elektrogerät grundsätzlich eine gewisse Gefahr ausgehen kann, wie z.B. von einem Wasserkocher. Diese sind für ihre hohe Störanfälligkeit des Ein- und Ausschaltmechanismus bekannt und können schnell einen Kurzschluss verursachen. Private Geräte unterliegen jedenfalls keiner regelmäßigen, betrieblichen Wartung, weshalb von ihnen aus Sicht des Chefs potentiell höhere Gefahren ausgehen können, als von betriebseigenen Geräten.

Insbesondere, wenn das Verhältnis zwischen dem Mitarbeiter und dem Arbeitgeber sowieso nicht besonders gut ist, der Mitarbeiter jedoch unter den Kündigungsschutz fällt, wird ein Stromklau gern als Anlass für eine fristlose Kündigung genommen. Das Mobiltelefon sollte deshalb besser zuhause geladen werden, wenn der Chef die Einwilligung in die Nutzung seiner Steckdosen nicht erteilt.

Schlagwörter: Steckdose Arbeitsplatz, Kündigung Strom, elektronische Geräte am Arbeitsplatz


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