Home Office – worauf muss man achten?

Autor: , verfasst am 07.01.2015, 08:33| Jetzt kommentieren

Viele Arbeitnehmer nehmen sich derzeit gerne mal einen oder mehrere Tage, in dem sie „Home Office“ machen, das heißt von zu Hause aus arbeiten. Diese Arbeit in den privaten Wohnräumen des Arbeitnehmers wird immer selbstständiger. Besonders Eltern mit Kindern greifen darauf gerne zu, da sie so Familie und Beruf viel leichter unter einen Hut bekommen. Doch worauf muss man achten?

Home-Office (© bilderbox - Fotolia.com)
Home-Office
(© bilderbox - Fotolia.com)

Home Office muss freiwillig erfolgen 

Der Arbeitgeber muss dem Arbeitnehmer zunächst die Arbeit im Home Office gestatten. Tut er dies nicht, darf sich der Arbeitnehmer keinen einzigen Tag nehmen in dem er von zu Hause aus arbeitet. Von beiden Seiten aus, also vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss die Arbeit im Home Office freiwillig und aufgrund einer Vereinbarung erfolgen.

Wie verhält es sich mit der Arbeitszeit im Home Office?

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber die Arbeitszeit während des Home Office nicht kontrollieren. Er muss in diesen Fällen seinem Arbeitnehmer vertrauen. Es ist jedoch zu empfehlen, die Arbeitszeit zu dokumentieren und diese dem Vorgesetzten in bestimmten Abständen vorzulegen. Dabei ist zu beachten, dass das Arbeitsgesetz nicht nur im Büro gilt, sondern auch im Rahmen des Home Office. Mehr als 10 Stunden pro Tag darf der Arbeitnehmer auch daheim nicht arbeiten. Er muss dafür Sorge tragen dass er das Arbeitsgesetz diesbezüglich auch einhält.

Wer trägt die Kosten?

Auch im Home Office werden die Arbeitsmittel vom Arbeitgeber gestellt. Was die Raumbenutzung betrifft, hat das Bundesarbeitsgericht anerkannt, dass zum Beispiel im Außendienst die Kosten für die Raumbenutzung vom Arbeitgeber nicht erstattet werden müssen. Wenn aber der Arbeitnehmer überwiegend in seinen privaten Räumen arbeitet, muss der Arbeitgeber eine monatliche Kostenpauschale für die mit der Nutzung verbundenen Kosten bezahlen. 

Versicherungsschutz 

Hat der Arbeitnehmer im Home Office überhaupt einen Versicherungsschutz? Der Arbeitgeber kann über den Gesundheitsschutz des Arbeitnehmers zu Hause nichts unternehmen, denn er hat in der Wohnung des Arbeitnehmers keine Einflussmöglichkeiten. Das heißt, der Arbeitnehmer muss selbst dafür sorgen, dass er daheim keine gesundheitlichen Schäden wegen der Arbeit trägt.

Die Unfallversicherung des Arbeitgebers gilt aber auch in den Wohnräumen des Arbeitnehmers. Wenn der Arbeitnehmer beispielsweise ausrutscht, wenn er Essen gehen will, handelt es sich um einen Arbeitsunfall, wofür die Unfallversicherung des Arbeitgebers aufkommt.

Was ist zu empfehlen?

Wenn Sie sich für ein Home Office entscheiden, sollten Sie alle Einzelheiten mit Ihrem Arbeitgeber genau aushandeln! Wann und wie lange ist die Arbeitszeit? Wann muss man erreichbar sein? Wer stellt einen PC / Telefon, usw. zur Verfügung. Bekommt man die Kosten für die Räume erstattet, usw. Wenn Sie von Anfang an klare Verhältnisse mit Ihrem Chef haben, kann auch wenig schief gehen.

Vergessen Sie aber in erster Linie nicht, dass Home Office immer noch Arbeit darstellt, auch wenn Sie nicht im Büro erscheinen.

Schlagwörter: Home Office, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitszeit


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