Arbeitsplatz gekündigt? Wehren Sie sich!

Autor: , verfasst am 09.12.2017, 19:57| Jetzt kommentieren

Arbeitnehmer aufgepasst! Arbeitgeber dürfen nicht beliebig lange Probearbeitsverhältnisse eingehen!

Probearbeitsverhältnisse, welche länger als 6 Monate dauern, führen dazu, dass der Arbeitnehmer sodann in den Genuss des vollen Kündigungsschutzes kommt.

Zuvor kann dem Arbeitnehmer allerdings innerhalb von zwei Wochen gekündigt werden. Kündigungsgründe nach dem Kündigungsschutzgesetz sind innerhalb der ersten sechs Wochen seitens des Arbeitgebers ebenso wenig zu berücksichtigen wie die Kündigungsfristen gemäß § 622 Abs. 1 BGB.

Arbeitgeber dürfen Arbeitnehmer in der Probearbeitszeit keinen Lohn vorenthalten. Der Arbeitnehmer hat auch in der Probezeit Anspruch auf seinen Lohn (Landesarbeitsgericht/LAG Köln, Urt. v. 18.03.1989, 8 Sa 1662/17).

Entspricht ein Entgelt nicht mindestens zwei Dritteln des branchenüblichen oder regional gezahlten Tariflohns, ist von Lohnwucher des Arbeitgebers auzugehen (BAG v. 22.04.2009, 5 AZR 436/08). De Vereinbarung zu solchen Konditionen ist sittenwidrig und unwirksam (Hessisches LAG, Urt. v. 07.08.2008, 9/12 Sa 1118/07).

Hinsichtlich von Urlaubsansprüchen gilt: Mit jedem Monat, den er Arbeitnehmer, auch im Rahmen eines Probearbeitsverhältnisses arbeitet, hat er Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs. Der Anspruch auf den vollen Jahresurlaub hat der Arbeitnehmer schon nach sechs Monaten der Betriebszugehörigkeit.

MPH Legal Services, Rechtsanwalt Dr. Martin Heinzelmann, LL.M., vertritt Arbeitnehmer gegenüber Arbeitgebern bei Aufhebungsverhandlungen und im Rahmen von Kündigungsschutzklagen bundesweit!

Schlagwörter: Probezeit, Lohn, Gehalt, unzulässige Befristung, unbefristetes Arbeitsverhältnis Kündigungsschutzklage, Abfindung

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