Zugewinngemeinschaft

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Erklärung zum Begriff Zugewinngemeinschaft


Die Zugewinngemeinschaft ist in der Bundesrepublik Deutschland der geetzliche Güterstand. Der Guterständt regelt die Eigentumsverhältnisse während einer Ehe, wenn die Eheleute oder Lebenspartner keine andere Vereinbarung getroffen haben. Eine andere Vereinbarung könnte unter anderem ein Ehevertrag sein. Im Falle der Scheidung wird der Zugewinn, zu gleichen Teilen auf die Eheleute oder Lebenspartner aufgeteilt. 

Die anderen beiden Güterstände sind Gütergemeinschaft und Gütertrennung.

Der Begriff „Zugewinngemeinschaft“ bedeutet nicht, dass alle während der Ehe erworbenden Gegenstände gemeinschaftliches Vermögen beider Ehegatten werden, dies nennt man Errungenschaftsgemeinschaft. Vielmehr ist die Zugewinngemeinschaft ein Sonderfall der Gütertrennung. Jeder der Eheleute bzw. Lebenspartner bleibt grundsätzlich Alleineigentümer seines vor und während der Ehe bzw. Lebenspartnerschaft erworbenen Vermögens. Die beiden Vermögen bleiben also während der Ehe oder Lebenspartnerschaft voneinander getrennt. Von Ausnahmen abgesehen kann jeder der Eheleute bzw. Lebenspartner sein Vermögen allein verwalten.

Erst mit dem Ende der Ehe oder Lebenspartnerschaft findet ein Ausgleich der beiden während der Ehe oder Lebenspartnerschaft erworbenen Vermögen, der Zugewinnausgleich statt: Endet die Ehe bzw. Lebenspartnerschaft durch Tod, geschieht dies durch Erhöhung des gesetzlichen Erbteils des Ehegatten oder Lebenspartners.

Inhalt

II. Das Verfahren zum Zugewinnausgleichs

Endet die Ehe durch Scheidung, ist auf Antrag eines der Eheleute ein Zugewinnausgleichsverfahren durchzuführen. In diesem Verfahren erfolgt ein Ausgleich in Geld. Hierzu vergleicht man zunächst den Zugewinn beider Ehegatten, das ist die Differenz zwischen dem Endvermögen (Vermögen bei Scheidung) und dem Anfangsvermögen (Vermögen bei Heirat). Danach vergleicht man die beiden Zugewinne. Wer weniger erhalten hat, erhält von der Differenz zum Zugewinn des anderen Ehegatten die Hälfte.

Stichtag für das Anfangsvermögen ist der Tag der standesamtlichen Eheschließung. Stichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem einem der Ehegatten der Scheidungsantrag durch das Gericht zugestellt wird.

Erbschaften und Schenkungen sind privilegiertes Anfangsvermögen und werden dem Anfangsvermögen nachträglich hinzugerechnet oder vom Endvermögen abgezogen.

Beispiel

Ein Mann hat bei Heirat 5.000 €, bei Scheidung hat er aus Berufstätigkeit (Arbeitslohn) 25.000 €. Seine Frau hat bei Heirat 10.000 €, bei Scheidung ebenfalls 10.000 €, da sie nicht berufstätig war und während der Ehe kein Geld verdient hat.

Der Zugewinn des Mannes beträgt 25.000 € - 5.000 € = 20.000 € Der Zugewinn der Frau beträgt 10.000 € - 10.000 € = 0 € Die Differenz der Zugewinne beträgt 20.000 € - 0 € = 20.000 € Die Frau kann vom Mann daher die Hälfte dieser Differenz (20.000 € : 2 = 10.000 €) verlangen.

Dieses Beispiel ist natürlich vereinfacht; zu dem Anfangsvermögen sind ein Inflationsausgleich und u. U. weitere Posten (z. B. Erbschaften) hinzuzurechnen.

Endet die Lebenspartnerschaft durch Aufhebung, ist auf Antrag eines der Lebenspartner ebenfalls ein Zugewinnausgleichsverfahren durchzuführen.

Ende der Ehe durch den Tod

Endet die Ehe oder Lebenspartnerschaft durch Tod, geschieht dies durch Erhöhung des gesetzlichen Erbteils des Partners.

Wo wirde die Zugewinngemeinschaft geregelt?

Die Zugewinngemeinschaft wird im Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in §1363 festgehalten.

 

   



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