Zufluss (Steuerrecht)

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Erklärung zum Begriff Zufluss (Steuerrecht)

Im Steuerrecht werden als "Zufluss" Einnahmen bezeichnet, während "Abfluss" die Ausgaben definiert. Seine gesetzliche Definition erhält der steuerliche Zufluss aus dem § 11 EStG. Gemäß diesem sind Einnahmen innerhalb eines Kalenderjahres bezogen, in dem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Dies gilt auch für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen, beispielsweise Lohnzahlungen, wenn sie dem Steuerpflichtigen kurze Zeit vor Beginn beziehungsweise kurze Zeit nach Beendigung des betreffenden Kalenderjahres zugeflossen sind. Als diese kurze Zeit wird in der Regel ein Zeitraum von 10 Tagen angesehen.

Bei dem Zuflussprinzip handelt es sich um ein Prinzip, welches im Einkommensteuerrecht Anwendung findet. Gemäß diesem sind Einnahmen jenem Jahr steuerlich zuzuordnen, in welchem sie zugeflossen sind. Angewendet wird das Zuflussprinzip bei der Gewinnermittlung gemäß § 4 Abs. 3 sowie bei der Überschussermittlung.

Dem Zuflussprinzip gegenüber steht das Abflussprinzip: Ausgaben sind grundsätzlich jenem Kalenderjahr zuzuordnen, in dem sie getätigt worden sind. Auch hierfür ist die gesetzliche Grundlage in § 11 EStG zu finden (§ 11 Abs. 2 EStG). Angewendet wird das Abflussprinzip

gemäß § 4 III EStG bei Gewinnermittlung,
bei Ermittlung der Überschusseinkünfte ,
bei Ermittlung der abzugsfähigen Sonderausgaben gemäß § 10 EStG sowie bei Ermittlung der abzugsfähigen außergewöhnlichen Belastungen gemäß § 33 EStG,
gemäß § 9 EStG bei Werbungskosten der Überschusseinkünfte sowie  
bei Zuwendungen an politische Parteien.

 




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