Zahnheilkunde

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Erklärung zum Begriff Zahnheilkunde

Unter Zahnheilkunde, auch lateinisch Stomatolgie genannt, bezeichnet man das Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

Oftmals finden sich Überschneidungen mit anderen medizinischen Disziplinen, denn Krankheitssymptome sind oft zuerst im Mundhöhlenbereich zu beobachten, krankhafte Veränderungen im Bereich der Mundhöhle wirken sich auf den restlichen Organismus aus. Heute existieren zahlreiche Fachbereiche wie die Kieferorthopädie, die Oralchirurgie, es gibt Zahnärzte für öffentliches Gesundheitswesen, Fachzahnärzte für Parodontologie, es gibt den Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Vertragsärzte und Privatärzte.

Geschichte der Zahnheilkunde

Die Zahnheilkunde ist wohl so alt wie die Menschheit. Vor der Erfindung moderner Betäubungsmittel war die Zahnheilkunde recht archaisch, Zeitknappheit wegen fehlender Betäubungsmittel gestaltete die Behandlung kurz und schmerzhaft rabiat. 1905 kam Novocain auf den Markt, entwickelt von Alfred Einhorn der späteren Hoechst AG. Früher nannten sich die zahnärztlichen Handwerker „Bader“, man nannte sie „Zahnbrecher“ oder „Zahnreißer“.

Zahnstatus feststellen

Die Zahnheilkunde befasst sich mit dem Zahnstatus. Dieser wird anhand von intra- und extraoraler Erhebung des Befundes, der Feststellung des Ist-Zustands der Zähne, des Zahnfleischs sowie der Mundschleimhaut dokumentiert. Auch Kaumuskulatur und Kiefergelenke, unter Umständen die Speicherflussrate sind relevant. Weiter sind im Zahnstatus Zahnersatz, auch Inlays, Onlays oder Implantate erfasst, genauso wie ersetzte oder fehlende Zähne, Füllungen, Kariesbefall, Zahnersatz, auch Zahnfleischerkrankungen. All dies, nebst Notizen über Fehlstellungen der Zähne oder sonstigen Erkrankungen im Mund- Kiefer- und Zahnbereich, wird in einer schriftlichen Dokumentation festgehalten. In der zahnmedizinischen Prophylaxe geht es um vorbeugende Maßnahmen, welche die Entstehung oder Verschlimmerung von Zahnkrankheiten verhindern sollen.

Diagnostik und Fachgebiete der Zahnheilkunde

Die Diagnostik umfasst Photodokumentation, eine Sensibilitätsprüfung der Zähne, die Erhebung des Parodontalstatus, die Funktionsdiagnostik zur Feststellung von Okklusionstörungen und Kiefergelenkserkrankungen. Im Bedarfsfall werden Röntgenaufnahmen, will heißen Einzelaufnahmen oder Panoramaröntgenaufnahmen, eine digitale Volumentomografie, notwendig. Außergewöhnliche Fachgebiete in der Zahnheilkunde sind die Ethnologe-Zahnmedizin, welche sich mit der Mundgesundheit und den Zähnen indigener Völker beschäftigt als auch wohl die forensische Zahnmedizin, die sich mit der Identifizierung von Leichen anhand ihres Gebisses beschäftigt.




Mitwirkende/Autoren:
Erstellt von , 11.11.2015 08:14
Zuletzt editiert von JuraforumWiki-Redaktion, 11.11.2015 08:14


 
 

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Entscheidungen zum Begriff Zahnheilkunde

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  • BildOVG-NORDRHEIN-WESTFALEN, 26.09.2008, 13 B 1165/08
    Die Verwendung der Bezeichnung "Praxis für Zahnheilkunde und Implantologie" in der Zeitungsanzeige eines Zahnarztes ist irreführend und daher berufswidrig; sie kann durch Ordnungsverfügung der Zahnärztekammer untersagt werden.
  • BildBVERWG, 29.01.2004, BVerwG 3 C 39.03
    § 1 Abs. 1 ZHG verleiht dem approbierten Arzt nicht das Recht zur generellen Ausübung der Zahnheilkunde und zur Führung der Bezeichnung "Zahnarzt".
  • BildOLG-KOELN, 09.11.1995, 5 W 81/95
    Bei Auseinandersetzung des SV mit den Streitfragen des Falles (Verträglichkeit von Palladium-Legierungen in der Zahnheilkunde) sind Jahre zurückliegende abweichende Auffassungen des SV kein Grund, eine Befangenheit zu befürchten.
  • BildOLG-FRANKFURT-AM-MAIN, 01.03.2012, 6 U 264/10
    Das Einfärben von Zähnen (Zahnbleaching) sowie die Zahnreinigung mit einem Wasserpulverstrahlgerät sind als Ausübung der Zahnheilkunde grundsätzlich approbierten Zahnärzten vorbehalten. Auch einer berufserfahrenen zahnmedizininischen Fachassistentin, die diese Tätigkeiten unter der Aufsicht des Zahnarztes in dessen Praxis ausüben darf,...
  • BildVGH-BADEN-WUERTTEMBERG, 24.04.1995, 9 S 2226/93
    1. Die Approbationsordnung für Zahnärzte idF von § 43 der Röntgenverordnung vom 8.1.1987 (BGBl I S 114) hatte im Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde eine den Anforderungen des Art 80 Abs 1 S 2 GG genügende Ermächtigungsgrundlage. 2. Zur Vereinbarkeit des Benotungssystems und der Bestehensvoraussetzungen nach § 22 ZAppO (ZÄPrO)...
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