Wohnungseigentum

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Erklärung zum Begriff Wohnungseigentum

Im deutschen Recht ist das Wohnungseigentum an einer einzelnen Wohnung speziell fixiert und geregelt. Der Anspruch an das Eigentum einer Wohnung wird durch eine Eintragung im Grundbuch geregelt. Bei entsprechender Begründung erhält jede Wohnung ein Grundbuchblatt. Text im Grundbuch wird nicht gelöscht, d.h., es können alle Rechte die an einem Wohnungseigentum bestehen  bzw. bestanden haben, eindeutig nachvollzogen werden.
Jedes Wohnungseigentum, das über ein eigenes Grundbuchblatt verfügt, kann wie jede andere Immobilie auch, verkauft , verschenkt oder belastet werden.

I. Abgrenzung: Wohnungseigentum und Wohneigentum
Das Wohnungseigentum muss jedoch vom Wohneigentum strikt unterschieden werden. So finden sich im Wohnungseigentum drei wichtige Faktoren, die beachtet werden müssen:

  1. Es gibt ein Sondereigentum an den Räumen der jeweiligen Wohnung
  2. Der Miteigentumsanteil am Gemeinschaftseigentum besteht immer. Besonders an Grundstücken und am Verwaltungsvermögen.
  3. Es herrscht ein Mitgliedschaftsrecht in der Wohnungseigentümergemeinschaft.

II. Die Begründung des Wohnungseigentums
Eine Begründung des Wohnungseigentums kann auf zwei Wegen erfolgen. Zum einen durch einen Vertrag nach §§ 3, 8 WEG mit dem Eigentümer des bisherigen Grundstückes erfolgen oder aber es kommt zu einer Teilung des im Alleineigentum stehenden Grundstücks. Darüber hinaus müssen aber auch die Vorgaben für den Grundstücksverkauf beachtet werden.

III. Die Rechtsverhältnisse beim Wohnungseigentum
Das Wohnungseigentumsgesetzt bestimmt auch die Rechtsverhältnisse der Wohnungseigentümer untereinander. Mit Hilfe des § 15 WEG können Wohnungseigentümer nicht nur das Sondereigentum geltend machen, sondern auch das gemeinschaftliche Eigentum durch eine Gemeinschaftsordnung regeln. Es liegt im Ermessen jedes einzelnen Wohnungseigentümers über seinen Anteil frei verfügen zu können. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, ein Wohnungs-Erbbaurecht einzurichten.

IV. Das Sondereigentum im Wohnungseigentum
Das Sondereigentum und das Miteigentumsanteil am Gemeinschaftseigentum bilden den Zusammenschluss des Wohnungseigentums. Dabei ist das Sondereigentum aber nicht klar gesetzlich definiert. Eine Vereinbarung kommt vielmehr durch die Teilungserklärung und den Aufteilungsplan zustande. Gemeinschaftseigentum ist demzufolge all das, was nicht als Sondereigentum geltend gemacht werden kann. Das Sondereigentum kann von jedem Wohnungseigentümer entsprechend seinen Möglichkeiten frei genutzt werden. Die Kosten für die Instandhaltung muss der Eigentümer jedoch selbst bestreiten.

V. Pflichten der Wohnungseigentümer
Laut §§14, 16 WEG unterliegen die Wohnungseigentümer auch einigen Pflichten. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Pflicht das Sondereigentum entsprechend zu nutzen, ohne das fremdes Sondereigentum oder das Gemeinschaftseigentum beeinträchtigt werden. § 14 Nr. 1 und 2 WEG
  • Die Pflicht die Instandhaltung des Sondereigentums zu gewährleisten  § 14 Nr. 1 WEG

Kommt es zu einer Verletzung der Pflichten müssen Wohnungseigentümer mit Unterlassungs- oder Leistungsansprüche oder möglichen  Schadensersatzforderungen rechnen.



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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    Mal angenommen, A wurde die Eigentumswohnung der Eltern zum Teil übertragen (ein weiterer Teil liegt beim Bruder von A und der Rest aufgeteilt bei den Eltern). Dieses Beurkundungsverfahren wurde vom Notar bestätigt und ins Grundbuch eingetragen.A entscheidet nun, dass er kein Eigentümer mehr sein möchte. Der Wert der Übertragung beim... » weiter lesen
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    auf der Eigentümerversammlung wird ein Beschluß gefaßt über einen nicht unerheblichen Bau-Auftrag, er war nicht in der Einladung angekündigt. Die Eigentümer haben mit einer einfachen Mehrheit zugestimmt. Ist dieser Beschluß gültig?. Wie nennt sich im Fachjargon ein solcher Beschluß. » weiter lesen
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Bisherige Kommentare zum Begriff (1)

Matthias  (02.01.2017 18:01 Uhr):
Habe eine Frage unser neuer Verwalter der Eigentumsanlage hat uns Eigentümer der Eigentumswohnung in zusammenhang mit nachrüsten von rauchmeldern als nur Sondereigentumsnutzer bezeichnet bezeichnet und wir wären keine Eigentümer und deshalb kann er Entscheiden . In der Thüringer Bauordnung steht der Eigentümer und Vermieter müssen in die Wohnungen Rauchmelder Nachrüsten.








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