Whistleblowing

Lexikon | Jetzt kommentieren

Erklärung zum Begriff Whistleblowing

„Whistleblowing“ heißt übersetzt so viel wie „in die Pfeife blasen“; im heutigen Sprachgebrauch jedoch wird es als „aufdecken“ oder „enthüllen“ verwendet.

Ein "Whistleblower" ist eine Person, die Mittlern und Medien Hinweise auf Missstände in Unternehmen, Organisationen etc. gibt, wobei sie in der Regel aus dem Mitarbeiterkreis dieses Unternehmens stammen, also Insider sind. Zu beachten ist, dass es Whistleblowern nur um die Aufdeckung der Missstände und nicht um eigenen Profit geht; sie handeln immer uneigennützig.

"Whistleblowing" ist somit der Verrat von innerbetrieblichen Missständen seitens eines Insiders. Bei diesen Missständen handelt es sich in der Regel um sensible Informationen, deren Veröffentlichung zu Rufschädigung von Institutionen, Organisationen oder einzelner Personen führt.

Ein Whistleblower muss mit Repressalien seitens der verratenen Organisation rechnen, sei es Arbeitsplatz- oder Imageverlust oder Disziplinarmaßnahmen, da in der Regel das Unternehmen oder die Organisation nicht über die Aufdeckung interner Missstände erfreut ist. So ist es nicht selten der Fall, dass diese Enthüller ermordet oder zum Suizid gezwungen werden. Seitens der Bevölkerung genießen Whistleblower aber einen sehr guten Ruf, da sie heldenhaft Leib und Leben riskieren, um unangenehme Wahrheiten an die Öffentlichkeit zu bringen.

Im Internet gibt es diverse Whistleblowing-Portale, auf denen Missstände der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Das bekannteste Portal ist Wikileaks, dessen Betreiber sehr darum bemüht sind, dass die veröffentlichten Informationen tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Dies ist insofern notwendig, als dass die sogenannten „leaks“ der Aufklärung der Öffentlichkeit dienen sollen, nicht aber dazu führen sollen, unbescholtene Bürger oder Unternehmen in Verruf zu bringen. Aus diesem Grund überprüfen auch die Medien sehr sorgfältig den Wahrheitsgehalt der Informationen von Whistleblowern, bevor sie diese veröffentlichen.

Im Jahre 1999 wurde in Deutschland erstmals der Whistleblower-Preis vergeben. Seitdem erhält diese Auszeichnung alle zwei Jahre derjenige Whistleblower, der sich in den Augen der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und der deutschen Sektion der  IALANA (International Association of Lawyers against Nuclear Arms) besonders verdient gemacht hat.



Bearbeiten


Häufige Rechtsfragen zum Thema

  • Kongress Arbeitsrecht 2017 AuA schrieb am 01.12.2016, 14:18 Uhr:
    Der Kongress Arbeitsrecht 2017 bietetGeschäftsführern, Personalleitern, Verbandsjuristen und Fachanwälten für Arbeitsrecht ein hochkarätiges Kommunikationsforum.Der 12. Kongress Arbeitsrecht vermittelt den Teilnehmern in kompakter Form Kenntnisse zu den aktuellen rechtspolitischen Entwicklungen im Arbeitsrecht und gibt einen Überblick... » weiter lesen
  • AG unterstellt AN Sozialbetrug - Schadensersatz/Schmerzensgeld? Frau Meier schrieb am 23.11.2016, 15:25 Uhr:
    Mal angenommen ein AG würde seinem AN im Telefongespräch unterstellen, er habe Sozialbetrug begangen, der AN sei angeblich nicht erkrankt, so die Behauptung des AG, der AN würde "blau machen". Der AG hat die Lohnfortzahlung für den Zeitraum der Krankschreibung in diesem Zug eingestellt.1.) Nachweislich äußert sich die Behauptung darin,... » weiter lesen
  • Sollen whistleblower und Journalisten bestraft werden? Beth82 schrieb am 11.04.2016, 13:25 Uhr:
    Hallo in die Runde,die EU soll ein Gesetz (Richtlinie über den Schutz vertraulichen Know-hows und vertraulicher Geschäftsinformationen) herausgeben, das Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen besser *schützen* soll…http://eur-lex.europa.eu/legal-content/de/TXT/?uri=CELEX:52013PC0813Fraglich wäre doch hier, ob es sich ausschließlich um... » weiter lesen
  • Whistleblowing im Arbeitsrecht 123Jochen123 schrieb am 08.04.2015, 16:28 Uhr:
    Sehr geehrte Forenmitglieder,im Rahmen einer Seminararbeit versuche ich mich über "Arbeitsrechtliche Aspekte beim Whistleblowing" zu informieren.1. Welche Literatur ist hierbei besonders empfehlenswert?2. Haben Sie vielleicht Tipps für mich wie ich die Arbeit aufbauen könnte?Mein Ziel ist einen präsentationsfähigen Überblick über die... » weiter lesen
  • Abmahnung für Verbesserungsvorschlag peersteiner schrieb am 22.10.2010, 08:55 Uhr:
    Hallo, angenommen Herr J. arbeitet in einer Firma mit etwa 1600 Beschäftigten. Er hätte zusammen mit 2 weiteren Kollegen einen VERBESSERUNGSVORSCHLAG eingereicht welcher durch relativ einfache technische Änderungen jährliche Einsparungen etwa in Höhe von 250 000 € erbracht hätte. Betroffen wäre ein externer Auftragnehmer welcher... » weiter lesen
  • ALG I trotz Selbstkündigung (illegale Software)? kaladan schrieb am 30.09.2010, 20:27 Uhr:
    Wie sieht es aus, wenn ein AN dem AG darauf hingewiesen hat, das die software nicht lizensiert ist, mit der der AN arbeitet. Der AG weigert sich monatelang die Software lizensieren zu lassen. Der zuständige System-Admin traut sich nicht etwas zu Unternehmen. Kann der AN in einem solchen Falle kündigen, ohne eine 3-Monatssperee beim ALG... » weiter lesen
  • "Stasimethoden" im Betrieb sarenka schrieb am 24.02.2008, 15:10 Uhr:
    Hallo an alle, folgendes Problem. Und zwar: In einem Betrieb wird der Terminus Whistleblowing „entfremdet“ à hier werden Menschen also „Schmarotzer“ eingesetzt, welche bei der kleinsten Verfehlung bereits Dritte „anschwärzen“… Beispiel: es ist im Unternehmen verboten, während der Pause und nach Feierabend über Geschäftliches zu... » weiter lesen

Passende juristische News

  • Essen, 24. Januar 2012. Soziale Netzwerke erfreuen sich in Deutschland reger Beliebtheit. Hierzulande gibt es bereits 23 Millionen Facebook-Accounts. Der AGAD-Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. warnt davor, dass bei steigender Nutzung sozialer Netzwerke auch die arbeitsrechtlichen Probleme z.B. bei beleidigenden, diffamierenden oder den Arbeitgeber anderweitig schädigenden Facebook-Postings zunehmen. Nach... » weiter lesen


Whistleblowing Urteile und Entscheidungen

  • BildFür die Beurteilung der Frage, ob eine gegen den Arbeitgeber gerichtete Strafanzeige durch den Arbeitnehmer (sog. whistleblowing) einen wichtigen Kündigungsgrund i. S. des § 626 Abs. 1 BGB bildet, hat eine an den Grundrechten der Beteiligten orientierte umfassende Interessenabwägung unter besonderer Berücksichtigung von Interessen der...

    » LAG-KOELN, 02.02.2012, 6 Sa 304/11
  • BildDie vorschnelle Anzeige angeblichen Fehlverhaltens des Arbeitgebers beim Jugendamt durch eine Arbeitnehmerin, die mit der Betreuung von Kleinkindern beschäftigt ist, stellt einen wichtigen Kündigungsgrund dar.

    » LAG-KOELN, 05.07.2012, 6 Sa 71/12
  • Bild1. Nach der Rspr. des BVerfG verstößt eine Handhabung des Schadensersatzrechts, die den gutgläubigen Strafanzeigeerstatter mit dem Risiko des Schadensersatzes für den Fall belastet, dass seine Anzeige nicht zum Beweis des behaupteten Vorwurfs führt, gegen Art. 2 Abs. 1 GG und das Rechtsstaatsprinzip. Mit den Grundgeboten des...

    » LAG-HAMM, 21.07.2011, 11 Sa 2248/10

Kommentar schreiben

85 - Sieb en =
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.
* Pflichtfeld

Bisherige Kommentare zum Begriff (0)

(Keine Kommentare vorhanden)








Whistleblowing – Weitere Begriffe im Umkreis
Strafanzeige
Bei einer Strafanzeige handelt es sich um eine Wissenserklärung über einen Sachverhalt, der auf eine Straftat hindeutet. Nach § 158 Absatz 1 StPO kann eine solche Anzeige bei jeder Polizeidienststelle sowie bei den Staatsanwaltschaften und den...

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:


Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

© 2003-2018 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.