Werbungskosten-Pauschbetrag

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Erklärung zum Begriff Werbungskosten-Pauschbetrag

Grundsätzlich müssen im Rahmen der Überschusseinkünfte die Werbungskosten einzeln nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden. Das gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch bei den Kapitaleinkünften oder den sonstigen Einkünften.

Damit nicht wegen geringfügiger Beträge ein Nachweis geführt werden muss, regelt der § 9a EStG zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens folgende Werbungskosten-Pauschbeträge, die ohne jeglichen Kostennachweis berücksichtigt werden:

  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Bis 2010 beträgt der Pauschbetrag 920 EUR, ab 2011 = 1.000 EUR. Bei Ehegatten steht der Arbeitnehmer-Pauschbetrag jedem Ehegatten nur dann zu, wenn er auch Arbeitslohn bezieht.

  • Kapitaleinkünfte: Ab 2009 wird bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen ein sog. Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 EUR für Ledige bzw. 1.602 EUR bei Verheirateten berücksichtigt (§ 20 Abs. 9 EStG). Die tatsächlichen Werbungskosten können nicht mehr alternativ abgezogen werden.

  • Renteneinkünfte: Für Einkünfte aus Renten, dauernden Lasten und Ehegattenunterhalt (Realsplitting) wird ein Pauschbetrag von 102 EUR abgezogen. Eine Verdoppelung bei Ehegatten wie im Falle des Pauschbetrags für Kapitaleinkünfte erfolgt nicht. Allerdings erhält jeder Ehegatte den Pauschbetrag von 102 EUR, wenn er selbst Renteneinkünfte etc. bezieht.

  • Versorgungsbezüge: Für Versorgungsbezüge wird wie auch bei Renteneinkünften ab 2005 ein Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 102 EUR gewährt.



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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Werbungskosten-Pauschbetrag Urteile und Entscheidungen

  • BildZur Berechnung des Progressionsvorbehalts sind steuerfreie Leistungen nach § 32b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. j EStG --hier: Elterngeld-- nicht um den Arbeitnehmer-Pauschbetrag zu vermindern, wenn bei der Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit den Pauschbetrag übersteigende Werbungskosten abgezogen wurden.

    » BFH, 25.09.2014, III R 61/12
  • Bild1. Der Steuerpflichtige, der Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit erzielt, hat einen Rechtsanspruch auf den Ansatz des ungekürzten Arbeitnehmer-Pauschbetrages, selbst wenn feststeht, dass keine oder nur geringe Werbungskosten angefallen sind. Bei einem zwingenden gesetzlichen Pauschbetrag verbieten sich Überlegungen, ob im...

    » BFH, 10.06.2008, VIII R 76/05
  • BildBei der Ermittlung des für den Progressionsvorbehalt zu berechnenden besonderen Einkommensteuersatzes nach § 32b Abs. 2 Nr. 2 EStG 1997 sind die nach einem DBA steuerfreien ausländischen Einkünfte, um die das nach § 32a Abs. 1 EStG 1997 zu versteuernde Einkommen zu vermehren ist, um die tatsächlich angefallenen Werbungskosten zu...

    » BFH, 17.12.2003, I R 75/03

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