Versicherungsprämie

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Erklärung zum Begriff Versicherungsprämie

Bei einer "Versicherungsprämie" handelt es sich um einen Anreiz, welcher als Belohnung fürs das Eintreten eines bestimmten Ereignisses beziehungsweise für das Erreichen eines zuvor festgelegten Ziels geschaffen wird. Dieser Anreiz kann sowohl finanzieller als auch nicht finanzieller Art sein.

Bei Versicherungen ist die Versicherungsprämie als ein Entgelt des Versicherungsnehmers für den Versicherungsschutz anzusehen. Das bedeutet, dass dadurch die Übernahme des Versicherungsrisikos bezahlt wird. Je höher die Versicherungssumme ist, desto höher fällt auch die Versicherungsprämie aus.

In der Regel wird diese Prämie im Voraus für ein Jahr entrichtet.

Im Versicherungswesen wird zwischen „Erstprämie“ und „Folgeprämie“ differenziert. Bei der Erstprämie handelt es sich um eine Prämie, welche zu Beginn des Versicherungsverhältnisses fällig ist. Wird diese seitens des Versicherungsnehmers nicht oder zu spät gezahlt, so kann die zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Dies bedeutet, dass der Versicherer das Versicherungsverhältnis kündigen darf. Ausnahmen bestehen lediglich in jenen Fällen, in denen der Zahlungsverzug nicht dem Versicherungsnehmer anzulasten ist. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich in § 37 VVG:

„1. Wird die einmalige oder die erste Prämie nicht rechtzeitig gezahlt, ist der Versicherer, solange die Zahlung nicht bewirkt ist, zum Rücktritt vom Vertrag berechtigt, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat die Nichtzahlung nicht zu vertreten.

2. Ist die einmalige oder die erste Prämie bei Eintritt des Versicherungsfalles nicht gezahlt, ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, es sei denn, der Versicherungsnehmer hat die Nichtzahlung nicht zu vertreten. Der Versicherer ist nur leistungsfrei, wenn er den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform oder durch einen auffälligen Hinweis im Versicherungsschein auf diese Rechtsfolge der Nichtzahlung der Prämie aufmerksam gemacht hat.“

Als Folgeprämie hingegen werden jene Prämien angesehen, welche in den Folgejahren fällig sind. Kommt der Versicherungsnehmer mit ihrer Zahlung in Verzug, so darf der Versicherer ihm eine Zahlungsfrist setzen, innerhalb derer die Zahlung zu erfolgen hat. Sollte in der Zeit, in der noch keine Zahlung erfolgt ist, ein Versicherungsfall eintreten, so ist der Versicherer nicht dazu verpflichtet, für diesen gerade zu stehen. Auch hat der Versicherer das Recht, das Versicherungsverhältnis zu kündigen, wenn der Versicherte seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Gesetzlich definiert wird dies in § 38 VVG.

 



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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Versicherungsprämie Urteile und Entscheidungen

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  • BildLeitsatz: Eine Mahnung mit dem Hinweis, daß die Versicherungsprämie innerhalb von zwei Wochen zu zahlen sei, entfaltet keine Rechtswirkungenen, weil nach § 39 Absatz 1 Satz 1 VVG eine Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen zu bestimmen ist.

    » OLG-MUENCHEN, 15.02.2000, 25 U 4815/99

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