Vermieter

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Erklärung zum Begriff Vermieter

Der Vermieter, in aller Regel auch der Besitzer der Sache, ist die zweite Seite eines Mietvertrages nach den §§ 535 bis 580a des Bürgerlichen Gesetzbuches (§§ 535 – 580a BGB).

Ein Mietvertrag ist nach der Rechtsprechung eine „gegenseitige Vereinbarung zur zeitweisen Gebrauchsüberlassung gegen Entgelt“. Der Vermieter verpflichtet sich nicht nur dazu, die Sache in ordnungsgemäßem Zustand zu übergeben, sondern vielmehr auch Sorge dafür zu tragen, dass die Sache des Weiteren in diesem Zustand verbleibt. Die Gegenleistung des Mieters ist die regelmäßige Zahlung der vertraglich vereinbarten Miete. Ein älteres Wort für Miete ist „Mietzins“. 

Nutzungsarten und Mietvertragstypen

Der Vermieter korrespondiert mit Mietvertragstyp oder Nutzungsart der vermieteten Sache. Grundsätzlich gelten im deutschen Recht für den Vermieter als auch für den Mieter bei allen Mietverträgen die Vorschriften der Paragraphen 305 bis 310 des BGB (§§ 305 – 310 BGB). Nun wird unterschieden zwischen einer Nutzung zu Wohnzwecken und anderweitiger Nutzung. Für Wohnraum, der nicht gewerblich genutzt wird, gelten die Paragraphen 549 bis 577 (§§ 549 – 577 BGB). Hier besteht eine große Differenz in Bezug auf den Mieterschutz, der bei Räumen und Grundstücken, die keine Wohnräume sind, nur sehr bedingt wirksam ist. Nachzulesen in den Paragraphen 549 bis 577a des BGB (§§ 549 – 577 a BGB) sowie explizit in Paragraph 578 BGB (§ 578 BGB). Ein solcher Mietvertrag heißt Gewerbemietvertrag. Bewegliche Sachen werden ebenfalls nach dem allgemeinen Mietrecht vermietet, nur bei Schiffen finden sich nur sehr begrenzt Sonderegeln.  Ein Pachtvertrag geht über die reine Miete hinaus und garantiert dem Mieter zusätzlich die Nutznießung der Früchte der verpachteten Sache. Will heißen, den Apfel vom Apfelbaum. Wer den Gebrauch einer Sache ohne Entgelt gestattet, schließt keinen Miet- sondern einen Leihvertrag ab, was auch für Wohnungen oder Gebäude gilt.

Vermietung von Räumen zu Wohnzwecken

Das Gesetz unterscheidet außerdem zwischen der befristeten Vermietung durch einen Zeitmietvertrag sowie Untermietverträgen und Verträgen über Werkwohnungen. Rechtsvorschriften für Mietverträge zum vorübergehenden Gebrauch gelten für Räumlichkeiten in Gasthöfen und Pensionen oder Ferienwohnungen. Hier kann der Vermieter auch einen Beherbergungsvertrag nach den §§ 701 ff. BGB abschließen. Auch für Heimverträge gilt das Mietrecht.


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