Vergütungstarifvertrag

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Erklärung zum Begriff Vergütungstarifvertrag

Bei dem Vergütungstarifvertrag (auch: Lohn- oder Gehaltstarifvertrag) handelt es sich um eine der Formen, in denen ein Tarifvertrag gegeben sein kann. Er ist jedoch nicht als Solitärvertrag anzusehen, sondern geht mit dem dazugehörigen Manteltarifvertrag einher. In der Regel besitzt er jedoch eine kürzere Laufzeit als dieser; meistens nur ein Jahr.

In einem Vergütungstarifvertrag wird die Höhe der Vergütung geregelt, welche ein Arbeitnehmer für die von ihm erbrachte Arbeitsleistung erhält, und zwar sowohl bezüglich Löhne und Gehälter als auch bezüglich Akkordlöhne. Zudem kann er Regelungen über darüber hinausgehende Vergütungen - wie beispielsweise Urlaubsgeld oder Gratifikationen - enthalten, muss er aber nicht. Derartige Vergütungen werden häufig gemäß gesonderter Tarifverträge geregelt. Zu beachten ist, dass es sich bei Tariflöhnen um Mindestlöhne handelt. Dies bedeutet, dass von ihnen nicht nach unten hin abgewichen werden darf.

Während die Rahmenbedingungen eines Arbeitsverhältnisses für gewöhnlich in einem Manteltarifvertrag geregelt werden, wird in einem Vergütungstarifvertrag die konkrete Höhe der Vergütung in seinem Geltungsbereich definiert. Hierfür bedarf es eines Arbeitsbewertungsverfahrens, welches die betreffenden Tätigkeiten je nach Anforderung bestimmten Vergütungsgruppen zuordnet. Dabei erfolgt auch die Höhe der Vergütung für die jeweilige Vergütungsgruppe. Innerhalb dieser Zuordnung kann auf individuelle Kriterien eines Arbeitnehmers Rücksicht genommen werden, wie beispielsweise seine Betriebszugehörigkeit und/oder seine Berufserfahrung. Keine gesonderten Regelungen sind jedoch für Männer und Frauen gestattet; gemäß dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist eine geschlechterspezifische Vergütung der Arbeitsleistung nicht gestattet.

Innerhalb eines Betriebes muss nun festgestellt werden, welcher Vergütungsgruppe die einzelnen Arbeitsverhältnisse zuzuordnen sind.

 



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Häufige Rechtsfragen zum Thema

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Vergütungstarifvertrag Urteile und Entscheidungen

  • BildKeine unzulässige Rückwirkung durch die ÄnderungsTV Nr. 1 + 2 zum VTV Nr. 8 für das Cockpitpersonal der LH (Absenkung des Schwellenwerts für die Stufensteigerungen).

    » LAG-KOELN, 15.12.2005, 10 Sa 651/04
  • BildWendet der tarifgebundene Arbeitgeber auf die Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmer unabhängig von deren Tarifbindung den einschlägigen Vergütungstarifvertrag an, kann er von dieser Regel nicht ohne Sachgrund hinsichtlich der nicht tarifgebundenen Angehörigen einer einzelnen Arbeitnehmergruppe abweichen.

    » BAG, 11.11.2008, 1 ABR 68/07
  • BildDie Bezugnahme in einem vom Arbeitgeber vorformulierten Arbeitsvertrag auf den jeweils gültigen Vergütungstarifvertrag zum BAT für den Bereich der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände kann nicht dahin ausgelegt werden, es werde auf den BAT Bund/Länder verwiesen.

    » LAG-BERLIN, 02.05.2005, 12 Sa 2583/04

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