Mutterschaftsurlaub

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Erklärung zum Begriff Mutterschaftsurlaub


Der Begriff Mutterschaftsurlaub wird heutzutage umgangssprachlich für die Elternzeit verwendet. Später wurde er zunächst in Erziehungsurlaub und danach in Elternzeit umbenannt. Der Begriff bezeichnet Beschäftigungsverbote für Frauen vor und nach der Entbindung. Dadurch sollen Gefahren abgewendet werden, welche den betroffenen Frauen durch die Teilnahme am Arbeitsleben entstehen können.  

Gesetzliche Regelungen und Dauer

Die gesetzlichen Regelungen dazu finden sich für Arbeitnehmer im Mutterschutzgesetz. Für Beamte gilt analog die Mutterschutz- und Elternzeitverordnung.

Der Anspruch auf Mutterschaftsurlaub in Deutschland besteht über einen Zeitraum von 14 Wochen. Davon sind 6 Wochen vor dem potentiellen Entbindungstermin zu nehmen und die restlichen 8 Wochen danach. Gemäß § 6 MuschG werden bei Früh- und Mehrlingsgeburten allerdings nach der Geburt des Nachwuchses insgesamt 12 Wochen gewährt. Während dieses Zeitrahmens wird 100% Lohnfortzahlung gewährt.

Der Europäische Gerichtshof hat im Jahr 2010 entschieden, dass Arbeitnehmerinnen während des Mutterschaftsurlaubs zwar Anspruch auf ihr monatliches Arbeitsentgelt haben, allerdings besteht kein Anspruch auf Zulagen, welche sonst regulär  nur wegen berufsbedingter Nachteile gezahlt werden. Der Anspruch auf diese Zulagen bestehe nicht, da die Tätigkeit während der Beurlaubung gar nicht durchgeführt werde und daher auch keine berufsbedingten Nachteile auszugleichen seien [EuGH, 01.07.2010, C-194/08 und C-471/08].

Geltungsbereich des Mutterschutzgesetzes

Die gesetzlichen Voraussetzungen zur Inanspruchnahme sind:

  • Der Arbeitsort der angehenden Mutter muss in der Bundesrepublik Deutschland liegen.

  • Der Mutterschutz wird unabhängig von einer Vollzeitstelle gewährt. Auch Frauen die haupt- oder nebenberuflich Beschäftigungsverhältnisse in Teilzeit, auf Probe oder in Aushilfstätigkeiten nachgehen, erhalten ihn. Das Gleiche gilt für Auszubildende, in Heimarbeit Beschäftigte und Frauen, die sich in Weiterbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen befinden.

  • Auch Arbeitnehmerinnen in der Verwaltung, Landwirtschaft, Verwaltung, Betrieben sowie in Familienhaushalten haben einen Anspruch auf Mutterschaftsurlaub.




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