Urheberrecht ausüben

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Erklärung zum Begriff Urheberrecht ausüben


Der Terminus „das Urheberrecht ausüben“ läuft ein wenig ins Leere. Das jeweilige Werk ist das Kind des Schöpfers, seine Urheberrechtspersönlichkeit erwächst aus der Erschaffung, der engen Beziehung zum Werk, ist somit ursächlich.

Alleinige Befugnis

Die ersten vagen Theorien zum Eigentum von geistigen Eigentum tauchten in Deutschland bereits Anfang des 17. Jahrhunderts auf, eine gesetzliche Grundlage fand das Urheberrecht jedoch erst im Jahre 1837, als das erste deutsche Urheberrechtsgesetz verabschiedet wurde. In der heutigen Form existiert das Urheberrechtsgesetz, mit einigen Änderungen, seit einer Überarbeitung im Jahre 1965.

Im Gegensatz zum amerikanischen Recht kann in der Bundesrepublik, ebenso in den Traditionen auf dem europäischen Kontinent, der Schöpfer eines Werkes nur ein menschliches Wesen sein. Im anglo-amerikanischen System des Copyrights existieren ebenso juristische Personen.

Der Urheber, der Schöpfer, auf welchen Kritik oder auch Lob zurückfallen, hat die alleinige Befugnis zu entscheiden, ob das Werk in irgendeiner Art abgeändert werden darf, ob es überhaupt veröffentlicht wird und wenn wie, ob das Werk nicht weiter verbreitet werden soll, weil die Anschauungen, die im Text vertreten werden, nicht mehr aktuell sind. Diese Grundsätzlichkeiten sind jedoch letztlich nur die Basis für das, was jedem Kreativem am Herzen liegt. Nämlich die Verwertung seiner Schöpfung.

Verwertungsrechte

Als Inhaber der Verwertungsrechte, ein Eigentum, das aus der Urheberschaft erwächst, hat der Schöpfer des Werkes die Möglichkeit, aus der Vermarktung seines geistigen Eigentums in Form des vorliegenden Werkes finanziellen Vorteil zu erzielen.

Im Urheberrecht der Bundesrepublik Deutschland macht der Gesetzgeber einen Unterschied zwischen der sogenannten unkörperlichen Verwertung im Gegensatz zur körperlichen Verwertung.

Die Rechte der Verwertung der Schöpfung in unkörperlicher Form sind das

  • Vorführungsrecht,
  • das Vortragsrecht und
  • das Aufführungsrecht.

Weiter zählen zu den unkörperlichen Rechten der Verwertung auch das

  • Recht der Wiedergabe von Funksendungen,
  • das Recht der Wiedergabe durch Ton- und Bildträger,
  • schließlich ganz allgemein das Senderecht.

Unter der körperlichen Form der Verwertung versteht man das

Praktische Handhabung der Ausübung des Urheberrechts

Das Urheberrecht ist eine „Institution“, die, lebt die „Urheberrechtspersönlichkeit“ noch, nicht zu übertragen ist. Ein schönes Bild für das Urheberrecht schlechthin ist vielleicht das der Münze, die zwei Seiten aufweist. Das gibt es das Urheberpersönlichkeitsrecht auf der einen Seite, die Verwertungsrechte auf der anderen.

Wenn der Schöpfer des Werkes verstirbt, wird der Rechtsnachfolger die Rechtsposition des ursprünglichen Rechteinhabers einnehmen. So sind also die Urheberrechte grundsätzlich nicht übertragbar. Diese Tatsache würde jedoch eine Verwertung der Werke mehr oder minder unmöglich machen, in aller Regel ist es dem Kreativen nicht möglich, sein Werk in Eigenregie hinreichend zu vermarkten, zu vertreiben.

Es ist also ein Weg aufzuzeigen, der es einem Dritten möglich macht, die Rechte zur Vermarktung zu erhalten. Das passiert, indem der Inhaber der Urheberrechte, da er ja die Verwertungsrechte nicht übertragen kann, dem Verleger Nutzungsrechte aus den Verwertungsrechten einräumt, nämlich das Verbreitungs- und Vervielfältigungsrecht. 

Nutzungsrechte

Die Gesetzgebung definiert das nicht übertragbare, nicht verkäufliche Verwertungsrecht als sogenanntes Vollrecht, während das Nutzungsrecht ein Tochterrecht darstellt.

Dem Urheber ist es möglich, entweder ein einfaches oder aber ein ausschließliches Nutzungsrecht für sein Werk einzuräumen:

  • Mit dem ausschließlichen Recht zur Verbreitung und Vervielfältigung, das beispielsweise ein Autor einem Verlag zugesteht, legt er sich selber Restriktionen auf. So ist es ihm nicht erlaubt, diese Rechte an einen anderen Verlag weiter zu geben, auch ein eigenständiger Druck im Selbstverlag ist ihm untersagt.
  • Weiterhin gibt es die Möglichkeiten der eingeschränkten Nutzungsrechte. Ein Nutzungsrecht kann vom Urheber inhaltlich beschränkt, auf einen gewissen Zeitraum oder eine Räumlichkeit, also beispielsweise ein Land, begrenzt zugestanden werden. Ein Urheber hat so beispielsweise die Möglichkeit, die Nutzungsrechte an einen Verlag nur für eine Auflage zu vergeben.

Urheberrechts-Gesetzgebung in der BRD

Der Gesetzgeber versuchte mit den diversen Reformen des Urheberrechts seinen diversen Funktionen, auch im Rahmen des Kulturbetriebes, des Kulturrechts und der verknüpften Industrie, gerecht zu werden. So versteht man das Urheberrecht als Grundlage für Rahmenbedingungen, die schöpferische Tätigkeit möglich machen, sie fördern. Es ist Aufgabe des Urheberrechts, dem geistigen Eigentum eine Wertigkeit zu verleihen, die der, die für andere schutzwürdige Güter aufgewendet wird, zumindest gleich kommt.

Die gesetzliche Reglung zum Urheberrecht und den damit zusammenhängenden Rechten ergibt sich im Wesentlichen aus zwei grundsätzlichen Gesetzesformulierungen. Zum einen das Gesetz über Urheberrecht und seine verwandten Schutzrechte vom 9. September 1965. Dieses Gesetz ist in zahlreichen Überarbeitungen nach wie vor essentiell. Das zweite maßgebliche Gesetz ist das Gesetz über die Wahrnehmung von Urheberrechten und die Rechte der ausübenden Hersteller von Filmen, der Autoren, der Schallplatten und CD-Unternehmer, der tätigen Künstler schlechthin. Dieses Gesetz nennt sich Urheberwahrnehmungsgesetz und stammt ebenfalls in seiner Grundform aus dem September 1965.

Persönliche geistige Schöpfungen

Die erste Voraussetzung, die ein Werk aufweisen muss, um im Rahmen des Urheberrechts zur Kenntnis genommen zu werden, ist, dass es eine „persönliche, geistige Schöpfung“ des Künstlers ist. Hier kann man als Beispiel aufzählen Werke der

  • Kunst,
  • der Musik,
  • Lichtbild- und Filmwerke,
  • natürlich Literatur und Werke der bildenden Künste,
  • doch ebenso Computerprogramme, also Games, Apps,
  • Anwendungen.

In der Bundesrepublik, in Europa und mittlerweile auch in den USA garantiert das Urheberrechtsgesetz einen urheberrechtlichen Schutz von 70 Jahren nach dem Ableben des Eigentümers der Urheberrechte. Sollten mehrere Urheber existieren, gilt entsprechend der Todeszeitpunkt des zuletzt verschiedenen.




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