Urheber

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Erklärung zum Begriff Urheber

Eine allgemeine Definition für das Wort Urheber meint eine natürliche Person, die etwas veranlasst oder verursacht hat, ein Initiator, Anstifter, Verursacher oder Verfasser nach der allgemeinen Handlungsautorenschaft.

Sehen wir uns den Begriff genauer an, finden wir in der Etymologie eine sehr interessante Tatsache. Das Wort „Urheber“ findet sich seit dem 15. Jahrhundert in der deutschen Linguistik. Es stammt aus dem mittelhochdeutschen „urhap“, was soviel wie Ursache, Anfang oder Ursprung meint. Dieser Begriff diente als Übersetzung für das lateinische Wort „auctor“ - sodass wir nahtlos zum Urheberrecht gelangen.

Der Urheber im Urheberrecht

Das deutsche Urheberrecht versteht unter dem Urheberbegriff nach dem § 7 des Urheberrechtsgesetzes eine „natürliche Person“, einen menschlichen Schöpfer.

Dieser erschafft ein Werk, darunter versteht der Gesetzgeber eine eigene, materielle oder geistige, eine intellektuelle, auf jeden Fall aber eine durchaus persönliche Schöpfung.

Dieses Werk muss die Eigenschaft aufweisen, mit den Sinnen des Menschen wahrgenommen zu werden.

Persönliche Schöpfer kann es auf vielen Ebenen geben, es seien hier lediglich

  • Komponisten,
  • Schriftsteller,
  • Autoren,
  • Verfasser,
  • Herausgeber von Sammelwerken oder aber genauso
  • Bildhauer,
  • Maler,
  • Choreographen oder
  • Modeschöpfer,
  • Erfinder oder
  • Medailleure

genannt. Die Bedeutung des Wortes Urheber hat nur peripher mit der „Idee“ oder „Initiative“ zu tun. Ein Urheber kann, per Definition, keinesfalls Ideengeber oder Imitator eines Werkes sein, denn die pure Idee zu einem Werk, einer Schöpfung, ist nach dem Urheberrecht nicht die Schöpfung selbst.

Der Urheber der persönlichen, geistigen Schöpfung erfährt durch die Tatsache, dass er ein Werk erschaffen hat, das absolute Recht des Urheberrechts.

Absolutes Recht bedeutet, dass dieses Recht niemals zu Lebzeiten des Schöpfers veräußert oder übertragen bzw. abgelegt werden kann.

Festgeschrieben steht dies im § 29 Absatz 1 des Urheberrechtsgesetzes. Da diese Regelung selbstverständlich einer Vermarktung des Werkes grundsätzlich im Wege stehen würde, er in aller Regel weder Mittel noch Wege kennt, seine Schöpfung in geeigneter Weise zu publizieren, ist es dem Urheber möglich, auf diverse Art und Weise Teile seine durch die Urheberschaft entstandenen Rechte in Lizenz weiterzugeben.

Ein Urheber kann im deutschen Urheberrecht, im Gegensatz zum Copyright in Amerika, immer nur eine natürliche Person sein. In den USA beispielsweise gibt es auch die juristische Person als Urheber. In Deutschland galt bis zum Jahre 1966 noch ein veraltetes „Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und Tonkunst“(LUG), in welchem ebenfalls eine juristische Person als Urheber gelten konnte. Die aktuelle Version des Urheberrechtsgesetzes heißt „Gesetz über Urheberrechte und verwandte Schutzrechte“. Das Gesetz ist konzipiert, um Werke der Literatur, Kunst und Wissenschaft, künstlerische und geistige Leistungen und auch Investitionen in die Kulturwirtschaft zu schützen. Mit diesem Gesetz wird dem Schöpfer eines Werkes das Recht zugesprochen, die Nutzungsrechte, die ihm aus seinem Werk entstehen, nach seinem eigenen Belieben frei auszuüben. Der § 11 des Urheberrechtsgesetzes erklärt schützend die persönliche sowie geistige Beziehung des Urhebers zu seiner Schöpfung.

Urheberpersönlichkeitsrecht

Der Urheber ist, mit dem Zweck dieser Rechtsposition als Schöpfer eines Werkes gerecht zu werden, somit alleiniger Inhaber von Verwertungsrechten, ihm wird das sogenannte „Urheberpersönlichkeitsrecht“ zuerkannt.

Im Wesentlichen findet sich das Urheberpersönlichkeitsrecht in den §§ 12 bis 14 des Urheberrechtsgesetzes niedergeschrieben, es zeitigt jedoch durchaus auch Auswirkungen auf zum Beispiel die Schadensersatzansprüche, welche in den §§ 9 ff. formuliert sind und auch auf andere Normen des Urheberrechtsgesetzes.

Das Veröffentlichungsrecht verdeutlicht die alleinige Entscheidungsmacht des Schöpfers, des Urheberpersönlichkeitsrechtsinhabers über Art und Zeitpunkt der Publikation seines Werkes. Geregelt ist dies in §12 UrhG.

Gemäß des § 6 Absatz 1 des Urheberrechtsgesetzes gilt dies jedoch lediglich für die Erstveröffentlichung, also dem Zeitpunkt, an welchem die Schöpfung der Allgemeinheit sowie interessierten Kreisen, der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird.

Weiter ist es dem Urheber überlassen, seine Urheberschaft deutlich werden zu lassen, also mit einer Urheberbezeichnung zu versehen. Eine hohe Geldstrafe oder sogar Gefängnis bestrafen eine falsche Anbringung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass mit dem § 14 UrhG der tätige Künstler in die Lage versetzt wird, jedwede Beeinträchtigung beziehungsweise Entstellung seiner Schöpfung untersagen zu können. In § 39 UrhG bezieht sich dies explizit auf den Titel des Werkes, der auch nach Änderungen an dem Werk nicht geändert werden darf.  

Der Urheber als Rechtsinhaber

Mit der Urheberschaft ist der Schöpfer ebenso der Rechtsinhaber, zwangsläufigerweise also ein Mensch, eine im Sinne des Gesetzes „natürliche Person“. Wie bereits oben erwähnt, können weder ein Ideengeber, ein Auftraggeber oder diejenige oder derjenige, der das Werk bestellt hat, ebenso für den Fall, dass das Werk lediglich aufgrund eines Auftrages oder einer Bestellung geschaffen wurde, der Urheber im Sinne des Urheberrechtsgesetzes sein.

Diesen Personen kann jedoch ein Nutzungsrecht zugesprochen werden, dies betrifft die diversen Nutzungsrechte, die der Schöpfer durch Lizenz vergeben kann. Grundsätzlich, auch wenn in der freien Wirtschaft teilweise drastisch andere Sichtweisen zum Tragen kommen, wird auch ein Arbeitsverhältnis oder ein Dienstverhältnis nichts an der Urheberschaft ändern. Ein Anspruch auf die Nutzungsrechteübertragung kann unter Umständen jedoch geltend gemacht werden.




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Entscheidungen zum Begriff Urheber

  • BildOLG-CELLE, 16.03.2000, 13 U 132/99
    1. Zur Abgrenzung der Akquisition zum Abschluss eines Architektenvertrags 2. Zum urheber- und wettbewerbsrechtlichen Schutz von Architektenplanleistungen
  • BildBGH, 07.02.2013, IX ZR 145/12
    Die öffentliche Bekanntgabe des Verteilungsverzeichnisses ist nur wirksam, wenn sie durch das Insolvenzgericht als Urheber der Erklärung erfolgt.
  • BildBGH, 08.05.2002, I ZR 98/00
    Nach § 13 Satz 1 UrhG kann der Urheber von jedem, der seine Urheberschaft bestreitet, Unterlassung verlangen. Eine Aberkennung der Urheberschaft liegt auch dann vor, wenn der Bearbeiter eines Werkes als Alleinurheber benannt wird, da dem Urheber eines bearbeiteten Werkes das Recht zusteht, neben dem Urheber der Bearbeitung benannt zu...
  • BildBGH, 04.12.2008, I ZR 49/06
    Räumt der Urheber einem Dritten urheberrechtliche Nutzungsrechte ein, obwohl er die entsprechenden Rechte schon zuvor der GEMA zur Wahrnehmung überlassen hatte, und geht die Rechtseinräumung zugunsten des Dritten daher ins Leere, kann nicht davon ausgegangen werden, der Urheber habe dem Dritten jedenfalls die Ansprüche abgetreten, die...
  • BildOLG-FRANKFURT, 25.01.2005, 11 U 51/04
    Ein Internet-Access-Provider ist grundsätzlich nicht verpflichtet, den Namen und die Anschrift eines Internetbenutzers mitzuteilen, der im Internet Musikdateien zum Herunterladen anbietet und dadurch Urheber- oder sonstige Rechte Dritter verletzt.
  • BildBGH, 11.04.2002, I ZR 231/99
    a) Bei einem technischen Regelwerk kann die schöpferische Leistung nicht nur in der Art der Sammlung, Auswahl, Einteilung und Anordnung des Stoffes, sondern auch in der sprachlichen Vermittlung eines komplexen technischen Sachverhalts liegen. b) Der Beklagte, der sich gegenüber dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung mit dem Einwand...
  • BildOLG-MUENCHEN, 04.09.2003, 29 U 4743/02
    1) Ein Urheber kann auf seine Benennung für bestimmte Fälle verzichten. Einen solchen Verzicht kann er analog § 41 Abs. 4 Satz 2 UrhG zurückrufen. Dafür bedarf es keines Verschulden des Rückrufgegners. Die Gründe für den Rückruf müssen nicht besonders erheblich sein; so genügt es, wenn die Entwicklung über eine lange Zeit den Urheber...
  • BildBGH, 21.06.2001, I ZR 245/98
    a) Der Urheber, der nach § 36 Abs. 1 UrhG eine angemessene Beteiligung fordert, braucht nicht darzutun, daß die unerwartet hohen Erträgnisse aus der Nutzung seines Werkes gerade auf seinem schöpferischen Beitrag beruhen. Doch kann ein grobes Mißverhältnis zwischen der vereinbarten Gegenleistung und den Erträgnissen dann zu verneinen...
  • BildBGH, 10.05.2012, I ZR 145/11
    a) Dem Urheber kann ein grob fahrlässiges Verhalten im Sinne von § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB nicht allein aufgrund fehlender Marktbeobachtung angelastet werden. b) Hat der Urheber aufgrund nachprüfbarer Tatsachen klare Anhaltspunkte für einen Anspruch nach § 32a Abs. 2 Satz 1 UrhG, kann er diesen Anspruch aber noch nicht beziffern, weil er...
  • BildOLG-HAMBURG, 18.01.2006, 5 U 58/05
    1. Die Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik als Handy-Klingelton stellt einen Eingriff in das Urheberpersönlichkeitsrecht gemäß den §§ 14,23 UrhG dar. Dies gilt gleichermaßen für monophone und polyphone Klingeltöne. Die Nutzung von Musik als Klingelton kommt eher einer Merchandising-Nutzung nahe als der herkömmlichen Nutzung in...

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